2. September 2025
Mein Auslandsemester hat nicht erst mit dem ersten Unitag begonnen, sondern schon Monate vorher. In welches Land möchte ich gehen? Was muss ich alles beantragen? Und wie sehr muss ich mich überhaupt vorbereiten? Diese Fragen habe ich mir gestellt und kann jetzt sagen, was ich wieder so machen würde – und was nicht.
Angefangen hat alles mit der Infoveranstaltung ein knappes Jahr vor Semesterstart. Die wichtigsten Infos, die ich daraus mitgenommen habe:
- Bewerbungsfrist für das Winter- und Sommersemester ist gleich (31. Januar an meiner Uni).
- Das Studium verlängert sich durch ein Auslandssemester nicht zwingend.
- Ich bekomme mindestens 570 € Förderung pro Monat.
Für meine Bewerbung auf meinen Erstwunsch habe ich viel recherchiert und musste auch bereits Kurse angeben. Knapp vor Fristende wurde die Bewerbung abgeschickt. Und dann: eine Absage für Lissabon!
Plan B
In meiner Bewerbung hatte ich jedoch angemerkt: „Kein Erasmus ist keine Option. Falls ich den Platz nicht bekomme, interessiere ich mich auch für Kaunas.“ Und genau dafür bekam ich genau vor sechs Monaten dann eine Zusage. Über Litauen wusste ich fast nichts, aber genau das machte es für mich spannend.
Welche Dokumente werden von mir benötigt?
- Transcript of Records (Noten der Uni)
- Englischnachweis
- Versicherungsnachweis
- Angaben zu Studium, Person und Gast-Uni
Ab diesem Moment drehte sich vieles um Formulare und Fristen. Ich musste abwechselnd auf E-Mails warten und Dokumente ausfüllen: Beim International Office meiner Heimat-Uni registrieren. Offiziell bei der Gast-Uni einschreiben. Das Learning Agreement mit meinem Studiengangskoordinator erstellen. Mich an meiner Heimatuni beurlauben lassen und so ein Fachsemester sparen + keine Semestergebühren bezahlen. Sich um die Kranken-, Haftpflicht und Unfallversicherung kümmern (wobei die in den meisten Fällen durch die regulären deutschen Versicherungen gedeckt sind, aber das würde ich immer noch einmal nachfragen) und zuletzt dann den finalen Stipendienvertrag unterschreiben.
Learning Agreement
Ein Vertrag zwischen mir, meiner Heimat-Uni und der Gast-Uni, der sicherstellt, dass die belegten Kurse im Ausland anerkannt werden.
Dabei gebe ich zu: Ich hätte mich vielleicht noch etwas mehr informieren können. Das Nötigste habe ich erledigt und den Rest bewusst auf mich zukommen lassen. Mein Fokus lag nicht darauf, ob ich schon die Wahrzeichen von Kaunas kenne oder jedes Detail der Orientation Days weiß. Wichtig war mir, Anreise und Wohnung rechtzeitig zu organisieren. Meine Einstellung war dabei: Ich fahre so oder so nach Kaunas und lasse alles ohne Erwartungen auf mich zukommen.
Würde ich wieder so machen:
- Mich nicht stressen lassen, vieles klärt sich von selbst.
- Ein paar Tage vor Unistart ankommen. So hatte ich Zeit mich einzuleben, die Stadt zu erkunden und meine Mitbewohnerin kennenzulernen.
- Mit Bus und Bahn reisen! So konnte ich die Veränderung der Landschaft direkt beobachten und hatte viel Zeit, um mich auf den neuen Lebensabschnitt einzustellen.
Würde ich anders machen
- Deadlines sofort notieren und den Aufwand einschätzen.
- Früh mit anderen Studierenden connecten. Entweder über die Uni, Facebook Gruppen oder das ESN (Erasmus Student Network).
- Die Uni-Aufgaben der Heimat-Uni vorher erledigen.

Jetzt bin ich angekommen, in einem Land über das ich vor einem halben Jahr noch nichts wusste, aber genau das ist Erasmus für mich: etwas Neues wagen, offen bleiben und sich auch drauf einlassen – auch wenn es nicht der Erstwunsch war.
Christopher
23. September 2025
„Mich an meiner Heimatuni beurlauben lassen und so ein Fachsemester sparen + keine Semestergebühren bezahlen.“ Geht das so einfach, ich dachte man zahlt die Semesterbeiträge der Heimat-Uni, um an der Partnerhochschule nichts zahlen zu müssen. Oder musst du jetzt dadurch tatsächlich gar keine Gebühren/Semesterbeiträge zahlen?
Joana
25. September 2025
Tatsächlich geht das so einfach. Ich bin zwar weiterhin offiziell in Münster eingeschrieben, aber da in Deutschland keine Studiengebühren, sondern lediglich ein Semesterbeitrag anfällt, der unter anderem das Deutschlandticket sowie Angebote des Studierendenwerks umfasst und ich diese Leistungen während meines Aufenthalts nicht nutzen kann, habe ich 93 % des Beitrags zurückerstattet bekommen.
RoteMohnblume
23. September 2025
Für welche Kurse hast du dich denn entschieden? Ich erinnere mich an einen Reel, in dem du „etwas“ lost schienst und wir durften voten 😁
(eventuell hast du darüber bereits eine Post gemacht und ich hab’s noch nicht gelesen 😇)
Joana
25. September 2025
Ich habe mich dafür entschieden nicht mehr Kurse zu belegen als ich muss und mich stattdessen eher hier auf andere Erfahrungen zu fokussieren.
Das heißt jetzt habe ich Global Politics, Psychology und Political Systems.