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„Im Osten ist alles günstiger!“ Mythos oder Fakt?

„Und Litauen ist ja günstig, das ist ja im Osten!“ Ähnliche Sätze habe ich oft vor meinem Auslandssemester gehört. Aber ist das wirklich so? Vor meinem Erasmus habe ich mich nicht so intensiv über die Kosten informiert. Jetzt, nach meinem Erasmus, machen wir den Kostencheck.

Erasmus – ein Semester im Ausland, für das man bezahlt wird? Mehr oder weniger ja. Im Auslandssemester hatte ich keinen Nebenjob und konnte mir mein Leben dennoch finanzieren, was in Deutschland so nicht möglich wäre.

Überraschung bei den Nebenkosten

Die Wohnungskosten hätten auf jeden Fall deutlich geringer sein können, aber auch nur, wenn ich mich für ein geteiltes Studierendenwohnheimzimmer entschieden hätte. Das habe ich bewusst nicht getan, da mir ein eigenes Zimmer sowie die Nähe zur Uni und zum Zentrum sehr wichtig waren. Für die Lage, die Größe und die Ausstattung der Wohnung war der Preis aus meiner Sicht sehr gut. Überrascht haben mich allerdings die Nebenkosten im Winter. Daher grade bei privaten Wohnungen unbedingt vorher genau nach den Heizkosten fragen. → 350 € Miete + 50 – 130 € Nebenkosten = 400 – 480 € pro Monat

Gleiche Einkäufe, gleicher Preis

Die Supermarktpreise sind vergleichbar mit Deutschland. Die häufigsten Supermärkte sind Maxima und Iki, es gibt aber auch Discounter. Während in Litauen Süßigkeiten und Alkohol teurer sind, sind Obst und Gemüse etwas günstiger. Insgesamt habe ich für meinen Wocheneinkauf gleich viel gezahlt wie in Deutschland. → ca. 200 € pro Monat

Essen gehen: ein günstigeres Vergnügen

Während ich in Deutschland oft mit Freund*innen gemeinsam gekocht habe und wir in unseren WGs vor dem Ausgehen was getrunken haben haben, waren wir in Kaunas viel in Cafés und Bars unterwegs. Das liegt vor allem daran, dass viele in Studierendenwohnheimen wohnen und Gäste dort nur zu bestimmten Zeiten und in begrenzter Anzahl erlaubt sind. Auswärts essen und trinken ist jedoch günstiger als in Deutschland. Auch das Nachtleben ist sehr studierendenfreundlich. Es gibt viele kostenlose Eintritte, Student Nights und günstige Getränke. → ca. 80 € pro Monat

Hin und her mit Bus, Bahn und Uber

Der öffentliche Nahverkehr ist mit der Studentenkarte extrem günstig. Pro Fahrt zahlt man nur 0,14 €. Nach insgesamt 40 Fahrten fährt man den restlichen Monat kostenlos. Für Ausflüge außerhalb von Kaunas gibt es für Studierende ebenfalls sehr günstige Zugtickets. Wenn man Tickets für Vilnius beispielsweise zwei Tage im voraus kauft, zahlt man etwa 2,50 € pro Strecke. Nachts waren Uber und Bolt eine sichere und bezahlbare Option. → ca. 15 € pro Monat

Spaß-Ausgaben

Die Freizeit kann man natürlich sehr individuell gestalten. Grundsätzlich sind hier die Preise minimal günstiger als in Deutschland. Für einen Kinobesuch mit Studentenrabatt zahle ich 7,50 €. Außerdem waren wir bowlen oder Billard spielen, haben Fahrräder ausgeliehen und waren auch einmal in der Therme. → nicht mehr als 50 € pro Monat

*ESN Lappland Reise

Lappland war eine Reise, die ich über das ESN (Erasmus Student Network) gebucht habe. Für 600 € waren der Transport ab Kaunas, ein Tag in Tallinn, die Unterkunft in Lappland, sowie verschiedene Aktivitäten enthalten. Wir haben beispielsweise einen Tagesausflug nach Norwegen an die arktische Küste gemacht oder waren auf einem gefrorenen Fluss Eislaufen. Die Reise war vergleichsweise teuer, aber so günstig kann man diese Region mit den Aktivitäten von Deutschland aus nicht bereisen.

Ein teurer Spaß: Reisen

Zusätzlich habe ich dann natürlich noch Reisen und Wochenendtrips unternommen. Meine An- und Abreise nach und von Kaunas habe ich mit Bus und Bahn geplant, sodass ich unterwegs Städte wie Warschau, Krakau oder Prag besuchen konnte. Zusätzlich habe ich folgende Reisen gemacht:

  • Stockholm: 400 € (5 Tage)
  • Riga: 170 € (4 Tage)
  • Lappland: 600 € (10 Tage)*
  • Helsinki: 120 € (3 Tage im Anschluss an die Lappland-Reise)

meine persönlichen Spartipps für Litauen

  • ISIC-Studentenkarte für viele Rabatte, unter anderem im ÖPNV
  • ESN-Karte für die Erasmus-Student-Network-Reisen sowie Rabatte bei bspw. Fluggesellschaften und Busunternehmen
  • Supermarkt-Kundenkarten, da viele Produkte deutlich günstiger sind
  • Nach Kleidung könnt ihr gut in Secondhandshops schauen (häufig Aktionen wie alles für 3 €, 2 € oder 1 €)

Kostencheck meines Erasmussemesters

Wenn ich meine Ausgaben zusammenrechne, komme ich auf folgende monatliche Kosten: Wohnung ca. 450 € + Lebensmittel ca. 200 € + Transport ca. 15 € + auswärts essen & trinken ca. 80 € + Freizeit & Aktivitäten ca. 50 € ≈ 800€ pro Monat.

Durch die Erasmusförderung bekomme ich ca. 450 € pro Monat (18 € pro Tag, maximal 120 Tage, plus einmalige Reisekostenpauschale von 309 €). Zusätzlich erhalte ich noch eine Aufwandsentschädigung für meinen Einsatz als Correspondent von 220 €. Als feste Einnahmen stehen mir also rund 670 € pro Monat zur Verfügung.

Und ist Litauen jetzt günstiger?

Insgesamt ist Litauen in manchen Bereichen etwas günstiger als Deutschland, aber nicht deutlich. Mit dem anderen Alltag, dem häufigeren ausgehen und auch dem mehr Reisen habe ich dennoch monatlich mehr ausgegeben als in einem Monat in Münster. Natürlich kann man sein Erasmus auch günstiger gestalten, zum Beispiel durch Wohnen in einem Studierendenwohnheim, weniger Reisen oder weniger Ausgehen. Für mich war Erasmus jedoch ein Semester, auf das ich bewusst gespart habe und in dem es mir wichtig war, möglichst viel zu erleben und mitzunehmen. Also kann ich sagen: Es war jeden Cent wert! 

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