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Island – ein historisches Land

Island – ein historisches Land

Bei Island denken die meisten an einen kalten Ort mit schöner Natur oder einfach nur eine Insel im Nordatlantik. Dass Island aber auch historisch einiges zu bieten hat, vergisst man oft. In diesem Beitrag möchte ich über ein paar Highlights der isländischen Geschichte schreiben.

Erste Siedler

Laut archäologischen Ausgrabungen lebten vermutlich Mönche auf Island, bevor Skandinavische Siedler auf die Insel kamen. Zwischen 770 und 880 verschwanden die Mönche jedoch. Danach kamen die Wikinger nach Island. Die Insel wurde um 870 das erste Mal umrundet und langsam besiedelt. Isländer scherzen, dass lange Zeit die Inselbewohner nur mit dem Überleben in den rauen Bedingungen beschäftigt waren, sodass keine besonderen Ereignisse stattfanden.

Aktive geothermale Zone in Island mit viel Rauch.


Reykjavik bedeutet übersetzt „Rauchbucht“. Als nämlich die ersten Siedler nach Island kamen gab es rund um Reykjavik viele aktive (rauchende) Vulkane. Auf dem Foto sieht man eine aktive geothermale Zone in der Nähe von Reykjavik.

Die Sprache

Da Island so isoliert ist und lange Zeit nur sehr wenige Einwohner hatte, hat sich die Sprache über Jahrhunderte kaum verändert. Isländer haben kein Problem, Jahrhunderte alte Texte zu lesen. Isländisch ist damit am nächsten an der Sprache der Wikinger dran und die älteste der skandinavischen Sprachen.

Zweiter Weltkrieg

Island war lange unter dänischer Herrschaft, bis es 1918 viele eigene Rechte bekam. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs schloss sich Island Dänemark als neutraler Staat an. Nachdem Dänemark allerdings im April 1940 von Deutschland eingenommen wurde, wurde angekündigt, dass sich Island um seine eigene Verteidigung kümmern würde. Einen Monat später wurde Island jedoch von England als wichtiger geostrategischer Stützpunkt eingenommen. 1941 wurde die Insel an die USA übergeben und war während der Atlantikschlacht ein wichtiger Stützpunkt.

Blick auf den Reykjaviker Flughafen, der früher ein Militärflughafen war.
Blick auf den Reykjaviker Inlandslughafen, der im Zweiten Weltkrieg ein Militärflughafen war. In der Nähe des Flughafens gibt es viele Informationstafeln, auf denen beschrieben wird, wie der Ort während des Krieges genutzt wurde.

Versorgungsschiffe, die von den USA nach England Güter lieferten, mussten von Flugzeugen begleitet werden, da die Schiffe sonst von deutschen U-Booten angegriffen wurden. Zu dieser Zeit hatten Flugzeuge allerdings noch keine so große Reichweite, sodass der Flughafen in Reykjavik für die Luftraumüberwachung sehr wichtig war. Wer sich für die Atlantikschlacht interessiert, dem kann ich den Film „Greyhound“ sehr empfehlen.

Kalter Krieg

Während des Kalten Krieges war Island auf der Seite der NATO, was allerdings nicht selbstverständlich war. Es gab durchaus einige Befürworter des Kommunismus. Amerika half Island jedoch sehr, zum Beispiel wirtschaftlich, indem viel Fisch aus Island importiert wurde. Somit wurde eine von der Sowejetunion unterstütze Macht mitten im Nordatlantik verhindert. 1986 schließlich fand das „Gipfeltreffen in Reykjavik“ zwischen Ronald Reagan und Michail Gorbatschow statt. Dieses Treffen gilt als Anfang vom Ende des Kalten Krieges.

Weißes Häusschen an der Küste von Reykjavik.
Höfði, das Haus an der Küste in Reykjavik, in dem das Gipfeltreffen zwischen Reagan und Gorbatschow stattfand.

Die Sicht der Isländer

Viele Isländer sind sehr stolz auf ihre Geschichte. Als isoliertes Land, dass jedoch immer ein wenig europäischen Einfluss hatte, ist man einzigartig. Es ist auch immer ein Highlight, wenn Island mal in den internationalen Medien auftaucht. Als so kleines Land wird es oft übersehen. Flächenmäßig ist es zwar so groß wie Dänemark, hat aber nur etwa 350 Tausend Einwohner.

Heute ist der amerikanische Einfluss sehr groß. Es ist interessant zu sehen, wie ein Land, dass sich politisch nach Europa orientiert (Island ist Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes), sich unter amerikanischem kulturellen Einfluss entwickelt.

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