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Uni-Leben in Bergen anders als in Augsburg?

Habt ihr euch schon immer gefragt, wie es ist, in Norwegen zu studieren? Wie hoch sind die Semestergebühren? Wie sind so die Kurse und Professor:innen? Ist es „stressfreier“ in Norwegen als in Deutschland? Stimmt es, dass Norwegen eines der besten Bildungssysteme hat? Wie viel Freizeit hat man als Student:in? Das und mehr erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Fragen über Fragen und noch mehr Fragen. Anfangs hatte ich total Herzrasen, wenn ich auch nur an eine fremde Uni dachte. Heute bin ich sehr glücklich über meine Entscheidung und teilweise sogar erleichtert. Könnt ihr euch vorstellen, dass die Gebühren hier günstig, die Professor:innen weltoffen und das System einfacher ist als erwartet? Die Universität in Bergen bietet außerdem ganz viele Kurse auf Englisch an, was das Studieren in Norwegen leichter macht. Zudem könnt ihr euch gleichzeitig noch in Norwegisch-Sprachkurse eintragen lassen. Die Sprache zu lernen ist wirklich nicht so schwer, da einige Wörter dem Deutschen ähneln und Vieles leicht abzuleiten ist.

Kursauswahl: Die Qual der Wahl

Für die meisten Kurse bekommt man an der Universität in Bergen 15 Leistungspunkte oder auch ECTs genannt. Das ist im Vergleich zu unseren deutschen Kursen echt viel. Ich habe mich beim Vorbereiten meines Learning Agreements auch erst erschrocken, da ich so hohe Credits für einen Kurs gar nicht gewohnt bin. Aber keine Angst, meistens ist es harmloser als es aussieht. Da ihr euch schon bevor ihr ins Ausland geht, für verschiedene Kurse entscheiden müsst, ist es sinnvoll, wenn ihr euch für Themen und Dinge entscheidet, die es an eurer Heimatuni nicht gibt. Letztendlich fiel meine Wahl auf die Kurse „Digital Sociology“, „Gender Studies“ und den Sprachkurs. Dafür bekomme ich dann insgesamt 37,5 ECTs.

Zu Hause studiere ich Anwendungsorientierte Interkulturelle Sprachwissenschaft – also viele Sprachen. Der Kurs „Digital Sociology“ – dazu zählt auch Social Media – klingt interessant. Genau so der „Gender Studies“-Kurs, der viel über die Transgender-Geschichte und auch die heutigen Probleme und Erfolge lehrt. Das ist mein absoluter Lieblingskurs, da wir über Themen sprechen und diskutieren, die heute noch sehr wichtig sind.

Intensiver Austausch, nette Profs

In Bergen sind die meisten Vorlesungen aufgeteilt in eine Hauptvorlesung und gleichzeitig noch ein Seminar, damit man die Dinge, die in der Hauptvorlesung besprochen werden noch einmal intensiver mit anderen Student:innen diskutieren kann. Ich kenne dieses System auch schon aus meiner Heimatuni. Allerdings wird auch in der eigentlichen Vorlesung schon viel diskutiert und nicht nur schnell durchgemacht.

Anders als in Deutschland, möchten die Professor:innen in Bergen sehr oft geduzt und mit dem Vornamen angesprochen werden. Außerdem sind alle total lieb, offen und beantworten jede Frage. In Deutschland hatte ich bis jetzt immer Pech mit meinen Professor:innen, da diese meistens sehr viel zu tun haben und bei kleineren Fragen eher genervt antworten. Zumindest war es bei mir bis jetzt so. Ich verstehe aber auch, dass es nicht immer einfach ist, bei so vielen Student:innen für alle immer erreichbar zu sein. Zudem bieten viele Profs hier ein Zusammentreffen nach den Prüfungen an, um darauf anzustoßen, dass der Stress endlich vorbei ist.

Gebühren zahlen, lernen und Freizeit genießen

Die Studiengebühren sind im Vergleich zu Deutschland günstig! In Bergen liegen sie bei etwa 590 NOK, also 50 Euro. Allerdings müssen internationale Student:innen keine Gebühren zahlen, da wir unsere regulären Studiengebühren von zu Hause zahlen müssen. Diese betragen ungefähr 130 Euro pro Semester.

Zudem ist das Leben hier in Norwegen sehr aktiv und vielfältig. Es gibt viele studentische Organisationen, die eine Vielzahl von Aktivitäten anbieten: von Sport- und Outdoor-Abenteuern bis hin zu kulturellen Veranstaltungen. Sehr oft gibt es verschiedene Partys, die von anderen Student:innen organisiert werden. Unter anderem gibt es natürlich auch Bars und Cafés, wo sich Studierende treffen und entspannen können. Dort sind die Preise dann auch billiger und wie für uns gemacht. Zusätzlich hat die Mensa auch immer wieder Angebote, vor allem mittwochs, da kosten zwei Hauptgerichte mit Salat und anderen Beilagen etwa zehn Euro. Die Preise sind bei uns zu Hause um einiges billiger, allerdings muss hier nicht alles teuer sein. Ihr müsst euch einfach nur gut informieren und mehrfach überlegen, was sich lohnt. Leider ist die Mensa in Bergen auch nicht ansatzweise so groß wie in Augsburg. Sie ist klein, aber fein mit oftmals leckerem Fisch, der je nach Waage mal mehr oder weniger kostet. Kurz gefasst: Es lohnt sich!

Vegetarische Lasagne in einer Mensa in Norwegen
Das Mensa-Essen – vegetarische Lasagne mit leckerer Beilage!

Prüfungssystem und Lernmöglichkeiten

Meine Freizeit kann ich trotz allem genießen, da ich montags frei, dafür aber dienstags bis freitags zwei bis vier Stunden Uni habe. Die Kurse sind durch die Seminare verständlicher und ich kann dadurch verschiede Trips planen. Die meisten Hausaufgaben muss ich während des Semesters abgeben und nicht am Ende. Zusätzlich sind meine Prüfungen sogenannte „Home-Exams“, die auch mitten im Semester stattfinden, während meine anderen Kurse noch im vollen Gange sind. Wie ich mich dabei fühle, kann ich noch nicht ganz sagen. Es ist auf jeden Fall stressiger, da ich alles irgendwie innerhalb von drei Tagen in einen Essay quetschen und mich nebenher noch auf andere Dinge konzentrieren muss. Da bevorzuge ich tatsächlich unser Prüfungssystem in Deutschland ein kleines bisschen mehr. Prüfungen am Ende des Semesters sind mir zwar lieber, gleichzeitig hat man nach den Prüfungen in Norwegen erstmal nichts mehr zu tun. Das ist ein großer positiver Aspekt für internationale Student:innen, da wir Zeit haben, noch etwas rumzureisen.

Die Fakultäten und die Bibliotheken sind komplett verteilt in ganz Bergen. Ihr habt also auch die Möglichkeit, mit eurem Studentenausweis in jede Bibliothek zum Lernen zu gehen. Die meisten haben 24 Stunden offen, sprich bis 18 Uhr mit Angestellten. Nach 18 Uhr bis 8 Uhr morgens sind es dann Kameras, die einen beobachten. Ich muss also nie aus der Bibliothek raus und kann mich in einen gemütlichen Sessel mit Schreibtisch ausbreiten und so lange lernen oder schreiben wie ich möchte. Das geht bei uns in Deutschland eher nicht, zumindest nicht bei uns in Augsburg.

Empfehlenswert oder nicht?

Meiner Meinung nach, muss ich mich erstmal an dieses Prüfungen-und-Abgaben-mitten-im-Semester-Ding gewöhnen. Allerdings bringt es auch viel, da ich teilweise gezwungen bin, am Ball zu bleiben und nicht nachzulassen mit dem Lernen. Ich habe nach meinen Prüfungen noch so viel Freizeit und kann diese so gestalten wie ich möchte. Bergen ist gleichzeitig die perfekte Stadt, da alles sehr einfach zu Fuß zu erreichen ist. Nach dem Lernen erst einmal ins kalte Meer springen oder auf „Cabin – Trips“ gehen. Ich meine, ich habe für meine mündliche Norwegisch-Prüfung in einer Hütte auf einem Berg direkt am Wasser gelernt. Das geht bei mir zu Hause leider nicht. Zudem bietet Norwegen allgemein viele Möglichkeiten, die Natur und die Landschaft zu genießen. Zum Beispiel gibt es sogar spontane Ski- oder Kanufahrten für Student:innenpreise. Ich gehe bald sogar auf meinen ersten Trip zum Fischen.

Hütte in Norwegen mit Aussicht auf das Meer
Ist die Aussicht von unserer Hütte nicht wunderschön?

Insgesamt bietet Bergen eine einzigartige und inspirierende Umgebung für uns Student:innen. Ich bin immer noch hin und weg von dieser Landschaft und ihren Menschen. Das Studieren hier macht mir – wie schon erwähnt – Spaß. In Deutschland hatte ich bis jetzt immer sehr damit zu kämpfen, aber meine Sichtweise hat sich verändert. Ich bin so voller Serotonin geladen, dass ich eigentlich nur noch meinen Bachelor schreiben möchte, um dieses Land noch mehr zu erkunden. Vielleicht werde ich meinen Master hier machen. Ein Leben ohne Bergen geht einfach nicht mehr!

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