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Kurz vor Abreise keine Wohnung? Kein Problem!

Kurz vor Abreise keine Wohnung? Kein Problem!

Die Wohnungssuche in Brasilien ist ein wenig anders als in Deutschland, deswegen habe ich euch hier meine Erfahrungen zusammengefasst! Als erstes erzähle ich ein wenig über mein eigenes Erlebnis. Wenn ihr aber lieber direkt zu den Tipps wollt, scrollt einfach runter zu „Wie finde ich eine Wohnung?“, oder „Worauf sollte ich bei der Wohnungssuche achten?“. Ganz zum Schluss gibt es dann noch eine kleine Vokabelhilfe für die Suche ganz spezifisch in Brasilien.

Überraschungsfaktor Zeit: Die Wohnungssuche in Brasilien gestaltete sich als anders als in Deutschland. Als ich in Lüneburg nach einer Wohnung gesucht habe – habe ich einen Monat vorher angefangen. Viel zu spät! Die meisten WGs haben schon niemanden mehr gesucht und direkt abgesagt oder haben gar nicht geantwortet. Wenn dann doch mal eine Antwort kam, war es eine Einladung zu einem wenig aussichtsreichen WG-Casting. Also habe ich beschlossen: Bei der nächsten Wohnungssuche würde ich es besser machen und früher damit anfangen!

Leider habe ich es trotzdem erst einen Monat vor Anreise in Brasilien geschafft, mit der eigentlichen Recherche zu beginnen.
Ich habe dabei vor allem verschiedene Plattformen und Facebook (Detaillierter unten in der nachfolgenden Infobox „Wie finde ich eine Wohnung?“) genutzt. Überraschenderweise habe ich meistens direkt eine Antwort bekommen. Doch statt einer Einladung zu einem WG-Casting kam stets die Frage: „Und wann möchtest du einziehen?“, woraufhin ich – schuldig nicht aus meiner letzten Erfahrung gelernt zu haben – geantwortet habe: „Schon in einem Monat, Anfang August.“.

Und tatsächlich: Mein Timing war erneut ein Problem, doch anders als gedacht!

Denn statt mir vorzuwerfen, ich hätte viel zu spät angefangen zu suchen, war die Antwort immer wieder: „In einem Monat? Das ist ja noch sehr lange hin, ich weiß nicht, welcher Raum bis dahin frei ist. Schreib mir doch noch einmal eine Woche, bevor du in Brasilien ankommst und dann schauen wir.“. Ich musste schlucken. Sollte ich wirklich bis eine Woche vor Ankunft noch nicht wissen, wo ich die erste Nacht verbringen würde?

In dem Moment blieb mir nichts weiter übrig, als darauf zu vertrauen, dass die Wohnungssuche in São Paulo einfach anders als in Deutschland ist und dass ich trotzdem noch eine Wohnung finden würde. Zur Not, dachte ich, könnte ich die ersten Nächte auch immer in einem Hostel oder einer Ferienwohnung verbringen.

Ein Haus in Brasilien mit einem Plakat auf dem Aluga-se geschrieben steht.
Bei der Wohnungssuche vor Ort einfach nach diesen kleinen Schildern, auf denen „Aluga-se“ (zu vermieten) steht, Ausschau halten! Manchmal sind die gar nicht so leicht auszumachen, also: Augen offen halten!

Eine Woche vor Abreise und noch keine Wohnung?

Ungefähr eine Woche vor Abreise hab ich also wieder versucht, eine Wohnung zu finden. Wieder habe ich schnelle Antworten von den Vermietern und Vermieterinnen bekommen und wieder kam stets die Frage, wann ich einziehen wollen würde. In einer Woche? Alles klar! Von da an ging die Suche schneller. Innerhalb von zwei Tagen habe ich für ein Zimmer eines Vermieters entschieden, mit dem ich bereits ganz zu Anfang geschrieben habe. Und so hatte ich auf einmal eine Wohnung. Zumindest hoffentlich – noch war schließlich alles online, ich kannte den Vermieter nicht persönlich, sondern nur über WhatsApp (ich habe im Übrigen mit allen Vermieter*innen ziemlich direkt auf WhatsApp geschrieben, das ist in Brasilien keine Seltenheit! Mein Freund hat zum Beispiel im Rahmen seines Jura-Praktikums als Assistent eines Pflichtverteidigers ebenfalls die Klient*innen über einen WhatsApp-Business-Account betreut).

Worauf ich trotzdem versucht habe zu achten, um mir selbst ein wenig Sicherheit zu geben, erkläre ich euch hier:

Worauf sollte ich bei der Wohnungssuche achten?

Panorama von São Paulo unter blauem Himmel.
Vor meiner Ankunft habe ich mich gefragt, wie ich mich bloß in einer so großen Stadt wie São Paulo für eine Wohnung entscheiden soll?

Die Lage: Sicherheit und Fahrtwege

Meine Priorität bei der Wohnungssuche war vor allem, etwas in der Nähe der Uni zu finden. Dies hat verschiedene Aspekte: Natürlich ist es vor allem zunächst einmal praktischer, da ich voraussichtlich viel Zeit dort verbringen werde und so lange Fahrtwege vermeiden kann. Das brasilianische Semesterticket ermöglicht außerdem nur eine Vergünstigung des ÖPNV, Studierende müssen also´ trotzdem jede Fahrt bezahlen.

Auf der anderen Seite ist die Lage der Wohnung in São Paulo auch eine Frage der Sicherheit. Auf den Campi brasilianischer Unis ist es meist sicher, da diese wie kleine separate Städte existieren. Es gibt dort wie in Condominios meistens einen Zaun mit verschiedenen Zugängen, Security-Personal und Kameraüberwachung. Und auch die direkte Umgebung der Unis ist häufig eher sicher. Wenn ihr das aber genauer wissen wollt, fragt am besten Menschen vor Ort oder googelt, einmal welcher Wohnort für Studierende empfohlen wird! Ich habe von mehreren Studierenden der Universidade São Paulo (USP) gehört, dass das Viertel Butantã wo meine Fakultät ist, am besten als Wohnort geeignet ist, daher habe ich primär dort gesucht. Gerade in São Paulo ist der öffentliche Personennahverkehr aber sehr gut und so ist auch eine Wohnung weiter entfernt von der Uni, in der Nähe einer U-Bahnstation, eine gute Option.

Der Sicherheitscheck:

Google-Maps ist dein Freund: Sobald mir die Vermieter oder Vermieterinnen die Standorte geschickt haben, habe ich sie mir auf der Karte angeschaut und bin über die Street-View-Funktion virtuell durch die Straße gelaufen. So konnte ich einen besseren Eindruck von der unmittelbaren Umgebung bekommen. Außerdem habe ich mir bestimmte Wege angeschaut – zum Beispiel der Weg zur Uni, der Weg zur nächsten Bus- und U-Bahnhaltestelle und so weiter.

Besichtigung nur per Video-Telefonat: Die Besichtigung haben wir dann per Video-Telefonat gemacht, so konnte ich mich vergewissern, dass der Ort wirklich existiert. Ich habe mir auch einen Teil der Straße zeigen lassen, um zu kontrollieren, dass die Wohnung tatsächlich in der angegebenen Lokalisation ist.

Den Vertrag im Voraus kennen: Als ich mich für die Wohnung entschieden habe, bat ich den Vermittler, mir bereits vorab den Vertrag zu schicken. So konnte ich mir anschauen, ob dieser noch Überraschungen bereit hält.

Ein Vertrauensvorschuss

Am Ende kann jedoch aus der Distanz keine vollkommene Sicherheit geschaffen werden und so ist es zu einem gewissen Teil auch ein Vertrauensvorschuss, den ihr geben müsst. Überlegt daher, ob ihr der Person am anderen Ende des Telefonats vertraut: Hat die Person zuverlässig geantwortet? Hat sie sich widersprochen? Ist ihre Firma im Internet zu finden oder ist sie verifizierter Nutzer einer Plattform?

All das sind Fragen, die euch bei der Entscheidung helfen können. Solltet ihr euch aber dennoch nicht wohlfühlen, wartet doch einfach ab!
Ich habe mir viel zu viel Druck gemacht, vor der Abreise eine Wohnung zu finden, da ich erwartet habe, die Wohnungssuche würde länger dauern. Letztlich ist das in Brasilien, aber um einiges leichter als in Deutschland, also kommt erst einmal her und sucht euch eine Wohnung vor Ort!

Die Auflösung: Bin ich zufrieden mit meiner Wohnsituation?

Mit der Hilfe des Vermittlers, mit dem ich bereits als erstes geschrieben habe, habe ich ein Zimmer in einem geteilten Haus in Butantã gefunden. Mit der Lage und dem Zimmer bin ich sehr zufrieden – ich wohne ungefähr zehn Minuten entfernt von der Uni in einer eher ruhigen Straße. Mein Zimmer ist groß und hell. Nach einem Monat werde ich euch einen kleinen Rückblick dazu schreiben, wie Wohnen in São Paulo ist und vor allem was mich am WG-Leben hier überrascht hat – das war nämlich bisher schon so einiges!

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