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Manchmal braucht es nur eine Fähre, um die Perspektive zu wechseln.

Einmal raus aus Athen. Erasmus wirkt in den ersten Wochen oft wie eine Auszeit oder fast sogar schon Urlaub, aber wer länger bleibt, merkt schnell: Es ist kein Urlaub, sondern ein neuer Alltag in einem fremden Land. Nach einer intensiven ersten Woche habe ich spontan mit einer Gruppe von acht Leuten die Fähre nach Mykonos genommen. Wie wir das organisiert, finanziert und erlebt haben, erzähle ich euch in diesem Blog.

Nach einer Woche wollte ich einfach von Athen mal weg. Die Stadt ist wirklich riesig, laut und chaotisch, und was liegt da nicht näher als auf eine der griechischen Inseln zu fahren? Ich wusste aber nicht genau mit wem und auf welche von den 200 bewohnten Inseln überhaupt. Ich wollte Sonne, Meer und auch ein bisschen shoppen. Da stand auf einmal meine Mitbewohnerin vor mir und hat mich gefragt, ob ich mit ihr und noch sechs anderen von ihrer Uni nach Mykonos möchte, da noch ein Bett frei sei. Das Schöne am alleine im Ausland ist die Freiheit, du kannst alles machen, was du willst, zu allem „JA“ sagen und es einfach ausprobieren. So habe ich zugestimmt und im nächsten Moment war auch schon die Fähre gebucht und am nächsten Tag saßen wir auf der Fähre nach Mykonos. 

Meine ersten Annahmen von der Insel war Luxus pur, „da passen wir als Erasmus Studenten doch gar nicht rein, oder?“. Und es stimmt, teuer kann es sein, aber mit der richtigen Planung geht es auch etwas günstiger. Ich hatte die Befürchtung, dass immer und überall nur Partys sind und laute Musik, aber das ist nur das Nachtleben. Am Tag sind die schmalen weiß-blauen Gassen von Mykonos wirklich so schön wie auf den Bildern, die man immer im Internet sieht.

Fähre und Unterkunft

Unsere Reise startete am Hafen Piräus, vom Zentrum in Athen sind das ca. 40 Minuten mit der grünen Metro (pro Strecke kostet das 1,20 Euro pro Person, als Student hast du aber dein Studententicket, das ist vergleichbar mit der Semesterticket, sodass du auf einem längeren Zeitraum sehr wenig bis kaum etwas für die Strecken bezahlst). Wir haben die Blue Star Ferry gebucht, das ist auch für die Strecke die günstigste und schnellste Verbindung auf dem Wasser. Die Fahrt dauerte um die fünf Stunden, das war mir anfangs gar nicht so bewusst, dass die Insel über den Wasserweg dann doch ziemlich weit entfernt war. Die Preise für ein Passagierticket starten bei etwas 43 Euro pro Strecke, wobei in der Hauptsaison deutlich höhere Preise möglich sind. 

Wir hatten das Glück, dass wir uns eine super zentrale Unterkunft leisten konnten, weil wir diese durch uns acht teilen konnten, so hat jeder 63 Euro für die zwei Nächte zahlen müssen. Auf einer Insel wir Mykonos sind das Traumpreise.

Mit dem Taxi vom Hafen zur Unterkunft war es eine 10-Minuten Fahrt für 25 Euro. Da war der erste Punkt, bei dem ich gemerkt habe, dass Mykonos ziemlich teuer ist und noch werden wird.

Die Unterkunft war super angenehm und schön, aber funktional eingerichtet. Wir hatten noch eine kleine Terrasse direkt vor unserer Haustür und eine kleine Dachterrasse. Zum Zentrum von Mykonos-Stadt sind wir nur fünf Minuten zu Fuß gegangen und fanden uns die ganze Zeit zwischen den typischen weißen Gassen wieder. 

Ticketschalter von der Blue Star Ferry, besser: Online kaufen.
Ticketschalter von der Blue Star Ferry direkt am Hafen. Es ist aber schlauer online zu buchen!

Gruppe und Freunde

Die Gruppe hat sich zufällig gefunden. Der eine kannte den einen, der anderen die andere und auf einmal wurden aus acht einzelnen Personen eine Gruppe. Wir kamen aus den unterschiedlichsten Ländern: Italien, Niederlande, Frankreich und Tschechische Republik. Ich war besorgt, dass wir nicht harmonieren.

Natürlich war nicht alles perfekt, acht Menschen bedeuten acht Meinungen. Unsere Gruppe hat sich am Tag halbiert und jeder konnte das machen was für einen selbst am angenehmsten war. Abends haben wir immer wieder zueinander gefunden und haben unser Abendessen und die Nachtaktivität geplant. Da waren wir uns eigentlich ziemlich schnell einig: Wir gehen tanzen. 

Freizeit und Nachtleben

Mykonos gilt als die Partyinsel von Griechenland. In Mykonos-Stadt ist alles super eng beieinander. Es ist gar nicht möglich, mit dem Auto oder dem Fahrrad zu fahren, deswegen kann man einfach von Bar zu Bar ziehen.

Einer der bekanntesten Clubs auf Mykonos ist der Scandinavian Bar & Club, den es seit den 1970er Jahren auf der Insel gibt. Er gehört zu den ältesten und bekanntesten Locations auf Mykonos. Er liegt mitten in der Mykonos Stadt. Der Eintritt war frei und die Preise für die Drinks sind bei 10-15 Euro, für Cocktails etwas mehr.

Schild und Ausblick auf die Scandinavian Bar und Disko
Blick auf die Scandinavian Bar und Disko. Letztes Wochenende der Hauptsaison.

Die Saison auf Mykonos dauert normalerweise von Anfang Mai bis Mitte/Ende Oktober. Dann schließen viele Bars und Clubs für den Winter und wir hatten sehr viel Glück. An unserem zweiten und somit auch schon letzten Abend war das Closing (3.-5. Oktober 2025). Also genau das letzte Wochenende der Saison, ab dann wird das Nachtleben deutlich ruhiger. Achtet darauf, wenn ihr vor habt in der Nebensaison nach Mykonos zu fahren und immer noch gute Stimmung erleben wollt. 

Mykonos ist zwar berühmt für das Nachtleben, aber tagsüber gibt es auch unglaublich viel zu erleben. Es gibt 25 Strände, von laut bis ruhig. Je früher ihr am Tag in Mykonos Stadt unterwegs seid, desto leerer ist es: Perfekt für die besten Fotos ohne Touristenmassen. Nebenbei kommt ihr immer an kleinen Boutiquen vorbei. Und ich muss zugeben, dass ziemlich viele Klamotten super verlockend waren, aber sobald der Laden keine Preisschilder hat, wusste ich, dass das garantiert nicht meinem Budget entsprechen wird. Trotzdem gibt es auch viele Läden, die gerade am Saisonende vieles reduziert hatten.

Die weißen Windmühlen von Kato Mili  gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel, besonders schön im Abendlicht, wenn der Wind übers Meer zieht. Gleich daneben liegt Little Venice, wo die bunten Balkone direkt über dem Wasser hängen, ebenfalls ein perfekter Ort für den Sonnenuntergang. Auch die Kirche Panagia Paraportiani in Mykonos-Stadt sollte man sich anschauen, sie ist eines der meistfotografierten Bauwerke Griechenlands. Und zwischendurch lohnt es sich einfach, durch die engen Gassen zu laufen, Katzen zu beobachten und sich treiben zu lassen.

Wetter und Jahreszeit

Es war schon Oktober, trotzdem war es noch richtig warm, tagsüber um die 25 Grad, und das Meer hatte noch angenehme Badetemperatur. Nur abends wurde es ein bisschen frischer, sodass ein Pullover gereicht hat. Ich fand die Jahreszeit perfekt, weil es deutlich ruhiger war als im Sommer, aber trotzdem noch alles offen hatte. Die Strände waren fast leer, und die Gassen in Mykonos-Stadt wirkten plötzlich ganz anders. Der Wind hat zwischendurch ordentlich gepustet, aber das gehört hier einfach dazu. Wer eher auf volle Clubs, Hitze und Partystimmung steht, sollte im Juli oder August kommen. Für alle, die Sonne, Meer und ein bisschen Ruhe wollen, ist der Herbst ideal, günstiger, entspannter und mit einem Hauch von Nachsaison-Magie.

Persönlicher Abschluss

Der Wochenendstrip hat mir vor allem eines gezeigt. Es lohnt sich „Ja“ zu sagen und immer wieder neue Sachen zu erleben. Es war sehr angenehm aus dem lauten Hauptstadttrubel rauszukommen und das Griechenland zu sehen, das ich mir vorgestellt habe. Mit einer komplett neuen Freundesgruppe zu reisen war kein Problem. Das Wichtigste ist, das man offen ist und nicht zu viel plant, in einer großen Gruppe geht der Plan eigentlich nie so auf wie man möchte und zufällige Pläne sind nach meiner Erfahrung eh immer besser. Aber das Beste an so einem Wochenende war meiner Meinung nach, dass die Gespräche über „Hey, wie geht es dir?“, „Wo kommst du her?“ und „Was studierst du?“ endlich hinaus gingen.

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