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So finanzierst du einen Master an einer Business School in China

So finanzierst du einen Master an einer Business School in China

Im Ausland zu Studieren kostet Geld, auch in China. Aber mit welchen Kosten solltest du rechnen, wenn du deinen Master an einer der namhaften Business Schools in China absolvieren möchtest? Auf welchen Wegen kannst du dein Studium finanzieren?

Das Thema Finanzierung ist lästig, aber am Ende doch entscheidend für die Realisierbarkeit deines Vorhabens. Du solltest dir daher frühzeitig über dein Budget und deine Möglichkeiten im Klaren sein. Neben den Studiengebühren sind die Lebenshaltungskosten zu berücksichtigen, die sich bei einem ganzen Studium schnell zu einem beachtlichen Betrag summieren können. Ich möchte dir in diesem Beitrag sowohl einen realistischen Überblick über die Kosten, als auch über die Finanzierungsmöglichkeiten geben.

Kosten

Studiengebühren einer Business School in China

Ein Studium an einer Business School kann auch in China sehr schnell sehr kostenintensiv werden. Zwar sprechen wir noch nicht von amerikanischen Verhältnissen, für einen jungen Menschen sind die Studiengebühren allerdings trotzdem meistens nicht einfach zu bezahlen. In meinem Fall – ich besuche das Antai College of Economics and Management – würde mich das zweijährige Studium 120.000 RMB (etwa 15.500 €) an Studiengebühren kosten. Ich habe allerdings ein Vollstipendium, weshalb mir die Studiengebühren erlassen werden (unten mehr zum Thema Stipendium). Beim Antai College of Economics and Management handelt es sich je nach Ranking bereits um eine der besten oder sogar der besten Business School in der Asia-Pacific Region. Wer es allerdings noch exklusiver haben möchte, kann sich auch die Masterprogramme der CEIBS  in Shanghai angucken, die bei 52.000 € Studiengebühren starten.

Gebäude im historischen Stil
Auf dem Campus der Shanghai Jiao Tong Universität wurde chinesische Geschichte geschrieben. Nicht nur haben hier viele erfolgreiche Geschäftsleute studiert, auch befinden sich viele historische Gebäude auf dem Campus.

Lebenshaltungskosten und Wohnen

Studiengebühren sind das eine, das andere sind Lebenshaltungskosten. Diese können in China stark variieren und hängen natürlich auch vom individuellen Lebensstil ab. So fallen in den internationalen Großstädten wie Shanghai, Beijing oder Shenzhen deutlich mehr Kosten an, als in kleineren Städten. Allgemein würde ich sagen, dass bei einem moderaten Lebensstil 200 € pro Monat für Essen und alle möglichen Kleinigkeiten einzuplanen sind. Hinzu kommt das Thema Wohnen, das ganz von der individuellen Situation abhängt. So gibt es Studentenwohnheime sowie die Möglichkeit eines eigens gemieteten Apartments. Für ein eigenes Apartment solltest du in Shanghai mit etwa 400 € im Monat rechnen. Es lohnt sich allerdings, die Kosten zu vergleichen. Ich wohne in einem eigenen Apartement mit einer top Lage zur Universität und zahle hierfür nur 100€ im Monat mehr.

Zusammenfassung und zusätzliche Kosten

Werden die Kosten für Studiengebühren und 24 Monate Lebensunterhalt summiert, komme ich auf rund 30.000 €. Hinzu kommen Kosten für eine internationale Krankenversicherung (ca. 600 € pro Jahr), Flüge für An- und Abreise sowie mindestens einen Heimatbesuch (ca. 1200 €), Visum (ca. 130 €), Bewerbungsgebühren für die Universität (ca. 120 €), Gesundheitscheck in China und Deutschland (ca. 200 €) und so weiter. Bei einem solchen Vorhaben solltest du lieber etwas großzügiger planen, da du nie genau weißt, was dich erwartet. In Summe solltest du daher in Städten wie Shanghai oder Beijing mindestens mit 35.000 € für dein Masterstudium rechnen.

Nicholas in den Straßen von Shanghai
Der Vorteil an einem Apartment in der Innenstadt ist die Mobilität. Wenn ich mal nichts für die Uni machen muss, erkunde ich gerne die Stadt! Im Hintergrund ist übrigens das zweitgrößte Gebäude der Welt zu sehen, der Shanghai Tower.

Finanzierungsmöglichkeiten

Meine drei Finanzierungsoptionen

Alle Kosten aufzuzählen ist das eine, die passende Finanzierung zu finden ist die deutlich anspruchsvollere Aufgabe. Ähnlich wie bei den Kosten gibt es hier verschiedene Szenarien, die jeweils von deiner persönlichen Situation abhängen. Vorweg ist es mir wichtig zu erwähnen, dass du in China während deines Studiums nicht jobben und Geld verdienen darfst. Auch Praktika werden anders vergütet, als es in Deutschland üblich ist. Ich hatte daher für mich diese drei Optionen herausgearbeitet. Da ich im Inneren aber eine schwäbische Hausfrau bin, wollte ich die Option Bildungskredit möglichst vermeiden.

  • Stipendien
  • Bildungskredite
  • Ersparnisse

Die Ersparnisse machen bei mir ca. 50 % der Finanzierung aus. Ein Stipendium stellt die anderen 50 %. Da ich mein Bachelorstudium als dualer Student absolviert habe, konnte ich frühzeitig diesen finanzielle Puffer aufbauen. Mir war wichtig, das Vorhaben aus eigener Kraft zu finanzieren.

Wichtig: Ich bin kein Profi was das Thema Auslands-Bafög angeht. Ich erinnere mich aber, dass ich das Thema ausgeschlossen habe, da es sich bei mir um einen kompletten Master in China handelt. Du solltest dies aber noch mal überprüfen.

Eingang zum Antai College
Dies ist der Eingang zum modernen Gebäude des Antai Colleges of Economics & Management.

China-Stipendien – Beispielsweise vom DAAD

Es gibt in Deutschland einige China-Stipendien. Um ein passendes für dich zu finden, kannst du einen Blick in den Stipendienführer des DAAD werfen. Ich persönlich habe das Jahresstipendium für Graduierte aller wissenschaftlichen Fächer vom DAAD erhalten. Um dies schon mal vorweg zu nehmen: Es war definitiv nicht einfach, dieses Stipendium zu bekommen. Von dir werden sowohl gute akademische Leistungen als auch soziales Engagement gefordert. Meiner Einschätzung nach aber am ausschlaggebendsten ist, dass du Leidenschaft und eine Vision zeigst. Das Stipendium ist kein Selbstgänger, aber der Aufwand lohnt sich!

Was kann ich von einem Stipendium erwarten? Befreiung von Studiengebühren!

Die Träger des jeweiligen Stipendiums zahlen dir entweder eine monatliche Rate oder eine einmalige große Zahlung. Neben einer ausreichenden monatlichen finanziellen Unterstützung, übernimmt das DAAD-Stipendium für mich die Raten für eine private Auslandskrankenversicherung und Reisekosten. Zusätzlich steht mir das China-Team des DAAD zur Seite, das mich bei wichtigen organisatorischen Fragestellungen stark unterstützt hat. Nicht zu vergessen ist auch die Vernetzung der DAAD-Stipendiaten untereinander.

Das DAAD China-Stipendium setzt sich aus dem deutschen Stipendium und einem chinesischen Stipendium des Chinese Scholarship Council zusammen. Der wohl wichtigste Punkt hierbei: Mir werden die kompletten Studiengebühren erlassen! Da dies in meinem Fall ein Erleichterung um 15.500 € bedeutet, solltest du auf jeden Fall über das DAAD-Stipendium nachdenken, wenn du in China deinen Master absolvieren möchtest.

Ich hoffe, ich konnte dir in diesem Artikel einen groben Eindruck über die zu erwartenden Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten geben. Natürlich ist die Liste noch nicht vollständig und man könnte noch viel mehr über die einzelnen Punkte berichten, aber ich möchte den Artikel auch nicht sprengen. Ich freue mich daher sehr, wenn du mir bei weiterem Interesse eine Frage in den Kommentare schreibst! 🙂

Kommentare
  1. Peter

    13. November 2018

    Hallo Nick,

    vielen Dank für den Beitrag!

    Kannst du was zur Take-Rate am Antai sagen? Wie stehen die Chancen für Selbstzahler mit einem 2er Schnitt?

    1. Nicholas Breitkreuz

      14. November 2018

      Hey Peter (oder Nils),

      Das Antai College hatte früher die Policy möglichst viele Studenten aufzunehmen, daher lag die Quote bei 1/2. Seit meinem Jahrgang wurde dies geändert und es wird versucht die Zahl der Studenten auf um die 40 zu begrenzen. Daher lag bei mir die Quote bei 1/4. Aber keine Panik, als Deutsche Studenten sind in Shanghai sehr gefragt, daher solltest du mit deimen Schnitt und einer aussagekräftigen Bewerbung (inkl. Interview) gute Chancen haben!

      Beste Grüße,
      Nicholas

  2. Susanne Arlt

    21. Oktober 2018

    Lieber Nick,
    Ich bin sehr beeindruckt von deinen Ausführungen! Sie lesen sich leicht, interessant und informativ. Sicher kannst du so manchen Interessenten motivieren. Weiter so!
    Liebe Grüße, Mama

  3. Heike Weichler

    27. September 2018

    Hallo Nick,
    großartig, was Du da alles zusammengestellt hast. Ich fühle mich umfassend informiert und finde spannend, was Du machst. Deine Informationen und Tipps werden hoffentlich viele Interessenten motivieren, es Dir nachzumachen. Viel Erfolg für Dich!

    Heike Weichler aus Hamburg

    1. Nicholas Breitkreuz

      27. September 2018

      Liebe Heike,

      Vielen Dank für deine netten Worte aus Hamburg! Ich freue mich sehr, dass dir mein Blog gefällt und hoffe du schaust ab und zu nochmal rein 🙂

      Beste Grüße aus Shanghai
      Nicholas

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