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Mein Forschungspraktikum im Ernährungsinstitut

Mein Forschungspraktikum im Ernährungsinstitut

Seit acht Wochen lebe ich nun in Neuseeland. Die Hälfte meines Forschungspraktikums ist damit schon vorbei. Es ist an der Zeit, dir zu erzählen, was ich hier eigentlich mache und wie es mir gefällt.

Hannah Im Labor
Eine meiner vielen Aufgaben während des Praktikums: Pipettieren im Labor.

Mein Praktikumsplatz

Mein Forschungspraktikum mache ich in der „Human Nutrition Unit of Auckland “. Das ist das Ernährungsinstitut der Universität.
Besonders interessiert sich das Institut für die Krankheit
Diabetes mellitus Typ 2„, denn die Zahl an erkrankten Menschen wächst immer weiter. Gründe dafür sind eine schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung, aber auch genetische Veranlagung.

Zu dieser Krankheit gibt es viele offene Fragen. Eine Leitfrage für das Institut ist, ob es spezielle Nahrungsmittel gibt, die einen schützen können. Um Antworten zu finden, werden hier zur Zeit zwei klinische Studien durchgeführt.

Meine Aufgaben

Kurz nach meiner Ankunft ist die neue Klinische Studie am Instut gestartet. 100 Studienteilnehmer werden über drei Monate mit einem Nahrungsergänzungsmittel versorgt. Während dieser Zeit werden ihr Blut und andere Marker untersucht. Dazu gehört immer eine lange Vor- und Nachbereitung, damit während des Besuches alles glatt läuft. Diese findet vor allem im Büro statt. Besonders gerne helfe ich bei der Arbeit mit den Teilnehmern, es macht mir Spaß mit ihnen zu reden, ihre Fragen zu beantworten und sie während ihres Besuches zu begleiten. Ein weiterer Aufgabenbereich für mich ist die Arbeit im Labor. Dort kümmere ich mich um die Nachbereitung der Blutproben, damit sie anschließend auf ihre wichtigen Bestandteile untersucht werden können.

Zentrifuge
Bevor das Blut untersucht werden kann, muss es erst einmal zentrifugiert werden.

Mein Fazit

Ich hatte zu Beginn meines Praktikums große Bedenken, dass ich vielleicht nicht genug Wissen und Erfahrungen mitbringe, um dem Instut eine Hilfe zu sein. Das war totaler Quatsch! Schon nach ein paar Tagen habe ich gemerkt, dass mir die Arbeitsmethoden bekannt vorkommen und ich über die Themen ganz gut Bescheid weiß. Auch meine Arbeitskollegen im Institut haben das relativ schnell realisiert und so war ich nach nur einer Woche verantwortlich für das Laborgeschehen. Ein echt tolles Gefühl, so viel Vertrauen entgegen gebracht zu bekommen! An dieser Stelle muss ich ein großes Lob an meine Uni in Deutschland loswerden: Die vielen Übungen und Praktika im Labor der Uni Greifswald haben sich wirklich ausgezahlt, und ich bin erstaunt, wie gut ich auf den Forschungsalltag vorbereitet war!

Ich hatte außerdem erwartet, in diesen Wochen mit neuem Wissen überhäuft zu werden und vor allem bezüglich der Krankheit Diabetes viel Neues zu lernen. Ich muss sagen, dass sich dieses neue Wissen in Maßen hält. Mit Ausnahme von einem Bereich: dem Ablauf einer klinischen Studie. Oh ja! Was das angeht, habe ich wirklich sehr viel gelernt und für mich mitgenommen. Es ist unglaublich, wie viel (vor allem Büro-) Arbeit hinter einer klinischen Studie steckt. Ich habe auf jeden Fall großen Respekt vor Wissenschaftlern gewonnen, die sich der Forschung verschrieben haben. Es braucht viel Geduld, Ausdauer und Nerven, um eine Studie erfolgreich durchzuführen.

Eine weitere Erwartung, die ich an das Praktikum hatte, war (natürlich), mein Englisch zu verbessern, vor allem wenn es um das naturwissenschaftliche Themen geht. Hinter diesem Punkt kann ich für mich drei Kreuze machen. Schon nach ein paar Wochen merkte ich erste Verbesserungen und mittlerweile weiß ich schon gar nicht mehr, ob ich auf Deutsch oder Englisch denke.

Was habe ich durch das Praktikum für mich gelernt?

Wie gesagt bereitet mir besonders die Arbeit mit den Teilnehmern große Freude. Zu sehen, wie eine klinische Studie abläuft, finde ich auch interessant, jedoch schreckt mich die Arbeit im Labor und am Schreibtisch etwas ab. Das Thema Ernährung und die damit verbundenen Krankheiten finde ich immer noch super spannend. Nun stellt sich für mich natürlich die Frage, wie ich mein Studium und meine Zukunft weiter auf die Arbeit mit Menschen lenken kann. Ich habe zwar schon ein paar Ideen, aber wer weiß, wohin es mich am Ende verschlägt …

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