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Studieren in Pandemiezeiten und die ersten Wochen Online-Unterricht

Studieren in Pandemiezeiten und die ersten Wochen Online-Unterricht

In Pandemiezeiten in Mexiko studieren? Die ersten Wochen Online-Unterricht sind vorbei, ich ziehe eine erste Bilanz und stelle meinen Campus vor.

Die Pandemie hat uns nach wie vor noch fest im Griff. So auch hier in Mexiko. Als ich meine Bewerbung letztes Jahr im Dezember abschickte, hoffte ich sehr darauf, dass sich die Lage innerhalb eines dreiviertel Jahres deutlich bessern würde. Doch schon als ich die Zusage im Frühjahr erhielt, war klar, dass das Auslandssemester nur unter bestimmten Bedingungen stattfinden wird. So musste ich mich zunächst dafür entscheiden, ob ich den Online-Unterricht vor Ort oder von Deutschland aus in Anspruch nehmen möchte. Zudem wurde nur der Hauptcampus in Monterrey für uns Auslandsstudent*innen zugänglich gemacht. Das heißt, man konnte nicht mehr frei wählen, an welchen Campus man gehen möchte. Außerdem wurde eine bestimmte Auslandskrankenversicherung in Mexiko Voraussetzung für den Aufenthalt am Tec de Monterrey. All diese Bedingungen dienen dazu, die Pandemie besser in den Griff zu bekommen und uns Auslandsstudent*innen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Trotz all der Voraussetzungen war für mich klar, dass ich mein Auslandssemester vor Ort erleben möchte. Denn nur so kann man meiner Meinung nach tief in die Kultur eintauchen und das Land samt all seinen Facetten kennenlernen. Wichtig ist dabei natürlich, dass jeder die vorgegebenen Vorschriften und Regeln beachtet und respektvoll mit der aktuellen Situation umgeht.

Coronaregelungen in Mexiko

Mexiko verfügt über ein Ampelsystem mit vier Stufen, das über die Corona-Verordnung je nach Lage der Region bestimmt. Die vier Stufen sind folgende: Grün (niedriger Inzidenzwert), Gelb, Orange und Rot (hoher Inzidenzwert). Das Ampelsystem wird wöchentlich an die aktuelle Lage angepasst.

Schon als ich in Monterrey angekommen bin, hat sich die Corona-Lage speziell in der Region Nuevo León verschlechtert. Leider befindet sich das Gebiet auch aktuell noch im roten Bereich. Das ist auch der Grund dafür, dass ich noch nicht allzu viel von der Stadt sehen konnte, denn Parkanlagen und Touristenattraktionen bleiben vorerst geschlossen. Ab nächster Woche sollen jedoch einige Attraktionen im Freien, die bisher geschlossen waren, wieder für Besucher zugänglich gemacht werden. Darüber freue ich mich natürlich sehr, denn ich möchte die Gegend so gut es geht erkunden.

Der Campus in Monterrey

Auch die Universität hat verschiedene Sicherheitsvorkehrungen getroffen. In der ersten Woche fand alles nur online statt. Ab der zweiten Woche konnte man den Campus unter Beachtung verschiedener Kriterien betreten. Die Student*innen, die hybriden Unterricht wählten, konnten ab der zweiten Woche wieder in die Uni zurückkehren. Für mich wird der Unterricht voraussichtlich das komplette Semester lang online bleiben, da in meiner Fachrichtung relativ wenige hybride Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Der Grund für meinen allerersten Besuch am Campus war tatsächlich ein Corona-Test – eine weitere Sicherheitsvorkehrung der Universität. So hatte ich die Möglichkeit, schon in der zweiten Vorlesungswoche den Campus zu betreten und zu erkunden. Um auf den Campus zu kommen, müssen nämlich bestimmte Kriterien erfüllt sein. Zum Beispiel muss man über einen gültigen QR-Code verfügen, der den Eintritt in das Universitätsgelände zulässt. Dafür füllt man an dem Tag, an den man auf den Campus möchte, einen Gesundheitsfragebogen in einer App aus. Je nach Angaben wird geprüft, ob der Zugang für den Tag gewährleistet wird oder nicht.

Dadurch, dass der Campus in Monterrey der Hauptcampus ist, umfasst er zum einen ein sehr großes Areal und verfügt zum anderen über sehr schöne Gebäude und Parkanlagen. In den Parks gibt es nicht nur viele Sitzmöglichkeiten und Orte für kleine Pausen, sondern vor allem auch viele Tiere, wie zum Beispiel Pfaue, Enten oder Katzen, die frei auf dem Gelände herumlaufen. Insgesamt war ich von dem Campus sehr beeindruckt, denn man merkt, dass das „TEC“ sehr viel Wert auf den Ausgleich zwischen Uni und Freizeit und auch die mentale Gesundheit der Student*innen legt. So wurde beispielsweise eine Zone zur Reflektion und Meditation für das eigene Wohlbefinden neu errichtet.

Ein wunderbarer Ort zum Lernen ist die Bibliothek des Campus. Die Plätze sind sehr begehrt und momentan in Zeiten der Pandemie auch auf eine bestimmte Personenanzahl begrenzt. Die Bibliothek ist ein toller Rückzugsort und es tut auch sehr gut, an den Vorlesungen nicht nur von zu Hause aus teilzunehmen.

Meine Kurswahl am TEC de Monterrey

In Deutschland studiere ich das Fach „Medienkonzeption“ an der Hochschule Furtwangen. Hier am TEC belege ich insgesamt nur zwei Wahlfächer. Neben dem Fach „Identidad y cultura mexicana“, mexikanische Identität und Kultur, belege ich noch das Fach „Diseño y producción de narrativas audivisuales“, Design und Produktion audivisueller Erzählweisen. Beide Fächer sind komplett auf Spanisch und finden jeweils eineinhalb Stunden zweimal pro Woche statt. Außerdem konnte ich noch zwei Aktivitäten wählen, die ich auch jeweils drei Stunden pro Woche besuche. Bei den Aktivitäten habe ich mich für Yoga und einen mexikanischen Kochkurs entschieden.

Zu meinem Glück findet wenigstens der Yoga-Kurs einmal die Woche in Präsenz statt. Für sportliche Aktivitäten gibt es das sogenannte Wellness-Center, das von einer großen Schwimmhalle über ein Fitnessstudio bis hin zu einigen Mehrfachsporthallen ausgestattet ist.

Das Wellness-Center durfte ich diese Woche kennenlernen und zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder einen Kurs in Präsenz besuchen! Die Euphorie war und ist immer noch sehr groß und ich konnte mit viel neuer Energie ins Wochenende starten. Auch bei den Kursen in Präsenz stehen die Sicherheitsvorkehrungen an erster Stelle und die Maske immer zu tragen, ist Pflicht. Trotz alledem freuen wir Student*innen uns sehr, wieder langsam, aber sicher, in die Unis zurückkehren zu dürfen, denn es entsteht einfach ein ganz anderes Zusammengehörigkeitsgefühl in Präsenz als vor dem Bildschirm. Ich freue mich auf weitere Tage, die ich auf dem Campus verbringen darf. ¡Hasta luego!

 

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