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Abenteuer Sprachkursorganisation

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Ich möchte in Palermo meine (bescheidenen) Italienisch-Kenntnisse verbessern. Im Rahmen des Erasmus-Programms kann man einen kostenlosen Sprachkurs im Ausland besuchen. Warum ich auf einen kostenlosen Kurs in der Uni bestehen musste und wie die italienische Post ein gutes Geschäft mit mir gemacht hat.

Der Sprachkurs wird in einem eigenen Sprachenzentrum der Universität Palermo angeboten. Vom Mitarbeiter des International Office wurde mir geraten, dort persönlich hinzugehen, da sie wohl nur sehr sporadisch auf Mails antworten. Gesagt, getan.

Drei Tage hintereinander umsonst zur Uni gelaufen

Leider war dort Montag und Dienstag niemand, anders als im Internet und an der Bürotür selbst (!) angegeben. Die Pförtnerin verwies mich ebenfalls immer auf den nächsten Tag, so z.B. auf Mittwoch-Nachmittag. Geistesgegenwärtig war ich jedoch schon morgens da. Und siehe da, es war jemand da. Die Mitarbeiterin konnte allerdings kein Englisch und verwies mich deshalb auf die morgige Sprechstunde, die extra für Erasmus-Studierende sei. Allerdings konnte auch die Mitarbeiterin am nächsten Tag kein Wort Englisch, sodass ich meine organisatorischen Fragen zum Sprachkurs mit meinen bescheidenen Italienisch-Kenntnissen klären musste. Sie bot mir direkt einen Sprachkurs für die nächste Woche an. Dieser sei ein Intensivkurs und würde 300 € kosten. Da ich jedoch wusste, dass ich als Erasmus-Student einen kostenlosen Sprachkurs bekommen musste, fragte ich danach. Dieser würde erst in einem Monat starten und wäre sogar über Ostern, wenn eigentlich Ferien sind. Und der Intensivkurs sei sowieso viel besser, ich sollte diesen wählen. Die Situation fand ich sehr befremdlich, da es sich hier ja um eine offizielle Mitarbeiterin der Uni handelte, die versuchte, mir den teuren Sprachkurs quasi zu verkaufen. Nunja, ich werde (hoffentlich) in den nächsten Tagen Informationen bekommen, wann ich meinen kostenlosen Sprachkurs besuchen kann. Vorher, so viel weiß ich schon, werde ich einen Sprachtest absolvieren müssen, um einzuschätzen, für welches Niveau ich geeignet bin.

10 Euro für einen Brief nach Deutschland?

Nachdem ich mich für den kostenlosen Sprachkurs angemeldet hatte, ging ich zum nächsten Post-Office. Ich musste noch einen Brief nach Deutschland schicken und dachte, ich kann einen Umschlag wie in Deutschland einfach in der Post selbst kaufen. Fehlanzeige. Nachdem ich eine Wartemarke gezogen hatte und endlich dran kam, wurde mir mitgeteilt, dass ich einen Umschlag in einem nahegelegenen Tabacchi kaufen müsste. Natürlich auf Italienisch, weshalb ein anderer Kunde der Post als Übersetzer einsprang.

Jedoch hatte keiner der drei nächsten Tabacci einen Briefumschlag. Ich ging in meine Verzweiflung also zurück zum Sprachenzentrum der Uni und fragte die Mitarbeiterin dort, ob Sie mir einen Briefumschlag leihen könnte. Netterweise gab Sie mir einen. Wie sich dann herausgestellt hat, hat der Übersetzer in der Post mir das falsche Wort für Briefumschlag mitgeteilt, daher hatte ich vorher wohl keinen Erfolg. Zurück in der Post hieß es dann erneut eine Wartemarke ziehen, den Briefumschlag richtig beschriften und schließlich bezahlen. Als die Kasse 10 € anzeigte, fragte ich sicherheitshalber nach, ob das nicht zu hoch sei. Auf Italienisch antwortete mir der Angestelle, dass dies seine Richtigkeit hätte. Gutgläubig bezahlte ich das Porto, der Brief kam auch in Deutschland an. Als ich die Geschichte jedoch meinem Mitbewohner erzählte meinte er, dass das Porto zu hoch sei. Wahrscheinlich hatte der Mitarbeiter die Post als Priority verschickt, daher sei der zu hohe Preis zustande gekommen. Falls ich also nochmal einen Brief verschicken muss, werde ich darauf achten, dass ich den ganz normalen Versand für 3,50 € benutze. Im Idealfall kann ich das nach dem Sprachkurs auch schon auf Italienisch.

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