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Ein spanisches Semester im Schnelldurchlauf

Ein spanisches Semester im Schnelldurchlauf


Mein Semester in Spanien hat einen etwas anderen Ablauf als unser bekanntes „deutsches“ Semester. Am Anfang dachte ich, ich wäre von Februar bis Ende Juli an der Uni, aber das hat sich ganz schnell geändert. Von der Suche nach den Semesterzeiten bis zu den Prüfungsformen möchte ich euch in diesem Beitrag erzählen.

Die Semesterzeiten an meiner Heimatuniversität sind mir ziemlich geläufig und ich habe mich gefragt: Wann beginnt mein Semester an der Universidad de Málaga (UMA)?  Kurz vor Beginn meines Semesters hab ich den konkreten Plan dann gefunden. Das International Office der UMA hat uns international Studierende dann noch zu einer ersten Infoveranstaltung eingeladen und daher wusste ich dann doch ziemlich schnell, wann es losgehen würde.

Mein Stundenplan, die Kleingruppen und ich

Ich habe meinen Platz an der UMA über ERASMUS+ bekommen und hab mich schon im Voraus über die Kurse der Uni informiert. Ich habe mir also viele Kursbeschreibungen durchgelesen, bei einigen habe ich durchgeblickt, bei anderen nicht und schließlich habe ich Kurse ausgewählt, die mir gefallen könnten. Als ich dann meinen Stundenplan endgültig erstellen musste, waren immer noch viele Fragen offen: Was sind denn GG, GGA/GGB oder GR1,….? Wie weiß ich, zu welcher Gruppe ich gehöre?

Auf den Seiten des International Office fand ich zum Glück die Information, dass ich meine Gruppen einfach so auswählen kann. Das kam mir auch ganz gelegen, da ich Kurse aus verschiedenen Semestern belege und dann auch noch von unterschiedlichen Fakultäten. Als mein Stundenplan dann fertig war, war ich sehr zufrieden: Ich hatte freitags frei und eigentlich nie vor 10 Uhr einen Kurs.

Vorlesungsbeginn: Wann bin ich da?

Da ich mit dem Bus zur Universität gefahren bin, war ich meist schon zehn bis 15 Minuten eher da. Dann habe ich oft mit anderen Studierenden vor dem Raum gewartet, da dieser entweder noch durch einen anderen Kurs belegt war oder die Dozierenden noch nicht da waren. Manchmal hab ich dann beobachtet, dass einige der Studierenden ihre Sachen schon in den Raum gelegt haben, aber trotzdem draußen gewartet haben. Ein bisschen wie in der Schule oder?

Jumana sitzt im Bus auf dem Weg zur Universität. Sie trägt eine Maske und ihr Rucksack steht neben ihr.
Ich sitze im Bus auf dem Weg zur Universität.

Apropos Thema Schule… Schulklingel und Klassen an der Uni?

Im Gebäude der Facultad de Filosofía y Letras gab es tatsächlich eine Schulklingel. Ist das nicht verrückt? Ich war froh, dass noch nie ein Spruch á la, „Die Stunde beende ich …“ kam. Außerdem habe ich festgestellt, dass die Kurse an sich auch relativ verschult ablaufen. In fast allen Kursen kennen sich die Studierenden, deshalb hab ich nachgefragt und sie haben alle Kurse der GG, GGA oder GGB zusammen, wie in einem Klassenverband. Das ist vor allem bei den Pflichtkursen so und ich fühlte mich ein wenig so, als würde ich in eine neue Klasse kommen.

Das (leidige) Thema Prüfungen…. viel Arbeit während des Semesters oder eine große Arbeit am Schluss?

Ich habe schon im Vorfeld meines Auslandssemesters von einigen Bekannten aus Spanien gehört, dass die Kurse an der Uni anstrengender werden würden. Ich hab damit natürlich schon alleine wegen der „Sprachbarriere“ gerechnet. Aber dann war ich doch überrascht von dem Arbeitspensum.

In allen meinen Kursen wurden am Anfang des Semesters die „Prüfungsformen“ vorgestellt: Evaluación continua oder Trabajo final de curso. Wie die genauen Aufgaben und Abläufe sind, hängt dann natürlich vom Kurs selbst ab. In den ersten Stunden musste ich mich dann in jedem Kurs entscheiden, was ich machen möchte. Ich habe in allen Kursen die Evaluación Continua gewählt, das heißt, es gibt über die Semesterwochen verteilt immer wieder „kleinere“ Aufgaben, die am Ende zur Modulnote zusammengerechnet werden. Zwischendurch gibt es oft schon ein Feedback. Für diese Form muss ich auch bei (fast) jeder Veranstaltung dabei sein. Dort werden die Aufgabenstellungen erklärt und sie werden nicht noch mal per E-Mail oder im Campus Virtual (Lernplattform der Uni) bekannt gegeben. Entweder bin ich eine Einzelkämpferin gewesen, um die Aufgaben zu lösen oder durfte mich mit einer Gruppe durch den Dschungel an Abgaben schlagen. Bei einigen anderen Studierenden habe ich mitbekommen, dass sie Tests innerhalb der Vorlesungszeit schreiben. Ob das auch zur Evaluación Continua gehört, kann ich aber leider nicht sagen.

Die Studierenden machen eine Gruppenarbeit während eines Kurses. Die Studierenden sitzen auf den Bänken und unterhalten sich oder schreiben etwas auf ihren Laptops auf.
Die Studierenden machen eine Gruppenarbeit während eines Kurses.

Bei der Form Trabajo Final de Curso ist es eigentlich nicht wichtig, bei den Kursen dabei zu sein. Das ist wohl ein Arbeitsmodus für Studierende, die nebenher arbeiten, Kinder haben oder aus anderen Gründen verhindert sind, in die Universität zu gehen. Dabei werden auch in der ersten Veranstaltung des Semesters die Rahmenbedingungen erläutert und die genauen Aufgabenstellungen finden sich im Campus Virtual. Wie genau das abläuft, habe ich aber nicht erfahren, da ich mich bewusst dagegen entschieden habe.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Überblick geben. Schreibt mir gerne bei Fragen oder Anregungen auf meinen Social-Media-Kanälen.

¡Hasta luego! Und bis bald!

Eure Jumana

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