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Was ist anders in Island? – Studieren an der Reykjavik University Teil 2

Was ist anders in Island? – Studieren an der Reykjavik University Teil 2

Nachdem es in meinem letzten Blogbeitrag vor allem um die Ankunft an der Reykjavik University ging, schreibe ich heute über die Unterschiede zu meiner Heimatuni. Ich bin sehr froh, in Island ein Semester studieren zu können, es gibt jedoch auch Sachen, die ich vermisse.

Meine Kurse

Einer der Hauptgründe für mich, an die Reykjavik University (RU) zu gehen, war das Kursangebot. Ich studiere Mechatronik, ein nicht sehr verbreiteter Studiengang, an der RU wird er allerdings angeboten. In Zukunft möchte ich mich auf Medizintechnik spezialisieren. Da es an der RU auch einen Studiengang für biomedizinische Technik gibt, hat es für mich perfekt gepasst. Als Erasmus Student kann man seine Kurse meist recht frei wählen. Kurse, mit denen ich Prüfungen an meiner Heimatuni (Karlsruher Institut für Technologie kurz KIT) hätte ersetzen können, gab es kaum. Deshalb habe ich nach Interesse gewählt.

Am meisten gefällt mir der Kurs „Instruments and vital Signs“ in dem Grundlagen der Medizintechnik vermittelt werden. Es ist ein sehr praktischer Kurs. Wir haben zum Beispiel einen Verstärker für ein EKG selber gebaut und dann die Aktivität unseres Herzmuskels gemessen.

Foto mit Kabeln und Oszilloskop.
Foto vom Testen der Verstärkerschaltung für das EKG.

In den meisten Kursen, die ich habe, sind weniger als 20 Studierende. Dadurch ist die Atmosphäre eher wie an einer Schule oder Fachhochschule als an einer Uni. Am KIT habe ich mit den meisten Professoren nie direkt Kontakt gehabt und in den meisten Kursen nur am Ende eine Prüfung geschrieben. An der RU gibt es in fast jedem Fach regelmäßige Abgaben, die einen großen Teil der Note ausmachen. Dadurch hat man während des Semesters deutlich mehr zu tun. Insgesamt würde ich sagen, dass der Arbeitsaufwand höher ist, dafür die Anforderungen etwas geringer, als am KIT.

Alles klein und Familiär

Da die Uni nur knapp 4.000 Studierende hat, treffe ich ständig Menschen, die ich kenne. Für mich war das zu Beginn immer wieder überraschend. An meiner Heimatuni studieren etwa 25.000 Menschen. Zudem ist das KIT eine Campusuni, sodass man sehr selten Freunde durch Zufall trifft. Selbst in einer Vorlesung hat man manchmal Schwierigkeiten, jemanden zu finden. An der RU ist das Gegenteil der Fall – es ist eher überraschend, wenn man niemanden trifft, den man kennt.

Was ich vermisse

Vom KIT bin ich eine große Essensauswahl in der Mensa gewohnt. Für unter drei Euro bekomme ich dort ein ganzes Mittagessen und es gibt mindestens acht unterschiedliche Gerichte. An der RU zahlt man etwa acht Euro pro Mittagessen und es gibt nur ein Gericht mit Fleisch und ein veganes Gericht. Ich muss zugeben, das Essen ist schöner angerichtet und auch ein bisschen aufwendiger. Allerdings finden selbst einheimische Studenten, dass die Mensa doch etwas günstiger sein sollte. Es gibt jedoch auch frei zugängliche Mikrowellen, sodass ich meist Essen von zu Hause mitbringe und aufwärme.

Was sonst anders ist

Was ich vom KIT auch nicht kenne, ist ein spezieller Bereich für Masterstudierende. Für Studierende, die bereits ihren Bachelor abgeschlossen haben, gibt es an der RU spezielle Lernräume und auch Plätze zum Entspannen. Dazu zählt auch Zugang zu Kaffeemaschinen, worum ich die Masterstudierenden ein bisschen beneide.

Insgesamt mag ich die Reykjavik University mit ihrer familiären Atmosphäre sehr. Für mich war es eine perfekte Wahl, hierher zu kommen, bevor ich meinen Bachelor abschieße.

 

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