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Tipps für (d)eine Fernbeziehung

Tipps für (d)eine Fernbeziehung

Die Entscheidung für eine gewisse Zeit ins Ausland zu gehen, um dort zum Beispiel ein Semester oder Praktikum zu absolvieren trifft man in erster Linie alleine. Doch wenn in der Heimat eine Beziehung geführt wird, wird diese Entscheidung in den meisten Fällen auch durch den Partner oder die Partnerin beeinflusst. Wie kannst du trotzdem mit der Entscheidung zur Fernbeziehung umgehen? Im Folgenden teile ich vier Tipps, die dir helfen können.

Dies ist ein Blogartikel, der wahrscheinlich eher diejenigen unter uns betrifft, die trotz einer Beziehung überlegen ein Auslandssemester oder -praktikum zu absolvieren. Diese Entscheidung zu treffen, wenn Zuhause dann noch jemand sein wird, den man selbst auf eine andere Art und Weise liebt, als seine Familie und Freund:innen, kann schwer sein. Diese Entscheidung kann im Herzen wehtun. Diese Entscheidung kann viele Gedanken aufkommen lassen. Damit können ebenso Ängste wie auch Zweifel verbunden sein. Eine Stimme die zum Beispiel fragt, was passiert, wenn man sich in dieser Zeit auseinanderleben sollte? Oder was passiert, wenn der/die Partner:in jemand anderes kennenlernt, sich neu verliebt oder sich „entliebt“? Was wenn mir oder dem anderen etwas zustößt? Und trotz dieser Ängste und Zweifel darf der Entschluss gefasst werden, ein Semester oder Praktikum im Ausland zu verbringen. Und dabei gibt es noch so viele verschiedene Arten und Gründe, weshalb eine Fernbeziehung geführt wird. Manchmal lernt man seinen Freund oder seine Freundin während des Auslandsaufenthaltes kennen und entscheidet sich, die Beziehung auch danach weiterführen zu wollen. 

Paula und ihr Freund Philipp am Strand in ihrem Sommerurlaub in Portugal. Die Sonne ist gerade am Untergehen. Sie tragen beide sommerliche Kleider: Er ein kurzärmliges Hemd mit Fischen und sie ein geblümtes Kleid. Sie lachen sich vertraut an.
Der Größenunterschied zwischen Philipp und mir fällt mir nur noch auf Bildern von uns auf, so wie hier in unserem Urlaub in Lissabon. Diese Momentaufnahme erwärmt jedes Mal mein Herz.

Täglich sehen und auf einmal über 1.000 Kilometer getrennt

Vor über einem Jahr fassten mein Freund und ich den Beschluss zusammenzuziehen. Das vorherige Jahr wohnten wir quasi sowieso irgendwie zusammen und es funktionierte sehr gut. Ich fühlte mich wohl in seiner Gegenwart. Fühlte mich wohl, wenn wir zusammen einschliefen und morgens zusammen aufwachten. Wir harmonierten auch im Zusammenleben sehr gut. 

Wenn ich in unsere Wohnung kam, dann war mein Freund normalerweise auch da. Es war ein nach Hause kommen in Vertrautheit, ein Safe Space. Ich konnte immer sofort alles mit Philipp teilen, meine Gedanken, meine Erlebnisse, meine Sorgen aber auch lustige Momente. Ich fühlte mich aufgefangen und gehalten. In stressigen Zeiten gaben wir uns Kraft oder nahmen uns den Wind aus den Segeln. Wir kochten gemeinsam, entspannten auf dem Sofa, machten gar nichts oder schoben Nachtschichten für die Uni. Für mich war es einfach schön und beruhigend zu wissen, dass der andere auch da ist. Aber selbst, wenn mein Freund nicht da war, so war es unsere gemeinsame Wohnung. Sein Geruch ist ebenso in den Räumlichkeiten wie auch mein eigener Geruch. Den Mix aus beiden zusammen mag ich sehr gerne.

Allein, allein

Ich dachte meine ersten Tage in Amsterdam würden sich nach Urlaub abfühlen und das erst nach ein paar Tagen oder Wochen ein Vermissen meines Freundes einsetzt. Jedoch durfte ich ziemlich schnell feststellen, dass er mir bereits am ersten Tag fehlte. Ich sehnte mich nach seiner Stimme, seinem Geruch. Ich sehnte mich danach von ihm in den Arm genommen zu werden. Ich sehnte mich danach von seinen Erlebnissen zu hören und ihm von meinen zu erzählen. Ich sehnte mich nach seiner Gegenwart. 

Auf dem Bild lacht Paula in Freizeitkleidung in die Kamera. Sie befindet sich in der gemeinsamen Wohnung mit ihrem Freund in Stuttgart. In den Händen hält sie zwei Teller mit selbstgemachten Burgern und Backofengemüse.
Das gute an meinem Freund: Er liebt Essen genauso wie ich. Hier ein typischer Samstagabend vor allem in Lockdownzeiten. Wie sehr es genießen, könnt ihr auch hier auf meinem Instagrambeitrag aus Mailand sehen.

Während ich mein Auslandspraktikum in Amsterdam absolviere, macht mein Freund ein Auslandssemester in Mailand. Dass der andere ebenso im Ausland ist, ist für uns beide ein Vorteil. Somit haben wir zwei die Möglichkeit, unsere neuen Eindrücke zu teilen und stoßen beim anderen auf Verständnis, weil wir irgendwie in ähnlichen Situationen sind. Es ist alles neu und ungewohnt: Wir leben beide das erste Mal in einer WG und lernen beide neue Menschen kennen. Oft kann ich mir nur schwer vorstellen wie es wäre, wenn mein Freund nicht zeitgleich im Ausland wäre. 

Was uns hilft und guttut

Jedes Paar geht mit Fernbeziehungen anders um. Auch entwickelt jedes Paar mit der Zeit eigene Strategien, um mit der Distanz in Beziehungen umzugehen. Hier kommen nun vier Tipps, die Philipp und mir helfen. 

  1. Art der Kommunikation: Bevor du deinen Auslandsaufenthalt antrittst ist es hilfreich mit deinem Partner:in zu klären auf welcher Art und in welcher Intensität eure Kommunikation stattfinden soll. Diese kann in Form von Videoanrufen, Telefonaten, Sprachnachrichten, Textnachrichten oder auch Briefen erfolgen. Welche Form ist für euch am besten geeignet? Wir beschlossen, dass wir vor allem zu Beginn unseres Aufenthalts mehrmals wöchentlich bis täglich per Video telefonieren wollen. Des Weiteren war uns wichtig, den anderen so gut es geht am neuen Alltag teilhaben zu lassen. Wie klein auch etwas sein mag, dass mich beschäftigt, ich erzähle es Philipp. Auch zufällige kleine Dinge, lasse ich Philipp wissen. Sich Bilder von den Leuten zu schicken, mit denen man selbst im Ausland die Zeit verbringt, ist ein schönes Gefühl. So fühle ich mich in den Alltag von Philipp integriert und fühle mich auch ein bisschen als ein Teil davon. Auch wenn es womöglich schwer fallen kann, ist die Kommunikation ein wichtiger Bestandteil eurer Fernbeziehung. Versucht klar, offen und ehrlich miteinander zu reden – Kritik und Wünsche zu äußern.
  2. Vertrauen (schaffen): Auch wenn es wahrscheinlich die Basis jeder Beziehung ist, finde ich ein gegenseitiges Vertrauen sehr wichtig. Wie könnt ihr euch gegenseitig verständlich machen, dass ihr dem anderen/der anderen vertraut? Zu wissen, dass es möglich ist, sich auf seine Freund:in zu verlassen, kann vor Antritt des Auslandsaufenthalts aber auch währenddessen und ich schweren Zeiten den Stress nehmen. Wie könnt ihr auch auf Distanz eure Liebe zum Ausdruck bringen? Es lohnt sich auch zu wissen, welche der fünf Sprachen der Liebe man selbst und der/die Partner:in spricht. 
  3. Routinen: Die Art und Weise wie zu Beginn des Auslandsaufenthaltes kommuniziert wird, kann auch zur Routine gemacht werden. Mein Freund und ich hatten zu Beginn die Routine fast jeden Abend zu telefonieren und uns vom Tag zu berichten und „Gute Nacht“ zu sagen. Das Schöne an Routinen ist der (immer) ähnliche Ablauf sowie die Beständigkeit. Sie kann einem selbst das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Zudem ist somit auch bereits klar, dass man den anderen zu einer bestimmten Tageszeit (virtuell) sieht oder hört. Diese Routine haben mein Freund und ich mit der Zeit nicht mehr. Bei uns häufen sich nun Sprachnachrichten. Mit der Zeit hat jeder von uns im jeweiligen Ausland einen eigenen Rhythmus entwickelt und tägliche Telefonate sind nicht mehr so stark notwendig. Da dürft ihr für euch ganz individuell entscheiden, was sich am besten anfühlt. Gewohnheiten oder Routinen dürfen mit der Zeit auch angepasst und weiterentwickelt werden.  
  4. Schöne Aktivitäten planen: Ist bei euch das Ende des Auslandsaufenthaltes bis zu einem gewissen Datum begrenzt? Oder habt ihr gar die Möglichkeit, euch während des Aufenthaltes zu besuchen? Manchmal ist das leider aufgrund der Distanz nicht möglich. Doch für mich war es ein wunderschönes Gefühl, als mich mein Freund kurzfristig bereits in der zweiten Woche in Amsterdam besuchte. Er sah somit wo und wie ich lebe. Diese ersten zwei Wochen Fernbeziehung fühlten sich nach einer halben Ewigkeit an. Vor kurzem stattete ich Philipp ebenso einen Besuch in Mailand ab. Das Schöne an der ganzen Sache? Auf jeden Fall, die gemeinsame Zeit mit seiner/m Liebste:n aber auch, die Möglichkeit auf eine exklusive Stadtführung 😉 Vielleicht könnt ihr schon eine gemeinsame Aktivität planen, wenn du wieder zurück bist? Oder gibt es etwas auf das ihr zwei euch freut, endlich wieder gemeinsam zu machen? Bei Philipp und mir ist es auf jeden Fall das gemeinsame Kochen und Entspannen.
Auf dem Bild ist ein Gebäude aus Mailand zu erkennen. Die Fassade wird von der Sonne angestrahlt. Es handelt sich um weiß-gräuliches Gestein. Das Gebäude zeichnet sich durch markante Pilaster aus.
Eine kleine Impression aus Mailand. Architektonisch war dieser Besuch eine große Abwechslung zu Amsterdam. 

Seinen Freund oder seine Freundin zu vermissen ist ein unschönes und gleichzeitig beengendes Gefühl. Es ist ein Herbeisehnen der anderen Person mit dem Wissen, dass die Umsetzung nur schwer oder gar für den Moment unmöglich ist. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nach knapp drei Monaten Fernbeziehung berichten, dass vor allem die Anfangszeit schwer ist. Wenn einem alles ungewohnt und fremd vorkommt und zusätzlich die geliebte Person nicht in greifbarer Nähe – das kann so wehtun. Wie oft weinte ich, weil ich Philipp vermisste. Es hilft die Person anzurufen, sich Bilder anzuschauen oder auch gemeinsame Musik zu hören. Sobald bei mir etwas Ordnung in den neuen Alltag eingekehrte und ich mich an die neue Situation gewöhnte, so wurde es einfacher mit dem Vermissen. Und noch immer vermisse ich meinen Freund manchmal bis oft, hätte ihn gerne bei mir oder wäre gerne bei ihm. Nichtsdestotrotz läuft es gerade echt gut mit der Fernbeziehung. Ich glaube wir beide haben über die letzten Monate unseren eigenen Rhythmus entwickelt und kommen immer besser mit der Situation zurecht. Unser Auslandsaufenthalt ist zudem auch nur für eine begrenzte Zeit. Zwischendurch sahen und werden wir uns auch noch sehen. Beispielsweise werden wir Weihnachten gemeinsam verbringen. In mir drin bin ich sehr ruhig und zuversichtlich gestimmt. 

Ich bin dankbar, mein Praxissemester im Ausland zu absolvieren. Ich lerne hier so viele Dinge über mich selbst. Es ist eine Entscheidung, welche ich in erster Linie für mich selbst traf. Bereits zu Beginn meines Studiums, verspürte ich diesen Drang ins Ausland zu gehen. Eine Stimme, die damals schon klar und deutlich in mir war. Ich glaube es ist immens wichtig, sich in der Beziehung zum/zur Partner:in nicht selbst zu vernachlässigen oder gar zu verlieren. Sonst kann es später eventuell passieren „versäumte“ Chancen auf den/die Partner:in oder andere Personen zu projizieren oder sich schlicht und einfach zu ärgern. Aus meiner Sicht kann ich sagen, dass ich merke wie tiefer und fester die Beziehung zwischen meinen Freund und mir wird. Trotzdem, es ist deine/eure individuelle Entscheidung ins Ausland zu gehen und eine Fernbeziehung zu führen und dieser Artikel spiegelt in erster Linie nur meine eigene subjektive Wahrnehmung wieder.

Hast du in der Vergangenheit auch schon eine Fernbeziehung geführt, führst du zurzeit eine oder steht dir eine Fernbeziehung bevor? Mit welchen Ängsten und Sorgen hast du zu kämpfen? Was hilft dir und deinem Partner oder deiner Partnerin mit dieser Situation umzugehen? Ich freue mich von dir in den Kommentaren zu hören.

Ich wünsche dir ganz viel Mut auf die Stimme deines Herzens zu hören und schicke dir gute Energie für dich und deine Beziehung. 

Ganz viel Liebe für dich <3

Deine Paula

Paula und ihr Freund Philipp stehen bei Nacht in einer der engen Gassen Lissabons. Sie lachen sich an. Die Stimmung ist verliebt und vertraut.
Über 1.000 Kilometer getrennt und trotzdem miteinander verbunden.
Hast du noch Fragen?

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