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Abschied aus Belgrad: Um viele Learnings & ein Tattoo reicher

Meine Zeit in Belgrad neigt sich dem Ende zu, nun gilt es die Koffer zu packen, Abschied zu nehmen und die letzten Sommernächte Belgrads zu genießen! Serbien war das letzte Auslandssemester, das ich als Studentin gemacht habe. Damit endet auch das Kapitel ,,Universität“ für mich! Was mich Belgrad gelehrt hat und welches Learning ich aus meinem letzten Auslandsaufenthalt ziehe, liest du hier!

In meinem ersten Blogbeitrag konntest du bereits lesen, wieso ich mich überhaupt für Serbien entschied. In meinem zweiten Blogbeitrag habe ich davon berichtet, wie ich Freunde in Belgrad gefunden habe und gebe dir Tipps aus erster Hand. Nun geht es ans Abschiednehmen und auch davon möchte ich erzählen.

Mädchen auf der Aussichtsplattform  VALA in Belgrad.
Die Aussichtsplattform AVALA in Belgrad.

Wunderschönes Belgrad!

Belgrad ist eine unfassbar vielseitige und völlig unterbewertete Stadt! Zwischen unzähligen Parks, dem Künstlerviertel „Dorcol“, der charmanten Altstadt und der historischen Festung Kalemegdan habe ich meinen Alltag gemeistert, Freundschaften fürs Leben geschlossen und die Deutsche Schule Belgrad als neuen Arbeitsplatz erlebt.

Doch Belgrad ist nicht nur schön – es ist auch widersprüchlich, ehrlich, lebendig. Schon früh wurde ich mit den anhaltenden Protesten konfrontiert, die sich gegen politische Missstände, Korruption und gesellschaftliche Ungleichheit richten. Anfangs wirkten sie noch ruhig. Viele Demonstrationen hatten schon fast eine ritualisierte Atmosphäre. Doch je länger ich hier war, desto deutlicher wurde: Die Lage spitzt sich zu. Die Unzufriedenheit wächst, der Ton wird rauer, die Unsicherheit greifbarer. Eskalationen zwischen Polizei und Zivilgesellschaft nehmen zu. Die politische Stimmung gehört inzwischen unweigerlich zum Stadtbild dazu – und das bleibt haften.

Trotzdem habe ich mich sicher und gut zurechtgefunden, auch dank der Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen um mich herum. Ich erinnere mich noch gut an den ersten Tag, an dem wegen der Proteste die Buslinien zum Stillstand kamen. Ich wäre fast zu spät zu meinem Praktikum gekommen. Eine mir völlig fremde Frau sprach mich an, fragte, wohin ich müsste – und nahm mich dann einfach im Taxi mit, denn ich musste in dieselbe Richtung wie sie. Ohne Zögern, ohne Gegenleistung.
Solche Situationen hatte ich mehrfach. Diese spontane Offenheit war für mich jedes Mal ein kleiner Lichtblick – gerade an Tagen, an denen ich mich besonders einsam fühlte.

Die Begegnungen haben Belgrad für mich besonders gemacht. Zwischen Demonstrationen, Staus und Unterrichtsplanung haben mir genau diese Menschen mit ihrer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft gezeigt, wie tief Gastfreundschaft hier wirklich verwurzelt ist. Ich verlasse Belgrad mit einem Gefühl von Verbindung. Denn diese Stadt hat nicht nur mein Praktikum geprägt. Sie hat mir gezeigt, was es heißt, sich irgendwo willkommen zu fühlen, auch ohne dass ich „dazugehörte“. Und genau das werde ich mitnehmen. In meinem Herzen, meinem Unterricht und irgendwann zurück in Belgrad.

Antike Gebäude in einer Straße in Belgrad.
Zemun – Ein Stadtteil in Belgrad

Mission erfüllt: „Klassenzimmer, Kultur, Kampfsport“ im Herzen Belgrads

Zwischen kulturellen Wurzeln, sportlicher Disziplin und einem Lehramtspraktikum!
Meine Mission war es, meine kulturellen Wurzeln besser kennenzulernen, dabei meine Sprachkenntnisse zu vertiefen, meinen Leistungssport Taekwondo weiterzuführen und das Leben als Auslandslehrkraft kennenzulernen.

Serbien war und ist für mich weit mehr als ein Einsatzort – es war auch ein Stück Rückkehr zu meinen Wurzeln. Ich wollte nicht nur sehen, sondern auch verstehen, fühlen, miterleben. Auch im Kampfsport wollte ich mich weiterentwickeln. Die Chance wahrzunehmen, in einem Weltklasse Club zu trainieren, zu lernen und auch neue Freundschaften zu schließen. Das Training hier war mehr als körperlich. Ich konnte mein Mindset positiv verändern und habe neue Einblicke gewonnen. Ich komme mit neuen Trainingsideen, Taktiken und Freundschaften zurück.

Meine Freundin Thea (rechts) und ich. Wir haben uns im Taekwondo-Club kennengelernt.
Thea und ich beim Lunch.

Und die Schule?

Meine Zeit als Praktikantin an der Deutschen Schule Belgrad hat mir nicht nur viele neue Einblicke in das Lehrerdasein gegeben, sondern mich auch gelehrt, wie ich meinen Unterricht gut vorbereite, wie es ist, alleine zu unterrichten und wie es ist, Teil eines tollen Kollegiums sein zu dürfen. Die Schulleitung und meine Kollegen standen mir stets bei Fragen zur Seite, halfen mir, wo es ging und übergaben wertvolle Aufgaben an mich. So durfte ich in der Projektwoche ein eigenes Projekt zum Thema „Taekwondo“ leiten, das meine Gruppe im Anschluss auch auf dem Sommerfest präsentieren konnte.

Zudem hatte ich die Gelegenheit, eigenständig zu unterrichten und Materialien auszuarbeiten. Hier hatte ich die Möglichkeit, ohne Druck, Bewertungen und „Überwachung“ neue Sachen auszuprobieren, dort reinzuschnuppern, wo ich wollte, Unterricht halten und stets konstruktives Feedback zu bekommen. Gerade dies ist für mich vor dem Referendariat besonders wichtig gewesen, da ich nun meine neu gewonnen Erkenntnisse, Eindrücke und Erfahrungen erfolgreich umsetzen kann.
Dafür bin ich dem gesamten Team der Deutschen Schulen Belgrad unfassbar dankbar!

Meine Abschiedsgeschenke: Pulli von der deutschen Schule in Belgrad, Cockta, Apfelessig und Süßigkeiten.
Mein Abschiedsgeschenk der Schule – ein Pulli der DSB, Süßigkeiten und Apfelessig aus dem Schulgarten!
Hast du noch Fragen?

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