studieren weltweit
Von der Zimmersuche bis zum Einzug

Von der Zimmersuche bis zum Einzug

Durch die EU Institutionen und Einrichtungen wimmelt es in Brüssel nur so von PraktikantInnen! Es herrscht ein Kommen und Gehen und dementsprechend gibt es auch ein großes Angebot an temporären Unterkünften. Aber wie bekommt man einen Überblick im Brüssler Wohnungsdschungel und findet sein Traumzimmer?

Bevor ihr konkret mit der Suche nach an einem Zimmer anfangen könnt, solltet ihr euch generell über ein paar Punkte Gedanken machen und Informationen sammeln.

  1. Welches sind schöne und beliebte Wohnviertel in Brüssel?
    Ixelles, Zentrum, Europaviertel, Etterbeek, St. Gilles
    Ein Problem-Viertel ist wohl Molenbeek
  2. Wo befindet sich euer Arbeitgeber in Brüssel?
  3. Wie viel kostet durchschnittlich ein Zimmer in Brüssel?
    400-600 Euro
  4. Wollt ihr euch eine Wohnung teilen? Und wenn ja, dann …
  5. … mit wie vielen Leuten möchtet ihr in einer Wohngemeinschaft leben?

Meine Prioritäten bei der Zimmersuche waren natürlich sehr von der Pandemie beeinflusst. Das fing schon damit an, dass ich mein Zimmer auf den letzten Drücker suchen musste. Das Parlament wollte die weitere Entwicklung der Pandemie abwarten und hat mir somit erst Anfang September zugesagt. Im Nachhinein war es jedoch nicht so tragisch, da die Zimmer hier auch sehr kurzfristig vergeben werden. Letztlich habe ich meinen Vertrag erst eine Woche vor Einzug unterschrieben.

Bedingt durch die Pandemie war mir jedoch sehr wichtig, dass ich eine gemütliche Unterkunft finde. Normalerweise kann ich gerne ein paar Abstriche bei meiner Unterkunft im Ausland machen, um so mehr Geld für Freizeitaktivitäten übrig zu haben. Da es aber absehbar war, dass ich recht viel Zeit in meinem Zimmer verbringen könnte (möglicher zweiter Lockdown, Teleworking etc.), hatte der Komfort dieses Mal einen deutlich höheren Stellenwert. Außerdem sollte mein Zimmer nicht weiter als 30 Gehminuten vom Parlament entfernt liegen, damit ich nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin. In meiner Studienzeit habe ich schon in vielen Wohngemeinschaften gelebt. Mal hatte ich nur eine weitere Mittbewohnerin und mal waren wir zu fünft oder sechst. Jede Wohngemeinschaft hat ihre Vorzüge, daher war mir die Anzahl der MitbewohnerInnen egal. Nur bei der Miete hatte ich gehofft, maximal 550 Euro auszugeben.

Wo ich mein Zimmer gesucht habe

Facebook ist DER Ort, an dem die Anzeigen für Zimmer geschaltet werden. Es gibt so viele Seiten, dass ich am Ende sogar ein bisschen den Überblick verloren habe. Deswegen würde ich euch empfehlen, sich vielleicht nur auf ein paar Seiten zu konzentrieren, da die Anzeigen sich auch teilweise wiederholen. In folgenden Gruppen habe ich nach einem Zimmer gesucht:

Wenn ihr nicht nur mit PraktikantInnen zusammenleben wollt, wird es schon etwas schwieriger. Wohngemeinschaften, in denen die MitbewohnerInnen Studierende sind oder eine feste Arbeitsstelle haben, suchen meistens einen Mitbewohner/ eine Mitbewohnerin für mindestens ein Jahr. Außerdem solltet ihr dann auch vor Ort sein, um die Einladung zu einem Kennenlernen annehmen zu können. Neben den Strapazen sind die Zimmer dann aber auch meistens etwas günstiger (also auch mal unter 500 Euro). Aber ich muss ehrlich sagen, ich habe acht solcher Anzeigen angeschrieben und mir haben sechs gar nicht geantwortet und zwei mit dem Hinweis, dass sie jemanden für länger suchen. Weitere hilfreiche Seiten, wo Zimmer angeboten werden, könnten auch diese hier sein:

Auf welche Optionen ich außerdem noch gestoßen bin:

  • Institut of Cultural Affairs  , diese Option hätte ich fast genommen, da die liebe Carina (ehemalige DAAD Correspondentin) dort gelebt hat. Da sie aber in ihrem Beitrag erwähnt hatte, dass das Internet nicht sehr beständig sei und ich aktuell viel im Homeoffice sitze, habe ich mich doch dagegen entschieden.
  •  cohabs.com, auf dies Seite bin ich auch noch gestoßen. So richtig habe ich der Anzeige nicht getraut. Doch bei einem meiner vielen Spaziergänge habe ich eines dieser Cohabs-Häuser gefunden. Also ist das Angebot seriös und ich kann es hier mit gutem Gewissen erwähnen. Ich kenne aber niemanden, der dort aktuell wohnt.

Wie ich mein Zimmer gefunden habe

Ansonsten habe ich jeden aus meinem Umfeld gefragt, ob er jemanden kennt, der jemanden kennt, …  der mir vielleicht irgendwie weiter helfen könnte. Und so habe ich dann auch am Ende mein Zimmer gefunden. Ein Freund von mir kannte ein Mädchen, die auch für eine Zeit in Brüssel gelebt hat. Über sie habe ich dann die E-Mail-Adresse Ihrer ehemaligen Vermieterin bekommen. Diese habe ich dann sofort angeschrieben und glücklicherweise hatte Sie ein Zimmer für meinen Zeitraum frei. Da ich sie privat anschreiben konnte, musste ich auch keine Kaution oder Miete vorab bezahlen und konnte mir die Wohnung nach Ankunft in Ruhe ansehen. Sicherlich lag es auch daran, dass ich schon eine Woche nach Unterzeichnung des Mietvertrages da war. Mein Zimmer ist mit 650 Euro pro Monat teurer als geplant, aber die Bilder haben mir so gut gefallen (siehe unten) und die Lage ist einfach traumhaft, dass es mir das wert ist. Und durch die Pandemie gebe ich auch nicht so viel Geld für Freizeitaktivitäten aus, daher ist es noch im Budget.

Mein Haus befindet sich im sehr schönen Viertel Etterbeek in der Straße „Avenue des Celtes“ nur eine Minute zu Fuß vom Jubelpark (Parc du Cinquantenaire) entfernt und 25 min zum Europäischen Parlament. In dem gesamten Haus sind wir knapp 15 Leute, aber auf meiner Etage wohne ich nur mit drei weiteren Mitbewohnerinnen zusammen. Die Küche teilen wir uns dagegen zu sechst, da die Leute aus der obersten Etage keine eigene Küche haben und sich so auf die erste und zweite Etagen aufteilen müssen. Ein absoluter Pluspunkt ist außerdem, dass es auf meiner Etage zwei Bäder gibt und wir uns somit das Bad nur zu zweit teilen müssen.

Mehrere in meinem Haus haben ihr Zimmer über spotahome.com gefunden, müssen jedoch 100 Euro mehr im Monat zahlen, da die Plattform für Inserate eine Gebühr von dem Vermieter verlangt. Auf einer der oben genannten Facebook-Seiten hatte ich sogar das Angebot für mein Zimmer gesehen. Aber das war noch am Anfang meiner Suche und zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht bereit, 650 Euro im Monat zu zahlen.

Nur ein kleines Manko hat mein Haus … aber das verrate ich euch in meinem nächsten Tweet.

Macht es euch heimisch!

Obwohl mein Zimmer schon sehr schön ist, kann man es sich mit ein paar persönlichen Details noch ein bisschen heimischer machen. Das klappt auch schon mit kleinem Budget! Hier sind ein paar kostengünstige Ideen, die ich über die Jahre und mehreren Auslandsaufenthalten gesammelt habe:

Neben meinen Tipps in der Bilderreihe könnt ihr euch auch Bilder von euren Freunden und Liebsten mitnehmen und dann später in eurem Zimmer aufhängen. In Taiwan (mein DAAD-Blog) habe ich damals einen schön illustrierten Stadtplan gefunden und als Dekoration benutzt (hatte umgerechnet zwei Euro gekostet). Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt! Und zurück in Deutschland hab ihr dann auch gleich schöne Souvenirs und Andenken an eure Zeit im Ausland.

Hast du noch Fragen?

Bitte beachte, dass dein Kommentar nach dem Absenden erst von unserer Redaktion gesichtet werden muss. Aus diesem Grund kann das Erscheinen deines Kommentars etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Mehr zu #Wohnen

Video aktivieren

Zum Aktivieren des Videos klicke bitte auf "Video laden". Wir möchten dich darauf hinweisen, dass nach Aktivierung Daten an YouTube übermittelt werden. Mehr dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung