studieren weltweit

„Studierende brauchen ein gewisses Maß an Flexibilität“

Sina Raddatz und Olaf Christoph-Reupke betreuen den Überseeaustausch an der Technischen Universität Berlin. Sie verraten, welche Krisen sie bereits miterlebt haben und wie sie betroffene Studierende im Ausland konkret unterstützen.

Sina Raddatz und Olaf Christoph-Reupke von der TU Berlin
Sina Raddatz und Olaf Christoph-Reupke von der TU Berlin

Krise im Ausland – was kann grundsätzlich alles passieren?

Olaf Christoph-Reupke: Passieren kann alles. Von Erdbeben über Anschläge bis zur Pandemie.

Sina Raddatz: Es gibt aber auch persönliche Fälle: Wenn sich zum Beispiel ein Student im Ausland beim Sport verletzt.

Wie können Sie konkret helfen?

Raddatz: Bei Freizeitunfällen warten wir ab, wie es den Studierenden geht. Sie melden sich oft selbst bei uns, geben Bescheid, dass sie zur weiteren Behandlung nach Deutschland möchten. Wir helfen dann bei der Anrechnung von Kursen oder melden sie von der Partneruni ab.

Christoph-Reupke: Wir empfehlen den Studierenden immer, sich ausreichend abzusichern. Darunter fallen Kranken- und Haftpflichtversicherungen. Bei Katastrophen schauen wir, wer gerade in der betroffenen Region ist. Wir melden uns, fragen: „Bist du in Sicherheit? Stehst du in Kontakt mit der Gastuni?“ Die Uni vor Ort hat bessere Informationen als wir in Deutschland. Wir empfehlen den Studierenden außerdem, sich auf die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts (ELEFAND) zu setzen.

Raddatz: Ähnlich war unser Vorgehen beim Covid-19-Ausbruch. Die Studierenden meldeten sich aus China, parallel war es in den Nachrichten. Der Zeitpunkt kam uns organisatorisch etwas entgegen: Aufenthalte verkürzten sich oder fanden gar nicht statt. Wir steckten nicht mitten im Semester fest.

Vor welche Herausforderungen hat Sie die Corona-Pandemie gestellt?

Raddatz: Als das Virus sich im Februar 2020 weltweit verbreitete, mussten viele zurückkehren. Studierende in Lateinamerika konnten nur noch die Flüge vom Auswärtigen Amt nehmen. Irgendwann stoppte der Krisenstab der TU alle Reisen ins Ausland. Bei Auslandsaufenthalten ist immer ein gewisses Maß an Flexibilität gefordert. Ich empfehle allen trotzdem, so zu planen, wie sie es sich wünschen. Ob alles genauso stattfinden wird, kann gerade jedoch niemand garantieren.

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