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15 Mitbewohner und eine Küche? Mein Leben im Coliving Space

15 Mitbewohner und eine Küche? Mein Leben im Coliving Space

Unter einem Coliving-Space konnte ich mir bis vor Kurzem noch überhaupt nichts vorstellen, und jetzt lebe ich schon seit über zwei Monaten sehr glücklich selbst in einem! Wie es bei uns so aussieht, weshalb ich mir dafür entschieden habe und welche Vor- und Nachteile das Ganze haben kann, erzähle ich euch jetzt.

Zuallererst: Was ist eigentlich ein Coliving Space? Wikipedia sagt: „Co-Living ist eine Bezeichnung für gemeinschaftliches Wohnen auf Zeit – meist in urbanen Räumen“, und fasst es damit ganz gut zusammen. In meinem Fall handelt es sich um ein ganzes Haus mit dem Namen Stolas, dessen unterschiedlich große private Zimmer für kürzere (ein bis zwei Wochen) oder auch längere Zeit (mehr als ein halbes Jahr) vermietet werden. Alle Bewohner:innen teilen sich  Küche, Badezimmer und Aufenthaltsräume sowie Wohnzimmer, Terrasse und Garten.

Das führt natürlich auch durchaus mal zu Konflikten, wenn sich bei den Vorräten anderer Leute bedient wird, ohne zu fragen oder jemand die Küche wie ein Schlachtfeld hinterlässt. Aber die allermeiste Zeit geht es sehr gut, was auch daran liegt, dass das Putzen von zwei Angestellten übernommen wird. Das ist definitiv einer der Vorteile von einem gemanagten Coliving Space gegenüber einer WG!

Besonders schön an dem Haus ist der Garten, in dem eine Schaukel, eine Slackline und viele Stühle zum Relaxen einladen. Auf der Terrasse verbringe ich sehr viel Zeit, denn dort esse ich immer, egal ob Frühstück oder Abendessen.

Mein Zimmer ist relativ klein im Vergleich zu meinem Zimmer in Deutschland, aber ich habe dort auch alles, was ich brauche. Ein kleiner Schreibtisch reicht mir, denn für längere Arbeitsphasen kann ich auch nach unten oder in die Uni gehen. Einzig die Aufbewahrungsmöglichkeiten könnten besser sein, aber so viel Zeug habe ich sowieso nicht dabei. Hier könnt ihr eine kleine Videotour durch mein Zimmer machen!

Ich zahle übrigens 360$, also umgerechnet ungefähr 300€ im Monat für das Zimmer, was im Vergleich zu einer Unterbringung bei einer Hostfamilie deutlich günstiger ist (dafür muss ich aber auch selbst kochen und Wäsche waschen…). Es gibt aber auch teurere Zimmer, die sind dann größer, besser ausgestattet oder mit eigenem Badezimmer. Aber ich dachte mir, dass ich durch die WG-Erfahrung ja sowieso gewöhnt bin, mein Badezimmer zu teilen, und außerdem teile ich mir das Bad auch nicht mit allen, sondern nur mit jeweils ungefähr drei bis vier anderen.

Was aber das beste an Stolas ist: Im Erdgeschoss gibt es eine Art ausgebaute Garage, die mit Sitzplätzen und einer Bar ausgestattet ist, und jeden Donnerstag macht sie abends für uns Bewohner:innen, unsere Freund:innen und die Freund:innen des Hauses auf. Das habe ich schon einige Male gemeinsam mit meinen Kommiliton:innen ausgenutzt…

Ich bin auch insgesamt superhappy mit der Entscheidung, hier eingezogen zu sein. Ursprünglich hatte ich mein Zimmer hier auf Empfehlung einer Freundin, die hier selbst mal für eine Zeit lang gelebt hatte, gemietet, mit der Intention, später in eine lokale WG zu ziehen. Doch um ehrlich zu sein, fühle ich mich hier so wohl, dass ich das gar nicht mehr in Erwägung ziehe. Dafür verstehe ich mich mit meinen Mitbewohnis zu gut, auch wenn leider schon ein paar wieder weitergezogen sind, die Zahl schwankt also immer ein wenig. Ich denke, dass man mit diesem Nachteil leider leben muss, und außerdem bietet es ja auch immer die Möglichkeit, wieder neue Leute kennenzulernen. An sozialen Kontakten mangelt es hier auf jeden Fall nicht, und wenn mir mal langweilig ist, finde ich eigentlich immer jemanden, der grade Zeit hat.

Als Alternativen bot sich für mich außerdem nur das Hostfamilienprogramm meiner Universität an, was für mich aber nicht infrage kam, dafür bin ich das selbstständige Leben viel zu sehr gewöhnt. Die Vorteile daran sind aber sicherlich der ehrliche Einblick in den Alltag der Ticos (Costaricaner:innen), und das authentischere Essen. Außerdem könnt ihr natürlich auch versuchen, eine lokale WG oder ein Einzelzimmer zu finden, das ist aber von Deutschland aus recht schwierig.

Mein Haus ist außerdem in einem sehr sicheren Viertel San Joses gelegen, nebenan befindet sich zum Beispiel das Büro der UICN, der Behörde, die für die Rote Liste bedrohter Arten zuständig ist und die Straße runter ist die mexikanische Botschaft.

Ich kann nur jedem/ jeder empfehlen, bei der Suche nach einem Zimmer auch mal über die Möglichkeiten eines Coliving-Spaces nachzudenken. Ich habe mich damit ein wenig aus meiner Komfortzone herausgewagt, weil ich überhaupt nicht wusste, was mich erwarten würde, aber ich bin sehr sehr glücklich mit dieser Entscheidung.

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