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Wohnungssuche im Urlaubsort Córdoba

Wohnungssuche im Urlaubsort Córdoba

Ich gebe zu, vielleicht bin ich ein wenig zu naiv an die Wohnungssuche in Córdoba herangegangen, doch habe ich es trotz mangelnder Vorbereitung und schlechtem Spanisch geschafft, innerhalb von fünf Tagen eine Wohnung zu finden.

Wo fängt man an?

Für die ersten drei Nächte habe ich mir  ein Hostel-Zimmer im Zentrum von Córdoba gebucht. Mir war zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst, dass Córdoba mehr als Madrid, Barcelona und Málaga eine sehr traditionell spanische Stadt ist. Schon früh musste ich feststellen, dass hier wenige bis keine Leute Englisch sprechen und sich die Wohnungssuche dadurch schwierig gestalten würde.

Montagmorgen habe ich dann angefangen, mich nach einer Wohnung umzusehen. Die Universidad de Córdoba bot mir in Sachen Wohnungssuche keine Hilfe an, ich war also auf mich allein gestellt. Zunächst bin ich nach kurzer Suche auf die Internetseite Erasmusu  gestoßen. Leider werden einem hier nicht direkt die Handy- oder Telefonnummern angezeigt. Wenn man sich anmeldet, gelangt man zu einem Kontaktformular, dass dann an den Vermieter weitergeleitet wird. Das dauerte mir aber zu lang.

Auf Idealista  und milanuncios  werden einem neben der Anzeige (überwiegend) Handynummern angezeigt, die man direkt kontaktieren kann. Zunächst habe ich nach Wohnungen und Zimmern geschaut, die für meinen Geschmack sehr gut aussahen und dem deutschen „Standard“ entsprachen. Sie kosteten um die 270 bis 360 Euro. Wie ich später herausfand, sind das heftige Preise für Córdoba. Ich hatte so ziemlich alle Personen, die diese Wohnungen gehörten, angeschrieben, doch auch hier habe ich schon befürchtet, erst nach einigen Tagen Antwort zu erhalten, denn unter den  meisten Anzeigen stand „zuletzt online vor 23 Tagen“. Große Hoffnungen hatte ich mir also nicht gemacht.

Drei Tage nach meiner Ankunft hatte ich noch nicht einen einzigen Besichtigungstermin gehabt, geschweige denn ein Zimmer gefunden. Um ehrlich zu sein war ich frustriert, weil ich mir fest vorgenommen hatte, die letzten Tage vor dem Semesterstart zu genießen, ohne lästigen Aufgaben nachkommen zu müssen. Also musste ich meine Ansprüche ein wenig herunterfahren und habe so ziemlich jede Handynummer angerufen, bei der die Wohnung und das zu vermietende Zimmer einigermaßen gut aussahen.

Wer braucht schon ein Fenster?

Tatsächlich hatte es geklappt und noch am selben Tag hatte ich zwei Termine für Wohnungsbesichtigungen. Aufgeregt und optimistisch stand ich pünktlich um 17 Uhr vor dem ersten Haus. Das Zimmer war allerdings nicht nur dreckig, sondern auch dunkel, was daran liegen könnte, dass es kein Fenster hatte. Bei aller Liebe, hier würde ich mich niemals wohlfühlen können.

Auch die zweite Wohnungsbesichtigung  war leider ein Reinfall, denn trotz meiner drastisch verringerten Ansprüche war es mir wichtig, dass ich in eine Wohnung einziehe, in der nicht geraucht wird. Das Zimmer war aber gelb vom Rauch und die Mitbewohner rauchen in der Küche und im Wohnzimmer, was ein No-Go für mich ist.

Frustriert musste ich meine Suche fortsetzen. Nach schier unendlich vielen Telefonaten, die entweder mit einem „Sorry, aber das Zimmer ist vergeben“ oder „Leider suchen wir für das Zimmer nur Mädchen“ oder „Wir melden uns heute Abend noch einmal bei dir“ endeten, ergaben sich glücklicherweise zwei weitere Wohnungsbesichtigungen für den nächsten Tag. Mittlerweile Freitag, hatte ich gegen Nachmittag meine vierte Wohnungsbesichtigung und BINGO! Dieses Zimmer wollte ich sofort haben.

Es war auf den ersten Blick nicht besonders schön, aber ich war mir sicher, es mit meinen mitgebrachten Sachen ein wenig ansehnlicher und gemütlicher gestalten zu können. Außerdem befindet sich die Wohnung in Ciudad Jardín, dem Stadtteil mit der höchsten Zahl an Studenten. Perfekt! Noch am gleichen Abend konnte ich mit meinem Koffer und der Gitarre einziehen.

Tipps und Tricks für die Wohnungssuche in Spanien

1. Bereite dich mit passendem Vokabular auf die Wohnungssuche vor und lerne zur Not Phrasen und ganze Sätze auswendig. Überleg dir vorher spezielle Fragen und übersetze sie dir und sei auf Fragen seitens des Vermieters/ der Vermieterin mit Antworten gewappnet.

2. Schau dir vorab in Deutschland schon Wohnungen auf den oben genannten Internetplattformen an. Mach dich zudem schlau darüber, welcher Stadtteil der nahegelegenste zu deiner Fakultät ist.

3. Reise ein paar Tage früher an und schaue dir die Wohnungen persönlich an, bevor du dich für sie entscheidest. Wie bei einigen Reiseanbietern kann es nämlich vorkommen, dass sich hinter den schönen Bildern im Internet echte Ruinen verbergen. Sei auf alles gefasst!

Falls du dir nun denkst, „Super, das kann ich besser“, dann kann ich dem nichts entgegenbringen, denn in der Tat geht es mit den eben genannten Tipps und Tricks sicherlich einfacher. Ob es dadurch aber schneller geht, ist eine andere Sache. Manchmal müssen halt erst solche Erfahrungen wie meine gemacht werden.

Einkaufstag für meine Zimmereinrichtung

Am Samstagmorgen ging es für mich für eine Nacht nach Màlaga. Mit dem Schnellzug, den ihr über RENFE schnell und sicher buchen könnt, bin ich in nur einer Stunde von Córdoba nach Màlaga gefahren. Für den Zug müsst ihr in der Regel ca. 27,50 Euro pro Strecke aufbringen. Dort angekommen, habe ich mir einen Roller geliehen, denn Autos kann man sich in Córdoba und Màlaga erst mit 23 Jahren leihen oder man zahlt einen enorm hohen Preis von 100 Euro aufwärts für 24 Stunden. Mit dem Roller bin ich zu einem bekannten schwedischen Möbelhaus gefahren und habe mir dort Kleinigkeiten wie eine Schreibtischleuchte, eine Schreibtischunterlage und Bilderrahmen gekauft. Nun kann es endlich losgehen, mein Zimmer ein wenig gemütlicher einzurichten. Auch mit einer spartanischen Einrichtung kann man sich wohlfühlen.

Kleines Zimmer, in dem ein Bett, ein Schreibtisch mit Stuhl zusehen ist. Die Standleuchte ist eingeschaltet und auf dem Bett liegt eine Gitarre.
Mein kleines aber feines Zimmer
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