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Aller Anfang ist … schön!

Aller Anfang ist … schön!

Ich bin vor ein paar Tagen in Kolumbien angekommen und habe nun noch eine Woche Zeit, um mich hier einzuleben, bevor dann auch mein Praktikum an der Deutschen Schule Barranquilla losgeht. Wieso war ich vor zwei Wochen plötzlich wieder auf Wohnungssuche? Warum ist mein neues Zuhause Liebe auf den zweiten Blick? Und was habe ich hier eigentlich genau vor? Das erzähle ich dir und werde außerdem noch drei Ziele verraten, die ich mir für meine Zeit in Kolumbien gesetzt habe.

Zwischenmieter finden, Koffer packen, von Familie und Freunden verabschieden. All diese Dinge gehörten nicht unbedingt zu meiner unmittelbaren Vorbereitung vor meiner Anreise nach Barranquilla. Warum? Weil ich den letzten Monat vor Kolumbien in Spanien verbracht habe. Dort habe ich einen Spanisch-Sprachkurs gemacht und vor Ort auch schon als Korrespondent für studierenweltweit berichtet. Wenn dich also zum Beispiel interessiert, wie viel Gepäck ich für Spanien UND Kolumbien dabei habe, schau doch gern bei meinem Salamanca-Blog vorbei. Alles, was ich also für meinen Auslandsaufenthalt in Kolumbien im Vorhinein geplant und organisiert habe, musste also bis zum Abflug nach Spanien erledigt sein.

Zwei Wochen vorher plötzlich wieder ohne Zimmer! Und jetzt?

So habe ich mich zum Beispiel auch im Voraus um eine Bleibe in Barranquilla gekümmert. Gar nicht so leicht! Geplant wird in Kolumbien nämlich eher kurz- als längerfristig. Egal wo ich zwei bis drei Monate vor meiner Ankunft für ein Zimmer angefragt habe – jedes Mal war die Antwort dieselbe: „Melde dich doch im August noch mal; dann können wir einschätzen, ob was frei sein wird“. Das waren vier Wochen vor der Anreise, also genau ab dann, als es für mich nach Spanien ging. Von dort aus konnte ich dann aber endlich ein Zimmer in einem Wohnheim (mit, dem meine Schule eine Kooperation hat) reservieren – per WhatsApp mit dem Verwalter. Perfekt, dachte ich. Zwei Wochen vor Abflug nach Kolumbien erhielt ich dann aber die Nachricht, dass mein Zimmer doch nicht frei sein wird. Es gebe eine kurzfristige Verlängerung eines Vormieters und keines der 30 Zimmer sei frei, wenn ich komme. Alles war eigentlich vorbereitet – nur fehlte mir jetzt wieder ein Zimmer.

Mein absoluter Glücksgriff

„Irgendwo werde ich schon schlafen“. Mit dieser Einstellung begann dann meine zweite, deutlich unmotiviertere Wohnungssuche. Und die dauerte gar nicht lange. Über eine andere Praktikantin, die schon vor Ort war, erfuhr ich, dass bei einer jungen Lehrerin an meiner Schule ein Zimmer frei sei. In einer WG mit einer weiteren Mitbewohnerin. Einen Anruf später wusste ich, wo ich bald wohnen würde: Nicht direkt in Barranquilla, sondern dem kleinen, mit dem Bus circa 25 Minuten entfernten pueblo (Dorf) Puerto Colombia. Im Nachhinein ein absoluter Glücksgriff. Eigentlich wollte ich hier nur übergangsweise für einen Monat bleiben – bis ich etwas Neues in der Stadt Barranquilla gefunden habe. Doch nach nicht einmal einer Woche weiß ich: Hier möchte ich während meines gesamten Aufenthalts wohnen bleiben.

Die ersten Tage im Dorf an der Karibikküste

Mein Flug aus Madrid über Bogotá verlief reibungslos und so kam ich nachts in Barranquilla an, von wo es dann noch mal 30 Minuten mit dem Taxi zur Wohnung ging. Nach einer kurzen Nacht bin ich am nächsten Morgen mit meiner Mitbewohnerin um 7 Uhr direkt an den Strand – zum Müll aufsammeln mit vielen anderen Freiwilligen. Auf die anfängliche Aktivität folgten dann aber erst mal knapp anderthalb Tage der Inaktivität. Die Kombination aus Jetlag und 36 Grad mit über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit machten mir schon etwas mehr zu schaffen, als ich vermutet hatte – vor allem ohne Klimaanlage in der Wohnung. Bis auf Einkaufen gehen und einem Kurzbesuch der Großstadt Barranquilla wollte ich mich erst einmal ausruhen.

Umso glücklicher war ich, als ich dann endlich mein neues Zuhause erkunden konnte. Zu Fuß ging es immer den Strand entlang, vorbei an Hütten, Strandcafés, Slums oder Fischern, die ihre Netze für die nächste Nachtfahrt aufwickelten. Am nächsten Tag dasselbe – nur in die andere Richtung. Weiter, entlang des kleinen Hafengeländes, vorbei an Obstständen bis zum bunten und lauten Ortskern. Daran, dass hier immer und von überall her Musik zu hören ist, muss und will ich mich gerne gewöhnen. Puerto Colombia, klingt schon mal ganz gut. Durch die kurzfristige Wohnungsabsage zunächst zweite Wahl; nach dem holprigen Start aber schon jetzt eher so etwas wie Liebe auf den zweiten Blick.

Was möchte ich hier? Meine Mission

Ich fühle mich angekommen – und jetzt kann es endlich losgehen. Aber was habe ich hier denn eigentlich vor? Kurz gesagt: Berufliche Erfahrungen sammeln, indem ich so viel wie möglich aus dem Schulalltag hier in Kolumbien mitnehme. Damit geht natürlich einher, auch viel selbst zu unterrichten, daher habe ich folgende Mission formuliert: „Mit Klasse in Kolumbien. Unterrichten als Deutsch- und Sportlehrer an der Karibikküste: Mein Spagat zwischen Schule, Leben und tropischen Temperaturen.“ Ich bin sehr gespannt darauf zu erleben, wie mir dieser Spagat gelingen wird.

Seit meiner Idee, hierher zu kommen und meiner Bewerbung an der Schule sind nun elf Monate vergangen. Endlich gehts los. Ich freue mich! Und noch mehr, wenn du auch dabei bist. Hast du eine Frage, bei der ich dir vielleicht helfen kann? Dann stelle sie mir gern – schreib entweder einen Kommentar oder mir direkt auf Instagram.

Tim

Kommentare
  1. Domitille

    5. September 2022

    Top, dass du gut angekommen bist! Ich wollte fragen, wie sicher es dort ist? Kann man am Abend locker in einer Bar Zeit verbringen? Könntest du uns sagen, welche Stadtviertel man lieber nicht besuchen geht? Und welche man auf jeden Fall sehen sollte? 🤩

    1. Tim

      8. September 2022

      Liebe Domitille, vielen Dank für deine Frage! Vorab: zum Thema Sicherheit wird in der nächsten Zeit auf jeden Fall auch noch ein eigener Blogartikel kommen, da diese Frage hier im Alltag doch (leider) oft ein Faktor ist. Dennoch antworte ich dir jetzt schon einmal: Prinzipiell fühle ich mich hier sicher; sowohl zu Fuß als auch z.B. in Bussen. Man kann auch abends problemlos Zeit in Restaurants/Bars oder am Strand verbringen. Jedoch sollte man hier darauf achten, in der Öffentlichkeit, vor allem wenn man alleine und an nicht stark besuchten Orten ist, das Handy lieber in der Tasche zu lassen und keinen Schmuck/Uhren o.ä. zu zeigen. So kann man glaune ich mit etwas ‚gesundem Menschenverstand‘ das Risiko doch überfallen zu werden schon stark minimieren. Von den Einheimischen habe ich jetzt öfters gehört, dass man den gesamten Süden der Stadt (z.B. Soledad) allein und vor allem nachts eher meiden sollte. Ich war jetzt aber selbst noch nicht dort. Was ich besonders empfehlen kann, ist der Malecon (die Uferpromenade) im Nordosten der Stadt oder der Ort Puerto Colombia ganz in der Nähe.

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