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5 Hürden eines Auslandspraktikums

5 Hürden eines Auslandspraktikums

Es gibt viele Wege ins Auslands zu gehen. Sei es ein Auslandssemester, -praktikum oder ein Sprachkurs. Bei mir war es das Auslandssemester in Tokio vor diesem Praktikum. Ein Auslandsaufenthalt ist mit viel Planung und einigen Hürden verbunden. Während ein Auslandsstudium meist von der Heimatuni durch Partnerschaften und andere Hilfestellungen unterstützt und organisiert wird, muss man bei einem Auslandspraktikum mehr Eigeninitiative aufbringen. Mit welchen Schwierigkeiten ich konfrontiert wurde und wie ich sie gemeistert habe, erfährst du in diesem Artikel.

1. Einen Praktikumsplatz zu finden erfordert Eigeninitiative

Hat man sich entschlossen ein Praktikum im Ausland zu machen, ist der erste Schritt schon einmal geschafft. Das nächste ist, sich Gedanken über Ort, Zeitraum und Branche zu machen. Wo auf der Welt sehe ich mich? In welchem Unternehmen möchte ich mein Können und Wissen unter Beweis stellen? Es ist wichtig, sich rechtzeitig um die Organisation zu kümmern. Mit allem Drum und Dran kann die Vorbereitungszeit schon ein Jahr oder mehr in Anspruch nehmen. Möchte man das Praktikum während des Studiums absolvieren, ist ein guter Zeitplan noch wichtiger. Je nach Branche kann es schwerer oder leichter sein, einen Praktikumsplatz zu finden.

In vielen Teilen der Welt, vor allem außerhalb Europas, sind Praktika nicht weit verbreitet. Allerdings ist es oft gar nicht so schwer, einen Praktikumsplatz zu finden. Zum einen bietet das Internet jede Menge Informationen an. Auch Praktikumsbörsen sind ein Mittel, eine Position zu finden. Eine weitere Anlaufstelle könnte auch das International Office oder den Career Service eurer Hochschule sein. Deren Mitarbeiter bieten meist Beratungsgespräche für ein Auslandssemester an, können aber auch mit vielen weiteren Informationen rund um Berufseinstieg, Praktika in Deutschland und im Ausland weiterhelfen. Auch die Mitarbeiter der einzelnen Lehrstühle können wertvolle Kontakte vermitteln.

Ich selbst habe meinen Praktikumsplatz über andere Wege gefunden. Nämlich über eine Facebookgruppe. In dieser Gruppe werden regelmäßig Stellenausschreibungen in Asien geteilt. Also haltet die Augen offen und nutzt jede mögliche Informationsquelle.

Mein Tipp: Es ist einfacher, wenn man sich bei einem internationalen Unternehmen mit Standorten in Deutschland und auf der ganzen Welt bewirbt. So hat man sowohl vor als auch während des Praktikums einen direkten Ansprechpartner.

2. Telefoninterviews und Onlinetests beim Bewerbungsverfahren

Da ein persönliches Treffen mit dem Vorgesetzten oder Personaler bei einem Praktikum im Ausland in den seltensten Fällen möglich ist, verläuft der Bewerbungsprozess etwas anders als gewohnt. Große Unternehmen filtern bereits vor einem möglichen Gespräch ihre Bewerber durch Onlinetests aus.

In meinem Fall reichte ich die Bewerbungsunterlagen direkt an die Kontaktadresse im Zielland (Thailand) ein. Nach ein oder zwei Wochen erhielt ich eine Rückmeldung. Der erste Schritt war also geschafft. Als nächstes sollte ich in einem Telefoninterview mit einem der Mitarbeiter in Deutschland meine Motivation für das Auslandspraktikum erläutern. Auch das Telefonat war halb so schlimm wie erwartet. Im nächsten Schritt wurde ein Skypeinterview mit meinem zukünftigen Vorgesetzten in Thailand vereinbart. Dieses Mal fand das Gespräch natürlich auf Englisch statt. Die Hürde hier bestand darin, bei sechs Stunden Zeitverschiebung einen geeigneten Termin zu finden. Nicht selten fanden bei meinen Freunden Skypeinterviews mitten in der Nacht statt. Aber auch das kriegt man hin.

Nach dem erfolgreichen Skypeinterview wurde dann alles andere in die Wege geleitet. Ich stand die meiste Zeit mit der Personalabteilung in Kontakt, die sich um die vertraglichen Angelegenheiten und die Unterlagen für mein Visum gekümmert hat.

3. Ein Gehalt ist keine Selbsverständlichkeit

Wie bereits erwähnt, sind Praktika nicht überall verbreitet. Es gibt daher keine feste Regelung über Gehalt und sonstige Hilfeleistungen. Erwartet hierbei nicht das große Geld! Bei einem Praktikum im Ausland geht es tatsächlich mehr um die kulturelle Erfahrung, als darum, seine Ersparnisse aufzustocken. Ich bekomme beispielsweise für mein Praktikum kein offizielles Gehalt, sondern eine „Living stipend“ (in Südostasien sind es in der Regel ca. 300-500 Dollar im Monat). Diese Auszahlung deckt im besten Fall Wohn- und Verpflegungskosten. Möchte man zusätzlich noch reisen und das Land erleben, sollte man bereits vor dem Auslandspraktikum Geld ansparen.

4. Die eigentliche Organisation: Visum, Sprachzertifikat, Versicherung

Um das Visum sollte man sich frühzeitig kümmern.

Nach der endgültigen Zusage beginnt erstmal die eigentliche Organisationsarbeit. Je nach Zielland solltet ihr euch frühzeitig über die nötigen Dokumente informieren. Brauche ich ein Visum? Ist eine Arbeitsbewilligung notwendig etc. Meistens reicht ein Touristenvisum nicht aus. Studenten- oder Praktikumsvisa benötigen meist mehr Zeit und zusätzliche Formulare. Dazu aber in einem späteren Blogbeitrag mehr.

Natürlich sollte man auch nicht völlig unvorbereitet in ein fremdes Land ziehen. Man ist nicht nur Tourist, sondern verbringt mehrere Wochen oder Monate dort. Für die Arbeitswelt ist Englisch meistens unumgänglich. Auch wenn bei der Bewerbung nicht nach einem Sprachzertifikat verlangt wird, sollte man seine eigenen Englischkenntnisse gut genug einschätzen können. Aber keine Sorge, so ein Auslandsaufenthalt ist ja auch dafür da, sein Sprachvermögen zu verbessern. Spricht man bereits die Landessprache, ist das natürlich ein großer Pluspunkt.

Denkt auf jeden Fall auch an eure Auslandskrankenversicherung! Ich habe einfach bei meiner Krankenkasse in Deutschland angefragt und ein relativ günstiges Zusatzpaket angeboten bekommen. Zwar sind die Arztkosten in Thailand nicht so hoch, aber man kann nie vorhersehen was passiert. Außerdem kann es auch vorkommen, dass Ärzte und Krankenhäuser bei Ausländern einen überhöhten Preis berechnen.

5. Wohnungssuche – am besten mit einheimischer Hilfe

Mein Zimmer für die ersten zwei Wochen. Sehr klein und einfach gehalten.

Eine bezahlbare Wohnung in Deutschland zu finden, ist für manche schon eine Qual. Wie soll es dann im Ausland werden? Ich empfehle euch für die ersten ein oder zwei Wochen ein Hotelzimmer oder eine Ferienwohnung über Airbnb zu buchen. Für das Studentenvisum braucht ihr auf jeden Fall eine Buchungsbestätigung eurer gebuchten Unterkunft! Am besten bittet ihr einen eurer einheimischen Kollegen oder Freunde um Hilfe. Vor Ort ist es viel einfacher, ein geeignetes Zimmer zu finden. Die meisten englischsprachigen Maklerseiten sind nämlich speziell auf Ausländer ausgerichtet, was den Preis natürlich in die Höhe treibt. Momentan lebe ich selber noch in einem Guesthaus, bekomme aber Unterstützung von meinen lieben Kollegen und finde demnächst hoffentlich ein geeignetes Zimmer.

Ein weiterer Tipp: Schaut auch auf Facebook vorbei. In den „Expats-Gruppen“ tauschen sich Einheimische und Ausländer aus und teilen regelmäßig Wohnungsanzeigen. Generell sind solche Gruppen während des Aufenthaltes sehr hilfreich. Man bekommt immer Rat, sei es für die Suche nach einem englischsprachigen Friseur oder nach der coolsten Rooftopbar.

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