30. November 2025
In Cholula endet das Semester, doch nicht meine Zeit hier. Ungeplant hat sich ein neues Kapitel geöffnet – weil die Sehnsucht zu bleiben größer ist als jeder Rückflugplan.
Das Semester ist vorbei und jeder, der selbst einmal länger im Ausland war, weiß, wie eigenartig sich dieser Moment anfühlt. Die Zeit beginnt plötzlich anders zu ticken, fast so, als ob jemand die Geschwindigkeit auf eine neue Stufe gestellt hätte. Vielleicht liegt es an dieser berühmten mexikanischen Uhr, die sowieso ganz anders läuft als die deutsche. Vielleicht aber auch daran, dass ich gemerkt habe: Ich bin noch nicht bereit zu gehen.
Eine Uhr, die anders tickt
Schon bei meiner ersten Reise nach Mexiko habe ich meinen Aufenthalt verlängert, weil es sich richtig angefühlt hat. Dieses Mal war ich mir jedoch am Anfang sicher: Vier Monate reichen vollkommen. Doch je näher das Semesterende rückte, desto klarer wurde mir, dass meine Zeit hier unmöglich schon vorbei sein konnte.
Cholula hat mich auf eine Weise verzaubert, die ich nicht erwartet habe. Die Farben, die Menschen, die kleinen Routinen, die ich inzwischen liebe. Die besondere Mischung aus Gelassenheit und Chaos, aus Tradition und Moderne. Und natürlich all die Menschen, die in den letzten Monaten zu Freunden geworden sind.
- Wartezeiten sind hier keine verlorene Zeit – man redet, lacht, beobachtet.
- Planänderungen gehören zum Alltag und machen vieles spontaner.
- Begegnungen sind intensiver: Menschen nehmen sich wirklich Zeit.
- Man lernt schnell, geduldiger zu werden und freier.
Zwischen Uni und Reisen
Nach vier Monaten kann ich wirklich sagen: Ich liebe die UDLAP. Der Campus ist riesig, wunderschön und lebendig – fast wie eine eigene kleine Welt. Ich hatte tolle Kurse, inspirierende Dozierende und habe mich richtig wohlgefühl.
Neben der Uni war das Reisen ein zentraler Teil meiner Auslandserfahrung. Mexiko ist riesig, und das merkt man spätestens dann, wenn man versucht, alles zu sehen. Zum Glück liegt Cholula bzw. Puebla perfekt: zentral, gut angebunden und mit günstigen Flügen direkt ab Puebla oder sonst Mexiko-Stadt.
Dieses Semester war ich unter anderem in:
Und als letzten Trip besuche ich noch Baja California – ein Traumziel, auf das ich mich schon seit Wochen freue.
Nutzt eure Chance!
Ein Satz, der mich hier begleitet hat, lautet: „Ich werde nie wieder so jung sein wie heute.“
Es klingt banal, aber gerade im Ausland spürt man diese Wahrheit jeden Tag. Ich bin jung, frei und wahrscheinlich so ungebunden wie nie wieder im Leben. Ins Ausland zu gehen kann beängstigend sein – besonders, wenn man noch nie weit weg war. Doch genau diese Angst zu überwinden, lässt einen am meisten wachsen.
Neue Sprache. Neue Menschen. Neue Umgebung. Alles neu, aber auch ein Ort, an dem man sich selbst neu kennenlernen kann.
Meine Entscheidung zu verlängern
Nach ungefähr zwei Monaten hier in Cholula habe ich gemerkt: Ein Semester reicht nicht. Viele meiner neuen Freunde bleiben ein ganzes Jahr, und mit der Zeit wurde mir klar, dass meine Erfahrung hier noch nicht zu Ende erzählt ist. Ich fühle mich gerade jetzt richtig angekommen – warum also schon wieder gehen?
Natürlich vermisse ich Freunde und Familie zuhause. Aber diese Entscheidung musste ich für mich treffen. Ich wollte nicht aus Angst oder Gewohnheit früher abreisen, sondern diese einzigartige Zeit voll auskosten. Mexiko noch intensiver erleben. Mein Leben hier weiterführen. Die Freundschaften, den Alltag, die Routinen, die mir so viel bedeuten.
Auch organisatorisch war die Verlängerung überraschend unkompliziert.
Ich habe zuerst meine Hochschule in Deutschland gefragt, die sofort zugestimmt hat. Danach bin ich zur UDLAP ins International Office, gegangen und dort wurde mir nicht nur geholfen, sondern man hat sich richtig gefreut, dass ich bleiben möchte. Ein kurzer E-Mail-Austausch zwischen beiden Unis, ein paar Formulare und alles stand.
Mein zweites Kapitel in Mexiko wartet
Mein Semester ist vorbei, aber es fühlt sich so an als ob mein Kapitel hier in Mexiko gerade erst richtig anfängt. Ich bleibe, weil ich mich hier angekommen fühle und weil Chancen wie diese selten sind. Ein Auslandssemester folgt selten einem festen Plan. Manchmal öffnet sich eine Tür, die man nicht erwartet hat und dann lohnt es sich, hindurchzugehen.





