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Bis bald und viszontlátásra, Budapest!

Bis bald und viszontlátásra, Budapest!

Ich bin nicht das erste Mal in Budapest gewesen, aber ich habe dort das erste Mal gelebt und gelehrt. Durch mein Praktikum an der Deutschen Schule habe ich wohl am meisten für mich dazugelernt. Aber auch mit Blick auf die ungarische Kultur der Stadt Budapest und den Menschen, die ich kennenlernen durfte, habe ich viele neue Erfahrungen machen können.

Für mich war klar, dass ich trotz der Einschränkungen mit Corona ein Auslandspraktikum machen möchte, weil ich die Erfahrungen und den Mehrwert, den ich daraus ziehe, enorm finde und unbedingt noch vor dem Referendariat Auslandserfahrung sammeln wollte. Ich wollte herausfinden, wie es ist, an einer deutschen Auslandsschule zu arbeiten und meine Erwartungen wurden übertroffen. Trotz Corona konnte ich mich also als Lehrerin ausprobieren und neue Erfahrungen sammeln, die Stadt und Kultur besser kennenlernen und viel Zeit mit meiner Familie verbringen.

Was ich in meinem Praktikum gelernt habe

Am meisten habe ich wohl an meiner Praktikumsschule dazugelernt. Mein Ziel war es dabei das deutsche Auslandsschulwesen kennenzulernen und bei der Deutschen Schule Budapest (DSB) habe ich einen super Einblick bekommen. Ich hatte viele engagierte und nette Lehrkräfte, die ich in ihrem Unterricht begleiten durfte und von denen ich mir einiges für meine spätere Lehrtätigkeit abgucken konnte. Gemeinsam habe ich mit ihnen ihren Unterricht besprochen, in dem ich hospitiert habe, und auch selbstständig meinen Unterricht in ihren Klassen geplant und durchgeführt. Dabei konnte ich mich ausprobieren und vor allem im Umgang mit Smartboards und Online-Unterricht dazulernen. Denn aufgrund von Corona wurden ab einem Zeitpunkt die Stufen ab der 9. Klasse nur noch online unterrichtet, aber so konnte ich auch in der Hinsicht sehr viel lernen. Zusätzlich zu dem regulären Unterricht gab es auch einige schulinterne Fortbildungen, an denen ich während meiner Zeit an der DSB teilnehmen konnte. Diese wurden von Lehrkräften der Schule organisiert und durchgeführt, zu Themen wie Binnendifferenzierung, Tests in Moodle erstellen oder Online-Anwendungen im Unterricht. Das Beste war aber der Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen und den Schülerinnen und Schülern. Ich fühlte mich super aufgehoben an der DSB und habe viele Möglichkeiten zum Unterrichten und wertvolle Rückmeldung bekommen, um mich weiterzuentwickeln. So kann ich mir gut vorstellen in Zukunft an einer deutschen Auslandsschule zu unterrichten.

(Kultur)-Programm trotz Corona

Durch mein dreimonatiges Praktikum hatte ich so viel Zeit wie noch nie in Ungarn. So konnte ich größtenteils aus der touristischen Perspektive ausbrechen und hatte viel Zeit mit meiner Familie. Mit meinen Patenkindern konnte ich spielen und Geburtstage feiern, mit meiner Tante typisch ungarische Gerichte kochen und mit meinen Cousinen auf der Margareteninsel laufen gehen und schöne Abende verbringen. Ich habe Budapest und die Umgebung trotz der Einschränkungen durch Corona noch mal besser kennengelernt. Allein zu meiner Praktikumsschule fuhr ich jeden Tag einmal quer durch die Stadt und bin auf meinem Rückweg oft auf halbem Wege ausgestiegen, um noch an der Donau entlang zu spazieren, mir Sehenswürdigkeiten wie das Parlament anzuschauen oder mich mit Freunden zu treffen (wir haben uns entsprechend an die geltenden Coronaregelungen gehalten). Auch wenn die Restaurants, öffentliche Kultureinrichtungen und Sportstätten ab Mitte November geschlossen hatten, gab es in der Stadt also viel zu erkunden. Auch beim sprachlichen Aspekt habe ich gemerkt, dass es mir mit der Zeit immer leichter fiel, über den Small Talk hinaus über verschiedene Themen auf Ungarisch zu reden.

Ein typisch ungarisches Sprichwort ist mir besonders aufgefallen, weil mich immer, wenn ich meine Tasche auf den Boden gestellt hatte, verschiedene Ungarinnen darauf aufmerksam gemacht haben. Sie haben mir dann empfohlen, die Tasche doch auf einen Stuhl neben mich zu stellen. In einem Restaurant haben meine Kolleginnen und ich sogar einmal extra einen Hocker bekommen, damit unsere Taschen darauf und nicht auf dem Boden stehen, denn ein Sprichwort besagt, dass das Geld aus der Tasche fällt, wenn man sie auf den Boden stellt und man sozusagen arm wird oder es Unglück bringt.

Ein Auslandsaufenthalt ist und bleibt die beste Bildung

Das ist das Fazit, das ich immer wieder ziehe. Nach anfänglicher Überwindung, um den Schritt ins ungewisse Abenteuer zu wagen und nach viel organisatorischem Aufwand lohnt es sich am Ende doch immer den Schritt gegangen zu sein, denn man lernt fürs Leben. Ich persönlich zehre immer noch lange nach meiner Rückkehr von den Erfahrungen, die ich im Ausland gemacht habe und bleibe gerne in Kontakt mit den neuen Bekanntschaften, die manchmal sogar zu richtig guten Freundschaften werden. Im Ausland habe ich automatisch an interkultureller Kompetenz dazugewonnen und neue Perspektiven auf Dinge bekommen, die mir vielleicht vorher ganz selbstverständlich vorkamen. Das Praktikum an der DSB macht sich natürlich auch gut auf meinem Lebenslauf und mit dem Wunsch, in Zukunft selbst an einer Deutschen Auslandsschule arbeiten zu können, habe ich in der Hinsicht schon einen guten Einblick bekommen. Am liebsten würde ich gleich den nächsten Auslandsaufenthalt planen und kann es wirklich nur jedem empfehlen!

Sziasztok!

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