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Die Zukunft der deutschen Sprachlehre in Brasilien– die Nachwuchsakademie

Kurz vor dem Ende meiner Tätigkeit als DAAD-Lehrassistent erwartete mich noch ein besonderes Highlight in einer außergewöhnlichen Stadt: die DAAD-Nachwuchsakademie 2025 in Fortaleza. Es ist das letzte Projekt meines Stipendienprogrammes: Ende des Monats endet ein intensives Jahr in Brasilien für mich.

Die Nachwuchsakademie vom DAAD Brasilien wurde besonders für brasilianische Studierende der Germanistik und Deutsch als Fremdsprache ins Leben gerufen, als Reaktion auf das Ausfallen der sogenannten „Winterkurse“ während der Corona-Pandemie. Im Winterkurs können brasilianische Studierende zwei Monate an einer deutschen Universität Kurse belegen. Er findet normalerweise im Januar und Februar statt. Einige meiner Studierenden haben diesen auch in Anspruch genommen. Leider wird er dieses Jahr erneut nicht stattfinden, aufgrund der Kürzungen der Bundesregierung beim DAAD. Die DAAD-Nachwuchsakademie ist eine schöne Möglichkeit, dieses Jahr mit Studierenden, Lehrassistenten und Lektoren ins Gespräch zu treten.

Mein Workshop: Wissenschaftlich Argumentieren

Das Programm ist ein „Blended Learning-Programm“. Zunächst haben wir Lehrassistenten Workshops zum Thema „Wissenschaftlich arbeiten im Kontext von Deutsch als Fremdsprache“ gegeben. Ich konnte den Auftaktworkshop leiten. Mein Thema war „Wissenschaftliches Argumentieren“. Ich war ein bisschen aufgeregt. Früher habe ich selbst als Student an einer Summer School in Porto teilgenommen, nun bin ich in einer anderen Funktion und arbeite als Teil der DAAD-Nachwuchsakademie. Mein Workshop lief ziemlich gut, und ich habe noch einige Dinge für mich persönlich gelernt. Ich hoffe, dass ich auch den Studierenden etwas über die Struktur wissenschaftlicher Argumente mitgeben konnte. Mein besonderer Fokus lag auf den Unterschieden zwischen deutschen und brasilianischen Universitäten.

Fortaleza – Meer, Sonne und Inspiration

Fortaleza ist als Standort für die Nachwuchsakademie besonders schön. Ich finde es sehr schade, dass es in Campinas weder ein Meer noch einen größeren Fluss gibt. Zuhause in Hamburg lebe ich direkt an der Elbe und bin regelmäßig an der Nord- und Ostsee. Ich freue mich auch, dass der DAAD das gesamte Programm finanziert und plant. Meine Flüge und das Hotelzimmer wurden gebucht, und wir erhalten ein kleines Stipendium für die Verpflegung und Fahrtkosten vor Ort. Das gibt uns auf jeden Fall Wertschätzung und zeigt, dass wir wirklich als Teil des Teams nach Fortaleza anreisen. Das Hotel in Fortaleza war wirklich ein Traum. Es lag direkt am Strand von Iracema, und ich konnte von meinem Fenster auf das Meer blicken.

Intensive Arbeit und wertvolle Einblicke

Doch wir waren nicht zum Urlaub in Fortaleza. Insgesamt waren wir fünf Lehrassistenten aus den verschiedenen brasilianischen Städten. Die Tage waren komplett durchgeplant. Wir hatten Workshops zum Thema „Deutsch als Fremdsprache in Brasilien“. Außerdem haben die Studierenden eigene Präsentationen vorbereitet, die wir als Assistenten bewerten sollten. Natürlich sollte dieses Treffen auch dazu dienen, den Studierenden eine Plattform zum Vernetzen zu bieten. Wir Lehrassistenten konnten einen guten Eindruck von der Arbeit als Lektor bekommen. Im Gegensatz zu Campinas hat der DAAD in Fortaleza ein eigenes Lektorat, und es gibt das „Casa da Cultura Alemã“, also das Haus der deutschen Kultur, in dem Sprachkurse und Kulturveranstaltungen und eben auch die Nachwuchsakademie stattfinden.

Trotz des strikten Plans konnten wir ein paar Eindrücke von Fortaleza bekommen. Wir haben eine Stadtführung bekommen und sind in den kleinen freien Slots selber ein bisschen am Strand entlanggelaufen. Fortaleza liegt deutlich nördlicher als Campinas. Es ist sehr warm, und das Meer ist superschön. Ich könnte mir gut vorstellen, dort einmal länger zu bleiben. Die Abreise aus Fortaleza war ein bisschen traurig für mich, da ich die anderen Lehrassistenten und Lektoren nicht mehr sehen werde. Wir sind alle sehr weit voneinander entfernt und die Nachwuchsakademie war unser letztes Treffen in Präsenz. Das ist sehr schade, da wir uns bereits vom Vorbereitungsworkshop kannten und wir im ständigen Kontakt miteinander sind.

Die Nachwuchsakademie als neue Perspektive

Die Nachwuchsakademie wurde wie bereits erwähnt während der Corona-Zeit ins Leben gerufen und soll eine Alternative zum DAAD-Winterkurs bieten. Der Winterkurs ist ein Programm, bei dem ausländische Studierende ein paar Wochen im Januar und Februar in Deutschland an verschiedenen Unis Kurse belegen können. Dieses Programm wurde vom DAAD finanziert, wurde aber leider für ein Jahr ausgesetzt, da die Bundesregierung dem DAAD im Bundeshaushaltsentwurf für 2025 13 Millionen Euro gestrichen hat. Als Lehrassistent spüre ich diese Auswirkungen bereits, weil Teile meiner Studierenden öfter an diesem Programm teilnehmen und sie sich dieses Jahr leider nicht darauf bewerben können. Mit der Nachwuchsakademie bietet der DAAD Brasilien den Studierenden die Möglichkeit, mit der deutschen Sprache und Kultur in Kontakt zu treten. Für einige war die Reise nach Fortaleza bereits die längste ihres Lebens. Brasilien ist ein großes Land, weswegen einige nicht mal ihren Bundesstaat verlassen haben. Der Flug von Campinas nach Fortaleza hat drei Stunden gedauert. Dieses Programm ist somit besonders für die Studierenden ein absolutes Highlight.

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