26. November 2025
Neues Land, neue Uni, neue Preise: Seit August lebe ich als Erasmus-Student in Valencia – und habe gelernt, wie man hier mit Sonne im Gesicht und dem richtigen Budget im Monat durchs Leben kommt. Hier kommen meine Tipps für Wohnen, Alltag & Freizeit an Spaniens
Mittelmeerküste.

Hola aus Valencia! Ich bin Darin, Erasmus-Student, und seit Ende August lebe ich nun in dieser wunderschönen Stadt an der spanischen Mittelmeerküste. Seit Mitte September studiere ich hier offiziell an der Uni – und nach über zweieinhalb Monaten weiß ich ziemlich genau, wie viel Geld man im Alltag wirklich braucht, um ohne Stress, aber mit viel Spaß durchs Erasmus zu kommen.
Die ersten Tage und Wochen hier fühlten sich an wie ein wilder Mix aus Urlaub, Umzug und Abenteuer. Man kennt noch keinen einzigen Supermarkt, der Bauch knurrt, und ehe man merkt, was passiert ist, sitzt man im nächstbesten Café und bezahlt acht Euro für ein Bocadillo und einen Kaffee – weil man einfach noch nichts Besseres weiß. Und das bleibt nicht die einzige spontane Ausgabe.
Denn schnell fällt einem auf: Alles, was man in Deutschland still und heimlich in seiner Wohnung hatte – Pfannen, Teller, Handtücher, Wäschekorb, vielleicht einen Sandwichmaker – fehlt plötzlich. In meinem Fall war es kein Sandwichmaker, sondern etwas sehr viel Lebenswichtigeres: Ein Ventilator. Nachts über 30 Grad im Zimmer – willkommen in Spanien im August. Also: Ventilator her, plus Bettwäsche, ein paar Basics für die Küche, Putzzeug, Wäschebeutel. Und da ist der 200-Euro-Schein schneller weg, als man „Hola“ sagen kann.
Rechne realistisch damit, in den ersten zwei Wochen zwischen 400 und 500 Euro auszugeben, bevor du überhaupt den Überblick hast. Ein echter Lebensretter sind hier die chinesischen Läden in Valencia – dort bekommst du Haushaltskram, Deko, Elektrozeug wie meinen 17-Euro-Ventilator – für kleine Preise. In normalen Elektrogeschäften wäre das locker doppelt so teuer gewesen.
Wohnen mit sieben Mitbewohnern – günstig, zentral und manchmal… klebrig
Zum Thema Miete: Ich bin mit meiner Freundin gemeinsam nach Valencia gekommen. Wir wohnen in einer großen WG mit insgesamt acht Personen. Unser Zimmer ist groß, hat genug Platz für zwei Menschen und wir zahlen zusammen 550 Euro Miete plus 100 Euro Nebenkosten, also 325 Euro pro Kopf. Für die Lage und Zimmergröße ist das wirklich günstig.
Aber klar: Mit acht Leuten in einer Wohnung kommt kein „Pinterest-WG“-Feeling auf. Küche und Bäder sehen regelmäßig aus wie eine Mischung aus Chaos und Kunstinstallation. Das war mir aber vorher schon bewusst – und ehrlich gesagt nehme ich das für den guten Preis und die zentrale Lage gerne in Kauf.
Unsere Wohngegend heißt Extramurs/Tres Forques und liegt nur ein paar Minuten vom Zentrum entfernt mit vielen Cafés und kleinen Restaurants. Die Nachbarschaft gilt als sichere Gegend und ist nachts ruhig genug zum Schlafen. Zur Uni brauche ich mit dem Bus etwa 20–30 Minuten, je nachdem, ob Valencia gerade beschlossen hat, das komplette Verkehrschaos zu veranstalten.
Wenn du alleine ein Zimmer suchst, findest du in Vierteln wie Ruzafa, Benimaclet (super nah zur Uni) oder Amistat wirklich schöne Zimmer. Realistisch starten gute Zimmer bei 400 Euro im Monat. Alles darunter ist entweder sehr weit weg, sehr klein oder ein Betrug. Die Preise können aber auch bis 600 Euro hochgehen.

Lebensmittel: 300 Euro, viel Kochen und kein Hungern
Meine Freundin und ich haben uns direkt zu Beginn einen 50-30-20 Finanzplan erstellt. Heißt: 50 % des Geldes für Miete und Lebensmittel, 30 % für Freizeit, Ausgehen, Hobbys, Einkaufen und 20 % wollen wir sparen.
Wir haben zusammen etwa 300 Euro im Monat für Lebensmittel eingeplant – und kommen damit sehr gut klar. Die Supermärkte in Spanien sind günstiger als in Deutschland. Wir kochen fast täglich: viel Fleisch, Gemüse, Pasta, Reis – alles dabei. Dadurch essen wir abwechslungsreich und müssen nicht ständig außerhalb Geld lassen.
Freizeit & Ausgehen – das Leben spielt sich draußen ab (und das merkt man im Geldbeutel)
Und jetzt mal ehrlich: In Valencia ist es fast unmöglich, nicht rauszugehen. Die Stadt ist voll mit Leben. Menschen trinken Kaffee draußen, Tapas hier, ein Bier dort, spontane Abende am Strand oder in lateinamerikanischen Restaurants – und plötzlich sind 20 Euro weg. Ich gehe inzwischen ein- bis zweimal die Woche richtig aus – essen, trinken, Freunde treffen. Im Monat gebe ich dafür ungefähr 200 Euro aus. Eigentlich mehr, als ich wollte, aber naja… das Leben zu genießen kostet halt.

Fixkosten für Mobilität, Fitness und ein Hauch von Surfer-Vibes
Neben Miete und Essen gibt es noch ein paar feste Kosten, die jeden Monat auf mich zukommen:
- Busticket: 12,50 Euro – und dafür kann ich alle Busse in Valencia nutzen.
- Fitnessstudio: 30 Euro im Monat – für mich wichtig, weil Sport einfach dazugehört.
- Surfen: Seit Herbst ist Surf-Saison! Meine Freundin und ich zahlen 150 Euro im Monat für zwei Personen, also 75 Euro pro Kopf, für eine Einheit pro Woche. Teuer, ja – aber macht unfassbar Spaß.
Wie viel kostet Valencia pro Monat?
Wenn man alles zusammenzählt, komme ich auf etwa:
- Miete + Nebenkosten: 325 €
- Lebensmittel: ca. 150 € (mein Anteil)
- Freizeit & Ausgehen: ca. 200 €
- Bus, Fitness, Surfen: ca. 120 €
Also insgesamt zwischen 800 und 900 Euro im Monat. In den ersten Wochen aber deutlich mehr – wegen Einrichtung, Essen gehen und spontanen Käufen.
Fazit: Du gibst viel Geld aus – aber bekommst Geschichten fürs Leben
Erasmus ist teuer. Aber es ist jeden Cent wert. Du wirst Dinge kaufen, von denen du nicht wusstest, dass du sie brauchst. Du wirst anfangs mehr Geld in Cafés lassen, als dir lieb ist. Aber du wirst Erinnerungen sammeln, neue Menschen kennenlernen, an einem warmen Abend durch Valencia spazieren und dir denken: Genau dafür mache ich das.
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