studieren weltweit

Erasmus in Valencia Was kostet das richtige Leben unter Palmen wirklich?

Neues Land, neue Uni, neue Preise: Seit August lebe ich als Erasmus-Student in Valencia – und habe gelernt, wie man hier mit Sonne im Gesicht und dem richtigen Budget im Monat durchs Leben kommt. Hier kommen meine Tipps für Wohnen, Alltag & Freizeit an Spaniens
Mittelmeerküste.

Bild Von Palmen an der Plaza d'espana
Die Plaza Espana direkt vor meiner Haustür – Palmen wachsen hier wie Unkraut

Hola aus Valencia! Ich bin Darin, Erasmus-Student, und seit Ende August lebe ich nun in dieser wunderschönen Stadt an der spanischen Mittelmeerküste. Seit Mitte September studiere ich hier offiziell an der Uni – und nach über zweieinhalb Monaten weiß ich ziemlich genau, wie viel Geld man im Alltag wirklich braucht, um ohne Stress, aber mit viel Spaß durchs Erasmus zu kommen.

Die ersten Tage und Wochen hier fühlten sich an wie ein wilder Mix aus Urlaub, Umzug und Abenteuer. Man kennt noch keinen einzigen Supermarkt, der Bauch knurrt, und ehe man merkt, was passiert ist, sitzt man im nächstbesten Café und bezahlt acht Euro für ein Bocadillo und einen Kaffee – weil man einfach noch nichts Besseres weiß. Und das bleibt nicht die einzige spontane Ausgabe.

Denn schnell fällt einem auf: Alles, was man in Deutschland still und heimlich in seiner Wohnung hatte – Pfannen, Teller, Handtücher, Wäschekorb, vielleicht einen Sandwichmaker – fehlt plötzlich. In meinem Fall war es kein Sandwichmaker, sondern etwas sehr viel Lebenswichtigeres: Ein Ventilator. Nachts über 30 Grad im Zimmer – willkommen in Spanien im August. Also: Ventilator her, plus Bettwäsche, ein paar Basics für die Küche, Putzzeug, Wäschebeutel. Und da ist der 200-Euro-Schein schneller weg, als man „Hola“ sagen kann.

Rechne realistisch damit, in den ersten zwei Wochen zwischen 400 und 500 Euro auszugeben, bevor du überhaupt den Überblick hast. Ein echter Lebensretter sind hier die chinesischen Läden in Valencia – dort bekommst du Haushaltskram, Deko, Elektrozeug wie meinen 17-Euro-Ventilator – für kleine Preise. In normalen Elektrogeschäften wäre das locker doppelt so teuer gewesen.

Wohnen mit sieben Mitbewohnern – günstig, zentral und manchmal… klebrig

Zum Thema Miete: Ich bin mit meiner Freundin gemeinsam nach Valencia gekommen. Wir wohnen in einer großen WG mit insgesamt acht Personen. Unser Zimmer ist groß, hat genug Platz für zwei Menschen und wir zahlen zusammen 550 Euro Miete plus 100 Euro Nebenkosten, also 325 Euro pro Kopf. Für die Lage und Zimmergröße ist das wirklich günstig.

Aber klar: Mit acht Leuten in einer Wohnung kommt kein „Pinterest-WG“-Feeling auf. Küche und Bäder sehen regelmäßig aus wie eine Mischung aus Chaos und Kunstinstallation. Das war mir aber vorher schon bewusst – und ehrlich gesagt nehme ich das für den guten Preis und die zentrale Lage gerne in Kauf.

Unsere Wohngegend heißt Extramurs/Tres Forques und liegt nur ein paar Minuten vom Zentrum entfernt mit vielen Cafés und kleinen Restaurants. Die Nachbarschaft gilt als sichere Gegend und ist nachts ruhig genug zum Schlafen. Zur Uni brauche ich mit dem Bus etwa 20–30 Minuten, je nachdem, ob Valencia gerade beschlossen hat, das komplette Verkehrschaos zu veranstalten.

Wenn du alleine ein Zimmer suchst, findest du in Vierteln wie Ruzafa, Benimaclet (super nah zur Uni) oder Amistat wirklich schöne Zimmer. Realistisch starten gute Zimmer bei 400 Euro im Monat. Alles darunter ist entweder sehr weit weg, sehr klein oder ein Betrug. Die Preise können aber auch bis 600 Euro hochgehen.

Bild von einer Straße in dem Viertel Extramurs
Die Straße in der meine Wohnung liegt, Valencia Extramurs

Lebensmittel: 300 Euro, viel Kochen und kein Hungern

Meine Freundin und ich haben uns direkt zu Beginn einen 50-30-20 Finanzplan erstellt. Heißt: 50 % des Geldes für Miete und Lebensmittel, 30 % für Freizeit, Ausgehen, Hobbys, Einkaufen und 20 % wollen wir sparen.

Wir haben zusammen etwa 300 Euro im Monat für Lebensmittel eingeplant – und kommen damit sehr gut klar. Die Supermärkte in Spanien sind günstiger als in Deutschland. Wir kochen fast täglich: viel Fleisch, Gemüse, Pasta, Reis – alles dabei. Dadurch essen wir abwechslungsreich und müssen nicht ständig außerhalb Geld lassen.

Freizeit & Ausgehen – das Leben spielt sich draußen ab (und das merkt man im Geldbeutel)


Und jetzt mal ehrlich: In Valencia ist es fast unmöglich, nicht rauszugehen. Die Stadt ist voll mit Leben. Menschen trinken Kaffee draußen, Tapas hier, ein Bier dort, spontane Abende am Strand oder in lateinamerikanischen Restaurants – und plötzlich sind 20 Euro weg. Ich gehe inzwischen ein- bis zweimal die Woche richtig aus – essen, trinken, Freunde treffen. Im Monat gebe ich dafür ungefähr 200 Euro aus. Eigentlich mehr, als ich wollte, aber naja… das Leben zu genießen kostet halt.

Bild von verschiedenen spanischen Tapas.
Sangria, Oliven und in Olivenöl servierte Sardellen sind meine A’s und O’s beim Tapas Essen

Fixkosten für Mobilität, Fitness und ein Hauch von Surfer-Vibes

Neben Miete und Essen gibt es noch ein paar feste Kosten, die jeden Monat auf mich zukommen:

  • Busticket: 12,50 Euro – und dafür kann ich alle Busse in Valencia nutzen.
  • Fitnessstudio: 30 Euro im Monat – für mich wichtig, weil Sport einfach dazugehört.
  • Surfen: Seit Herbst ist Surf-Saison! Meine Freundin und ich zahlen 150 Euro im Monat für zwei Personen, also 75 Euro pro Kopf, für eine Einheit pro Woche. Teuer, ja – aber macht unfassbar Spaß.

Wie viel kostet Valencia pro Monat?

Wenn man alles zusammenzählt, komme ich auf etwa:

  • Miete + Nebenkosten: 325 €
  • Lebensmittel: ca. 150 € (mein Anteil)
  • Freizeit & Ausgehen: ca. 200 €
  • Bus, Fitness, Surfen: ca. 120 €

Also insgesamt zwischen 800 und 900 Euro im Monat. In den ersten Wochen aber deutlich mehr – wegen Einrichtung, Essen gehen und spontanen Käufen.

Fazit: Du gibst viel Geld aus – aber bekommst Geschichten fürs Leben

Erasmus ist teuer. Aber es ist jeden Cent wert. Du wirst Dinge kaufen, von denen du nicht wusstest, dass du sie brauchst. Du wirst anfangs mehr Geld in Cafés lassen, als dir lieb ist. Aber du wirst Erinnerungen sammeln, neue Menschen kennenlernen, an einem warmen Abend durch Valencia spazieren und dir denken: Genau dafür mache ich das.

Wenn du mehr wissen möchtest zum Thema Erasmus und Valencia – dann folg mir gerne auf Tiktok!

Hast du noch Fragen?

Mehr zu #Sprache

  • Ein Rückblick auf meine Zeit in Newcastle

    Ein Rückblick auf meine Zeit in Newcastle

    Von Brezeln zu Fish & Chips, mein Auslandssemester in Newcastle hat mir nicht nur neue Freundschaften, spannende Uni-Erfahrungen und verrückte Nächte beschert, sondern auch eine neue Sicht aufs Leben. Wie es war, alleine im Ausland zu leben, zu studieren und den britischen Vibe aufzusaugen, erzähle ich hier.

  • „studieren weltweit – der Podcast“

    „studieren weltweit der Podcast“

    Einmal rund um den Globus mit sieben ehemaligen Correspondents der Kampagne „studieren weltweit – ERLEBE ES!“ und Moderatorin Lene. In unserer 2. Staffel von "studieren weltweit – der Podcast" berichten Studierende von ihren unvergesslichen Abenteuern und Herausforderungen im Ausland. Egal ob Cambridge oder Tbilisi, erfahrt aus erster Hand, wie es ist, fernab der Heimat zu studieren, persönliche Hürden zu überwinden, mit Schicksalsschlägen umzugehen und an den Erlebnissen zu wachsen.

  • 10 Tipps und Tricks für deinen nächsten Aufenthalt in Valencia.

    Auf TikTok abspielen
    In diesem Bild siehst du mich auf einem Stuhl sitzen. Ich halte ein Mikrofon in der Hand und rede über Tricks und Tipps zum Leben in Valencia in die Kamera.
    Darin

    Darin / Spanien

    Solltest du nach Valencia ziehen oder einfach nur kommen um Urlaub zu machen, habe ich hier 10 essentielle Tipps und Tricks für dich, die dir dein Leben einfacher machen werden.

  • Buchseiten einscannen? Altmodisch oder doch noch ganz normal heutzutage?

    Auf TikTok abspielen
    Auf dem Bild ist ein Buch zu sehen mit einer Caption in der ich mich beschwere, wie es sein kann, dass man im Jahr 2025 noch dazu verpflichtet wird, Buchseiten in der Bibliothek einscannen zu müssen.
    Darin

    Darin / Spanien

    Ich denke ich bin vielleicht etwas zu verwöhnt von der Technologie die man heutzutage hat, aber dass man verpflichtet wird im Jahr 2025 noch Bücher in einer Bibliothek einzuscannen kommt mir wirklich sehr altmodisch vor. Wie stehst du dazu?#Studierenweltweit #Bibliothek #Spanien #Valencia

  • København, ich liebe dich!

    København, ich liebe dich!

    Mein Semester in Kopenhagen ist Ende Juni vorbei. Aber wie war die Zeit, die Uni und wie lief es eigentlich mit meinem Dänisch? Ich bleibe aber noch ein bisschen, weil das Semester in Deutschland erst Mitte Oktober wieder anfängt.

Video aktivieren

Zum Aktivieren des Videos klicke bitte auf "Video laden". Wir möchten dich darauf hinweisen, dass nach Aktivierung Daten an YouTube übermittelt werden. Mehr dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung. Du kannst deine Einwilligung zur Übermittlung von Daten jederzeit widerrufen.

Auf Instagram abspielen

Erlebe meinen Auslandsaufenthalt

Erlebe meinen Auslandsaufenthalt

Erlebe meinen Auslandsaufenthalt

Erlebe meinen Auslandsaufenthalt

Video aktivieren

Zum Aktivieren des Videos klicke bitte auf "Video laden". Wir möchten dich darauf hinweisen, dass nach Aktivierung Daten an YouTube übermittelt werden. Mehr dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung. Du kannst deine Einwilligung zur Übermittlung von Daten jederzeit widerrufen.

Erlebe meinen Auslandsaufenthalt

Auf TikTok abspielen

Erlebe meinen Auslandsaufenthalt