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Von Soju, Kimbab und Tteokbokki – Essen und Trinken in Korea

Von Soju, Kimbab und Tteokbokki – Essen und Trinken in Korea

In einem anderen Land interessieren mich immer am meisten die Ess- und Trinkgewohnheiten. Essen und Trinken verbindet, bringt Gemeinschaft und ist ein großer Bestandteile von Kulturen, vor allem in Korea.

Typisch koreanisches Essen ist sehr verschieden zu dem, was ich in meinem deutschen Alltag esse. Generell wird mit Stäbchen gegessen und die Gerichte sind sehr fleischlastig. Man findet aber auch vegetarische Varianten. Das Essen ist oft scharf und geschmacksintensiv. In Deutschland ernähre ich mich hauptsächlich vegan, da mir das hier aber zu teuer und zu kompliziert ist, habe ich beschlossen, das hier vor Ort etwas lockerer anzugehen. Auch vor dem Hintergrund, dass ich mich nicht verschließen möchte vor dem Essen als Bestandteil der Kultur, halte ich dies für eine gute Entscheidung. Trotz dessen präferiere ich persönlich trotzdem vegetarische Alternativen.

Koreanisches Essen

Besonders gut an den koreanischen Essgewohnheiten gefällt mir die Art wie gegessen wird. Alle am Tisch bestellen zusammen verschiedene Gerichte und jeder kann von allem essen. Ich finde diese Art des Essens schafft eine besondere Gemeinschaft, außerdem fühlt man sich dadurch irgendwie näher und das gemeinschaftliche Essen bekommt nochmal etwas Besonderes. Zusätzlich ist es natürlich auch cool, weil man verschiedene Sachen gleichzeitig essen kann und sich nicht auf ein Gericht reduzieren muss. In vielen Restaurants werden bestimmte Gerichte auch direkt auf dem Tisch gekocht. Toekbokki,  koreanisches Barbecue, sowie Dakgalbi sind zum Beispiel Gerichte, die direkt am Tisch zubereitet werden.
Nicht so gut gefällt mir die Angewohnheit nicht aufzuessen. Es scheint total normal Reste übrig zu lassen, was natürlich der deutschen Denke “ der Teller muss aufgegessen werden, sonst regnet es morgen“ etwas widerspricht. Die Verschwendung von Essen, finde ich prinzipiell nicht so gut. Tatsächlich ist der Hintergrund dieses übrig lassen, dass es zeigt, man ist satt geworden. Isst man den Teller komplett auf, zeigt es dem Gastgeber man sei nicht satt geworden, was als Beleidigung verstanden wird. Gegenüber Ausländern, habe ich aber das Gefühl, wird es einem aber nicht so übel genommen.

Koreanische Gerichte, die man probieren sollte:

  • Kimbab
    Ähnlich wie Sushi, eine Rolle aus Reis, ummantelt mit Algen, mit unterschiedlicher Füllung.
  • Kimchi
    Fermentiertet Chinakohl oder Rettig
  • Dakgalbi
    Scharf gebratenes Hühnchen ohne Knochen, mit Gemüse, wie Kohl und Süßkartoffeln zusammen mit Ramen-Nudeln, Udon- Nudeln oder Reisnudeln (Rice Cakes).
  • Toebkokki
    Ein Gericht aus „Rice Cakes“, also kleinen Nudeln aus Reisteig, die aussehen wie Schupfnudeln in einer scharfen Tomatensoße.
  • Korean Hot Dog
    Ein Hefeteig am Stiel, gefüllt mir Würstchen und oder Käse, der fritirt wird. Manchmal sind außen an der Panade noch Kartoffelstückchen.
  • Haemul pajeon
    Ein Pfannkuchen, gebacken wie Reibkuchen, mit Karotten, Kartoffel, Zwiebeln und Süßkartoffeln.
  • Bibimbap
    Ein klassisches Reisgericht, mit verschiedenem Gemüse und Ei.
  • Binsu
    Nachspeise aus Eis, das geraspelt wird.

Bier und Soju

In vielen Bars in Seoul wird Bier getrunken, aber eines der bekanntesten koreanischen alkoholischen Getränke ist „Soju“. Soju ist eine Spirituose auf Reis Basis mit ca. 10-13 Prozent Alkoholgehalt. Die klassische Variante von Soju schmeckt ein bisschen wie ein leichter Vodka. Meine Favoriten sind bisher Soju mit Grapefruit und Soju mit Melone. Bestellt man Soju in einer Bar, bekommt man immer eine kleine Flasche mit kleinen Schnapsgläsern dazu.

Kaffeekultur

Seoul hat eine ausgeprägte Kaffeekultur, welche mir besonders gefällt. Ich liebe Kaffee und hier gibt es Kaffee in so vielen verschiedenen Varianten, dass man sich fast nicht entscheiden kann was man nimmt. Besonders beliebt ist hier „Iced coffee“, also kalter Kaffee mit Eiswürfeln. An jeder Ecke bekommt man einen guten Kaffee und es gibt viele kleine Ca­fés in denen oft auch tolle Desserts angeboten werden. Starbucks ist auch ganz hoch im Rennen und es befindet sich eigentlich in jeder Straße ein Starbucks. Tatsächlich ist das Angebot innerhalb eines Starbucks aber anders, als wir das aus Europa kennen.

Preislich liegt Kaffee zwischen 2 und 7 Euro, kommt immer drauf an, wo man den Kaffee bestellt. In einem Ca­fé mit Dachterrasse kann der Kaffee schon mal etwas teurer sein.

 

Den günstigsten Kaffee habe ich bisher bei „banapresso“ gefunden. Dort gibt es sogar Kaffee mit Sojamilch, was mir als Veganerin natürlich super gefällt.

Spannend wird das Kaffeetrinken aber durch die vielen Themenca­fés. Es gibt zum Beispiel ein Harry Potter Ca­fé, Ca­fés mit Schafen, Hunden oder Katzen so wie Ca­fés mit stilvollen Einrichtungen und anderen Besonderheiten.

Am meisten hat mich bisher ein Ca­fé namens „Layered“ begeistert. Das Ca­fé ist auch für Koreaner ein besonderes Highlight. Zusätzlich zu gutem Kaffee bekommt man eine riesige Auswahl an Kuchen und Torten. Die Einrichtung ist gemütlich und man fühlt sich ein bisschen wie bei Oma zu Hause.

Kuchen
Ich hatte ein Stück Pumpkin Cheese Cake. Es war eines der leckersten Stück Kuchen, die ich je gegessen habe.

In den nächsten Wochen möchte ich unbedingt ein Ca­fé besuchen, in dem man ein Brief an sich selbst schreiben kann, der ein Jahr später an einen selbst versendet wird, als auch ein Kunst Ca­fé in dem man während des Kaffeetrinkens einen kleinen Aquarellkasten bekommt und sein eigenes Bild malen kann.

Convenience Stores

In Seoul gibt es an jeder Ecke kleine Läden, die sich „Convenience Stores“ nennen. Diese Geschäft sind in etwa vergleichbar mit Kiosks in Deutschland. Sie sind aber etwas größer und haben mehr Auswahl. Von koreanischen Snacks über Soju, Eis und schnell zu kochenden Kleinigkeiten ist dort alles zu finden.

Unter folgenden Namen findet man die gängigsten Convenience Stores:

  • G25
  • Seven Eleven
  • CU
  • emart24

Verloren im Supermarkt

Da auf Dauer das auswärts Essen und Trinken doch etwas teuer wird, muss ich ab und zu im Wohnheim kochen. Das Wohnheim hat eine Küche, in der ein paar Kochutensilien zur Verfügung stehen. Das Einkaufen im Supermarkt stellt sich aber als schwerer heraus als gedacht. Da sich in Korea anders ernährt wird, ist das Angebot eben ganz anders. Gemüse und Obst sind verhältnismäßig teuer, genauso wie auch westliche Produkte wie Müsli und Haferflocken.
Günstig sind Produkte wie Reis, und diverse koreanische Produkte, die ich weder aussprechen, noch kochen kann. In den folgenden Wochen möchte ich lernen, wie das ein oder andere zubereitet wird.

In den kommenden Monaten werde ich hoffentlich noch viele weiter Köstlichkeiten probieren. Auf der Liste steht zunächst auch mal die Mensa auf dem Campus zu testen und weiter Gerichte zu entdecken.
Auch möchte ich mich durch die verschiedenen Kaffeespezialitäten durchprobieren.

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