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Nordlichtjagd: Mein Rezept für finnisches Glück!

Nordlichtjagd: Mein Rezept für finnisches Glück!

Man nehme: tolle Menschen, gutes Wetter, Bratwürstchen und Marshmallows, gute Laune und eine Prise Magie. Das Ergebnis? Ein Jahresvorrat finnisches Glück! Mein ultimatives Rezept gibts nur für Euch und nur hier.

Der erste Schritt für eine erfolgreiche Nordlichtjagd ist eine gute Stärkung.  Zur Einstimmung auf die lange Nacht begannen wir unseren Ausflug mit einem Lagerfeuer – und dem schönsten Sonnenuntergang, den ich bis jetzt hier erleben durfte. Es gab Stockbrot, Bratwürstchen, Marshmallows und als Topping einen einmaligen Ausblick auf die weite Landschaft.

Drei Frauen sitzen in der Abendsonne am Lagerfeuer und halten Stöcker mit Stockbrot und Würstchen über das Feuer. Im Hintergrund geht die Sonne über der weiten Landschaft unter.
Mit Stockbrot und Bratwürstchen stimmen wir uns auf die kommende Nordlichtsuche ein.

Schritt 2: Mit guter Laune und Musik in Richtung Nordlichter

Gut gestärkt machten wir uns gegen 22 Uhr auf den Weg in Richtung Schweden. Eine der Studentinnen arbeitet im Winter als Guide für Nordlicht-Fototouren und hat uns daher zu einem besonders guten Ort für Nordlichter gefahren. „Gut“ bedeutet in diesem Fall dunkel und mit weitem Blick in Richtung Norden. Auf der knapp einstündigen Fahrt haben wir viel gelacht und gesungen, sodass die Müdigkeit gar keine Chance hatte. Nur wenige Kilometer vor der schwedischen Grenze erreichten wir unser Ziel: einen recht großen See, den ein schmales Waldstück von der kaum befahrenen Straße trennte. Mit Kameras, Taschenlampen und Tee bewaffnet schauten wir in den Sternenhimmel. Gespannt warteten wir auf die Nordlichter.

Schritt 3: Die Stille genießen

Ich kann kaum beschreiben, wie magisch die Situation war. Nur wir fünf am Ufer des Sees, über uns der klare Sternenhimmel. Immer wieder sahen wir Sternschnuppen. Außer dem Rauschen der Bäume und dem leisen Plätschern des Wassers war nichts zu hören. Man fühlt sich so klein und so leicht, wenn man in der Dunkelheit steht und sich auf nichts konzentriert. Wenn man nicht nachdenkt und nicht zweifelt, sondern einfach nur den Moment genießt.

Blick in den Sternenhimmel, der von Tannen umgeben und von einem blauen Schimmer durchzogen wird.
Der Blick in den Himmel voller Sterne. Wer genau hinschaut, sieht den Schimmer des Nordlichts.

Schritt 4: Augen auf beim Blick in den Himmel

In dem meditationsähnlichen Zustand, in den man sich bei so magischer Szenerie schnell befindet, sollte man natürlich den Himmel im Auge behalten – es sei denn, man möchte das wohl schönste Naturschauspiel Skandinaviens verpassen! Ich hatte das Glück, schon mehrmals Nordlichter zu sehen. Daher weiß ich, dass jedes noch so farbenfrohe Nordlicht zunächst wie ein schwacher Nebelschleier aussieht. Wer also genug Zeit haben möchte, sich einen guten Beobachtungsplatz zu suchen, sollte die beginnenden Nordlichter rechtzeitig erkennen. Das Handy ist hierbei nur bedingt ein guter Begleiter, denn je länger die Augen in den Himmel, statt auf den Bildschirm, schauen, desto besser erkennt man die Nordlichter. Dennoch ist eine App zur Nordlichtvorhersage sinnvoll. Aus Wetter- und Sonnenaktivitätsdaten berechnet die App die Wahrscheinlichkeit, Nordlichter zum aktuellen Zeitpunkt und in den nächsten Stunden zu sehen.

Das Warten hat sich gelohnt: nach etwa einer Stunde wurde aus dem zarten Schleier ein helles, leuchtendes Band, aus dem immer wieder flammenähnliche Fäden tanzten. Für mich gibt es kein faszinierenderes Naturschauspiel!

Über dem See erstrahlt der Himmel in grün und lila.
Man kann sich an dem farbenfrohen Lichtern nicht sattsehen. Aber will man das überhaupt?

Schritt 5: Das Spektakel genießen

So fotogen die Situation auch ist, es lohnt sich, nicht nur an die Fotos zu denken, sondern den Augenblick zu genießen. Als leidenschaftliche Hobbyfotografin fällt mir das alles andere als leicht. Doch die Fotos von Nordlichtern sind zwar sehr beeindruckend, werden aber nie an den einmaligen Moment herankommen. Sie zeigen das Licht und die Sterne, aber sie können nicht den frischen Wind,  das Rauschen der Tannen oder das Plätschern des Wassers teilen. Momente können halt nicht auf USB-Sticks und Festplatten gespeichert werden – sie bleiben im Herzen!

Vanessa sitzt am Ufer eines Sees und schaut auf den Sternenhimmel, durch den die Nordlichter grün und lila tanzen.
Wald, Wasser, Sterne, Nordlichter: Magie pur.

Es ist jetzt ziemlich genau 24 Stunden her, dass ich diese tollen Momente erleben durfte. Ich bin unglaublich müde und ich habe das Gefühl, all diese Eindrücke noch immer nicht verarbeitet zu haben. Aber vielleicht ist das auch gut so – Glück hat schließlich kein Verfallsdatum.

 

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