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Was ich in Indien noch mache, außer zu essen

Was ich in Indien noch mache, außer zu essen

Ein Forschungspraktikum im Lehramtsstudium? Was gibt’s denn da großartig zu forschen? Ich verrate es euch! Meine Zeit an einer tibetischen Schule in Indien hat zwar noch nicht angefangen, aber was da kommen wird, wurde von meiner Dozentin bereits als Pionierarbeit angekündigt.

Ich studiere Grundschullehramt mit Integrierter Sonderpädagogik an der Universität Bielefeld und ich bin hier in Indien, um für meine Masterarbeit zu forschen. Während meines Bachelorstudiums durfte ich bereits ein Semester an der Delhi University studieren. Seitdem habe ich ununterbrochen Fern- bzw. Heimweh nach Palak Paneer und Butternaan. Deshalb habe ich den Plan gefasst, für meine Masterarbeit zurückzukommen. Damals habe ich auch einen Tibeter kenngelernt, der mir nicht nur beigebracht hat was Momos sind, sondern auch, wie es um zehntausende Tibeter bestellt ist, die hier im Exil leben. Das hat mich seitdem sehr beschäftigt und deshalb will ich meine Masterarbeit nutzen, um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Tibeter und tibetische Schulen in Indien

1959 ist das tibetische Oberhaupt der 14. Dalai Lama von Tibet aus über das Himalaya-Gebirge nach Indien geflohen. Ihm folgten viele Tausende Tibeter, Schätzungen zufolge leben heute 100.000 tibetische Geflüchtete in Indien im Exil. Hier haben sie Bleiberecht und dürfen ihre Religion und Kultur frei ausleben – was ihnen in ihrer Heimat verwehrt wird. In Dharamsala (tief im Himalaya-Gebirge im Bundesstaat Himachal Pradesh) hat die Exilregierung ihren Sitz. Sie kümmert sich unter anderem um ein eigenes Gesundheitswesen, kulturelle Veranstaltungen und das Schulwesen. Apropos Schulen, insgesamt sind in Indien 12.000 Kinder in der Obhut der sogenannten Tibetan Children’s Villages Organisation. Und da komme dann auch schon ich ins Spiel.

tibetische flaggen
Tibetische Flaggen und Gebetsmühlen stimmen mich auf meinen Forschungsaufenthalt ein

Worum geht’s in meiner Masterarbeit?

Im Rahmen meiner Masterarbeit werde ich einen Monat an der größten tibetischen Schule Indiens, der TCV School Upper Dharamsala forschen. Das heißt, ich werde viel beobachten und vor allem Interviews führen. Welcher Fragestellung ich konkret nachgehe, steht im Moment noch nicht fest. Wichtig ist mir erstmal die Organisation und Stuktur des Bildungssystems aufzuzeigen und herauszufinden, wie die Schule die Tibeter auf das Leben danach vorbereitet. Was viele nämlich nicht wissen: Tibeter haben in Indien zwar Bleiberecht, jedoch ist es für sie unglaublich schwierig, hier im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Wie ich bei meinen Vorbereitungen an die Handynummer des tibetischen Bildungsbeauftragten gekommen bin erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag!

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