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Von Kommilitoninnen zu engen Freundinnen

Von Kommilitoninnen zu engen Freundinnen

Neue Freunde zu finden, ist sicherlich eine der größten Herausforderungen im Ausland. Kulturelle Unterschiede und Sprachbarrieren spielen dabei oft eine Rolle. Dennoch sind meine Kommilitoninnen in den letzen Monaten zu meinen engsten Freundinnen hier in Finnland geworden – und ich blicke dankbar auf das erste Semester mit ihnen zurück.

Ich habe großes Glück, dass ich mich mit meinen Kommilitoninnen so gut verstehe. Doch „Glück ist, wenn Gelegenheit auf Bereitschaft trifft.“ In unserem Fall bot unser kleiner Studiengang nämlich die Gelegenheit, sich sehr schnell kennenzulernen. Wir haben bereits in der ersten Woche nach unserem Orientierungstag an der Uni viel unternommen, um uns besser kennenzulernen.

Viele gemeinsame Aktivitäten – trotz Corona

Ohne das Interesse und die Bereitschaft, so viel Zeit miteinander zu verbringen, wären wir heute sicherlich nicht so eng befreundet. Ich bin nach wie vor von der Offenheit meiner Freundesgruppe beeindruckt: von sportlichen Aktivitäten wie Rollschuhfahren, Wandern, Skifahren und Badminton über Spieleabende und gemütliche Stunden im nahgelegenen Pub unternehmen wir unglaublich viel. Wegen Corona finden zwar keine öffentlichen Events statt, doch wir organisieren unsere eigenen Veranstaltungen in kleiner Runde (fünf bis sieben Personen). So haben wir zum Beispiel eine kleine Halloweenparty und eine Weihnachtsfeier veranstaltet. Die Corona-Maßnahmen lassen private Feiern zu.

Die magischen R’s, die zusammenschweißen: Reisen und Reden

Auch wenn wir uns manchmal über abgesagte Veranstaltungen ärgern: wir hätten sicherlich weniger Abende auf der Couch verbracht, an denen wir einfach nur geredet haben – über uns, unsere Erfahrungen, unsere Meinungen und manchmal auch unsere Sorgen. Ich denke, wir haben es vor allem diesen Sofa-Gesprächen zu verdanken, dass es sich so anfühlt, als würden wir uns schon Jahre kennen. Aber auch die kurzen Wochenendreisen, die wir unternommen haben, haben uns zusammengeschweißt. Mehrere Tage am Stück miteinander an einem anderen Ort zu verbringen, ist immer etwas Besonderes.

Sprachbarrieren und Kulturunterschiede: die deutsch-finnische Freundschaft

Zugegeben: Von meinen fünf engsten Freundinnen sind nur vier finnisch, eine meiner Freundinnen kommt aus Estland und lebt seit zwei Jahren in Finnland. Dennoch bin ich die Einzige, die frisch nach Finnland gezogen ist und (noch) kein Finnisch spricht. Das ist natürlich nicht immer einfach, da ich weiß, dass meine Freundinnen nur meinetwegen Englisch sprechen. Aber das Englisch der Finnen ist allgemein sehr gut und die Kommunikation klappt daher sehr gut. Wenn meine Freunde ab und zu doch ein paar Sätze auf Finnisch miteinander sprechen, ist das für mich auch motivierend. Vielleicht kann ich ja nächstes Jahr schon auf Finnisch mitreden?

Kulturelle Unterschiede zu meinen deutschen Freunden habe ich bisher kaum festgestellt. Laut Klischee sind Finnen ruhig und zurückhaltend, was auf meine Freundinnen überhaupt nicht zutrifft. Sicher liegt das aber auch daran, dass sie alle Auslandserfahrung haben und sich mit unserem Studium für ein internationales Umfeld entschieden haben. Mir ist aber aufgefallen, dass meine finnischen Freunde sehr viel spontaner sind als Deutsche. Oft entscheiden wir erst am gleichen Tag, ob und wann wir uns treffen. Außerdem dauern Entscheidungen hier etwas länger als in Deutschland. Auf Fragen zur Sitzplatzverteilung im Auto, zur passendsten Mittagessenszeit oder zur Wahl des Cafés lautet die Antwort oft: „Everything works.“ Das macht die Kommunikation zwar sehr unkompliziert, aber manchmal auch sehr langwierig.

Ich könnte mir definitiv keine besseren Kommilitoninnen, Freundinnen, Finnisch-Lehrerinnen und Reisepartnerinnen für meine Zeit hier in Rovaniemi vorstellen.

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