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Mein IAESTE-Praktikum am Forschungsinstitut

Mein IAESTE-Praktikum am Forschungsinstitut

Neben Kulturschock und tollen Freizeitaktivitäten geht es hier auch ernst zur Sache. Mein Praktikum absolviere ich in einem Labor des Research Institute of Medical & Health Sciences der Universität Schardscha. Lest hier mehr über meinen Alltag im Labor und an der Uni.

Hauptgenäude Universität Schardscha
Hauptgebäude der Uni Schardscha: der Campus besticht mit großen, anmutigen Gebäuden im islamischen Stil.

Mein Forschungsinstitut befindet sich auf dem medizinischen Campus, der im Gegensatz zum Rest der Universität gemischt und nicht nach Geschlechtern getrennt ist. Nichtsdestotrotz besteht meine Laborgruppe neben dem Professor nur aus Frauen. Ich bin Teil der „Eisenbiologie“-Gruppe, der ich an meinem ersten Tag zugeteilt wurde. Für meinen Schwerpunkt Neurowissenschaften bietet das Institut leider nichts, auch wenn es der Internetauftritt anders vermuten ließ. Das ist generell ein Problem bei den IAESTE-Praktika. Die Beschreibung in den initialen Jobangeboten fällt meist sehr kurz aus und man weiß am Ende nicht, was einen wirklich erwartet. Flexibilität ist hier gefragt!

Meine Gruppe forscht an der Östrogen-Eisen-Achse in Krebs- und Immunzellen. Ich habe mein eigenes kleines Projekt, das ich selbstständig bearbeiten kann. Ich kann Methoden, die ich schon aus anderen Laboren kenne, vertiefen und lerne auch neue Techniken kennen. Alle zwei Wochen gibt es eine Labor-Besprechung, wo wir dem Professor den Stand unserer Forschung mitteilen. Meine Laborgruppe besteht aus einem Post-Doc, einer Forschungsassistentin und einer Technischen Assistentin sowie einer fluktuierenden Anzahl an Bachelor- und Masterstudentinnen der Universität Schardscha. Die meisten Mitarbeiter hier am Institut kommen aus Indien – kein Wunder, denn der größte Anteil der Bevölkerung der Emirate ist indisch.

Neben mir sind noch weitere IAESTE-PraktikantInnen am gleichen Institut, sodass wir gemeinsam Mittagspause machen können. Die Universität bietet keine Mensa mit studentenfreundlichen Preisen, so wie ich das aus Deutschland kenne. Am medizinischen Campus gibt es eine kleine Cafeteria mit verschiedenen kleinen Fast-Food Restaurants, Essens- und Getränkeständen zu normalen Preisen. Meistens bringe ich daher mein Essen selbst mit.

Der Transport von unserer Unterkunft zur Uni und zurück ist kostenlos. Allerdings gibt es nur einen einzigen Bus, sodass man sehr abhängig ist. Wie gesagt, der öffentliche Nahverkehr ist hier quasi nicht vorhanden. Eine Alternative ist, sich an die Straße zu stellen und sich in das nächste Taxi zu setzten. 12 Dirhams (ca. 2,80 €) kostet eine Fahrt bis zum Apartment. Absolut in Ordnung, gerade wenn man sich das Taxi teilt. Navigationsgerät muss man allerdings selbst spielen.

Fitnessstudio Frauen Universität Schardscha
Fitnessstudio im Sportkomplex der Frauen.

Ansonsten gehe ich (oder besser gesagt nehme einen der Busse, die die verschiedenen Teile der „University City“ verbinden) regelmäßig nach dem Labor zum Sportkomplex der Uni, den wir umsonst nutzen können. Hier gibt es ein Fitnessstudio, Schwimmbad und das Training der Unimannschaften für z.B. Basketball und Volleyball finden hier statt. In letzterer bin ich nun auch Mitglied und trainiere zwei Mal die Woche mit. So kann ich meinem Hobby aus Deutschland auch hier nachgehen. Ein uniinternes Turnier fand auch schon statt sowie Spiele gegen andere Universitäten.

Campus Universität Schardscha

Großzügig angelegter Campus macht Busse notwendig um von A nach B zu gelangen. Für’s Fahrrad fahren is es hier zu heiß 😉

Eine andere Aktivität nach dem Labor ist einen der stündlichen Unibusse in Richtung Schardscha Innenstadt zu nehmen und ein bisschen den Flair der arabischen Großstadt zu genießen. Unsere Unterkunft ist in einem Außenbezirk von Schardscha, alles ziemlich neu mit vielen kleinen teuren Cafés und Restaurants. Downtown gibt es da eindeutig billigere Optionen.

Insgesamt gefällt mir das Praktikum hier gut. Ich bin froh, dass ich mein eigenes Projekt habe und so weitestgehend unabhängig arbeiten kann. Auch sind meine Kollegen super nett, interessiert und gastfreundlich. Zum selbstgekochten indischen Abendessen wurde ich auch schon eingeladen.

Eure Laura

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