16. Dezember 2025
Mit meinem Auslandssemester in Japan habe ich mir auch das Ziel gesetzt, die japanische Sprache zu lernen. In der Hoffnung, dass ich sie irgendwann verstehen, schreiben und sprechen kann. Was die Grundlagen sind und wie ich Japanisch lerne, erfahrt ihr hier.
Bevor ich euch dann sage, wie ich Japanisch lerne, erkläre ich erst einmal kurz die Basics. Japanisch unterscheidet sich in Aufbau, Schrift und Grammatik stark von Deutsch. Deshalb fühlt sich der Einstieg an, als würde man komplett von vorne anfangen. Im Japanischen gibt es drei Schriftarten: Hiragana, Katakana und Kanji.
Die Grundlage bildet dabei Hiragana. Hiragana wird für japanische Wörter und grammatikalische Endungen benutzt und hat eine runde Schreibweise. Katakana hingegen wird für ausländische Wörter wie auch Namen verwendet und besteht eher aus geraden Linien und Winkeln.
Zuletzt gibt es Kanji. Dabei handelt es sich eigentlich um chinesische Schriftzeichen, die etwa im dritten Jahrhundert nach Christus in Japan übernommen wurden. Während Hiragana und Katakana die Aussprache festlegen, tragen Kanji ganze Bedeutungen in sich. So können verschiedene Kanji die gleiche Aussprache, aber durch ein anderes Zeichen eine andere Bedeutung haben.
Diese drei Schriftarten zusammen bilden das japanische Schriftsystem.
Am Anfang konzentrierten wir uns beim Lernen auf Hiragana und dann Katakana, da sie die Grundlage für Lesen und Schreiben bilden. Eine Kanji-Einführung haben wir sogar erst jetzt am Ende des Semesters bekommen.
Neben der Schrift unterscheidet sich Japanisch aber auch im Satzbau. Im Japanischen stehen die Verben fast immer am Ende. Außerdem zeigen Partikel an, welche Funktion ein Wort im Satz hat. Das Subjekt im Satz kann auch weggelassen werden, wenn durch den Kontext klar ist, wer gemeint ist.
So lerne ich Japanisch
Ich habe im Voraus schon etwas Japanisch gelernt, aber das war ziemlich unregelmäßig und außer einigen Vokabeln habe ich da leider nicht so viel mitgenommen. Das ist hier in Japan aber ganz anders. Ich habe mich für einen Japanischkurs an meiner Universität angemeldet. Dieser findet dreimal die Woche statt. Anfangs haben wir die Hiragana-Schriftzeichen Schritt für Schritt gelernt und dazu dann auch immer einen kleinen Vokabeltest gehabt. Das Gleiche gab es dann auch nochmal für Katakana.
Das war aber nur ein Teil unserer Unterrichtsstunden. Im zweiten Teil der Unterrichtsstunden haben wir gelernt, im Alltag klarzukommen. Da ging es dann natürlich darum, sich vorzustellen, nach Richtungen zu fragen oder sich im Restaurant verständigen zu können. Jetzt, etwas später im Semester, lernen wir mehr Sätze für normale Gespräche.
Das alles aus dem Textbuch lesen zu können, reicht aber natürlich nicht. Genau wie in jeder anderen Sprache ist es wichtig zu sprechen, zu sprechen und noch mal zu sprechen. Das finde ich auch an der Gestaltung dieses Kurses sehr gut. Wir haben regelmäßig Aktivitäten, bei denen japanische Studenten zu uns in den Kurs kommen und sich mit uns unterhalten. So haben wir die Chance, das Gelernte auch in normalen Gesprächen anzuwenden.
Neben diesen Aktivitäten probiere ich, Japanisch in meinen Alltag einzubauen. Deshalb probiere ich so gut wie garnicht auf Englisch zu sprechen, wenn ich beispielsweise Einkaufen gehe oder mich mit meinen japanischen Freunden unterhalte.
Meine Tipps
Ich bin zwar noch kein Profi, aber ich möchte euch trotzdem ein paar Tipps geben. Als Erstes ist es wichtig, regelmäßig zu lernen, und damit meine ich nicht, am Abend noch schnell eine Streak einzuhalten (so wie ich), sondern sich vor allem am Anfang täglich hinzusetzen und so 15 Minuten lang die Schriftzeichen zu lernen. Keine Sorge, du musst da nicht alle Schriftzeichen auf einmal lernen. Wir haben im Kurs zehn Schriftzeichen pro Stunde gelernt und ich finde, das ist eigentlich eine ganz gute Menge für den Anfang.
Zweitens: Sprich, wann immer du kannst. Ich habe das viel zu lange nicht gemacht und dadurch auch lange keinen Fortschritt erzielt. Also, wenn du das nächste Mal in Japan bist, bestell doch lieber auf Japanisch als auf Englisch oder schau, ob deine Uni nicht ein Sprachen-Café hat.
Drittens: Hab keine Angst vor Fehlern. Ich mache sehr oft Fehler wenn ich mit meinen Freunden beim Volleyball spreche, aber dann kriege ich Hilfe und die freuen sich, dass ich die Sprache lernen möchte. Also Fehler sind nicht schlecht, sondern auch einfach Teil des Lernprozesses.