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Achtung Fettnäpfchen – Kulturelle Regeln in Chile

Achtung Fettnäpfchen – Kulturelle Regeln in Chile

Andere Länder – andere Sitten. Kulturelle Unterschiede können am Anfang für viel Verwirrung sorgen. Hätte ich die folgenden Konventionen schon vor drei Monaten gewusst, wären mir viele unangenehme Momente erspart geblieben. Ein Überblick über die wichtigsten gesellschaftlichen Regeln in Chile:

1. Kuss zur Begrüßung

Der Begrüßungskuss auf die rechte Wange ist tatsächlich nicht nur ein kleines Küsschen (wie z.B. in Frankreich), sondern ein richtiger Kuss. Es spielt dabei keine Rolle, ob man sich gerade zum ersten Mal sieht oder schon jahrelang befreundet ist. Nur Männer untereinander begrüßen sich mit einer Umarmung.  Achtung: Für uns Deutsche kann das am Anfang etwas befremdlich sein, aber man gewöhnt sich daran. Es ist einfach eine sehr herzliche Art und Weise sich zu begrüßen.

2. Bus fahren will gelernt sein!

Einsteigen: Um einem Busfahrer deutlich zu machen, dass man mit ihm mitfahren will, streckt man seinen Arm aus und deutet mit dem Zeigefinger nach oben. Ohne dieses Zeichen halten die Busse nicht an, auch wenn man an der Haltestelle steht. Ist keine offizielle Station in der Nähe, kann man den Bus trotzdem anhalten, wenn man mitfahren will.

Aussteigen: Beim Aussteigen muss man nicht auf die nächste Bushaltestelle warten. Wenn man dem Fahrer rechtzeitig Bescheid gibt, hält er an der gewünschten Ecke. In Chile sind Busfahrer sehr flexibel! Wie praktisch!

Sitzregeln: Setze dich niemals in die erste Reihe im Bus! Diese Plätze sind für ältere Menschen, Kranke, Schwangere und Eltern mit Kindern reserviert. Auch wenn der ganze Bus besetzt ist, bleibt diese Reihe frei.

3. Auf Hygiene und Manieren wird wert gelegt!

Hier ist es üblich, sich nach jedem Essen oder Snack die Zähne zu putzen. Deshalb sollte man niemals die Zahnbürste zu Hause vergessen. Jeder Student hat sie immer in der Uni dabei.

Ein weiteres No-Go ist das Naseputzen in der Öffentlichkeit. Das ist in Chile tabu.  Wenn man Schnupfen hat oder erkältet ist, dann verlässt man entweder kurz den Raum, um sich die Nase zu putzen oder tupft die Nase mit einem Taschentuch ab.

4. Keine Frage ist zu persönlich!

„Was ist deine politische Ausrichtung?“, „Wie viel verdienst du?“ – Fragen wie diese sind hier alltäglich. In Chile ist es ganz normal, öffentlich über persönliche Themen zu reden.

5. Zu spät kommen ist erwünscht!

Wenn man hier verabredet ist, dann kann man ruhig 60 Minuten Verspätung einplanen. An genaue Zeiten hält man sich nicht, mit einer Ausnahme: Die Uni fängt pünktlich an.

Hab keine Angst vor Fehlern!

Fehler macht man sowieso. Das ist ganz normal. Mit der Zeit gewöhnt man sich an alles und die kulturellen Unterschiede werden zur Normalität.

Ich schaue lächelnd auf Santiago, im Hintergrund Hochhäuser

Der beste Moment: wenn man realisiert, dass man dieses große Chaos endlich ein wenig durchschaut hat!

 

 

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