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Mein Alltag im Home Office – zwischen Telefonkonferenzen und Eiskaffee

Mein Alltag im Home Office – zwischen Telefonkonferenzen und Eiskaffee

Telefonkonferenzen, Interviews per Videocall und ein Online-Meeting nach dem anderen. Ganz so hatte ich mir meinen Praktikumsalltag in Barcelona nicht vorgestellt. Nach nur vier Wochen im Büro verlagerte auch das Unternehmen, in dem ich arbeite, wegen der Corona-Pandemie alle Aktivitäten ins Home Office. Ich musste mich auf einmal ganz neuen Herausforderungen stellen.

Der Alltag

Ich arbeite jeden Tag von 10  bis 18 Uhr. Das war auch schon vor dem Home Office so, und ist allgemein typisch für Arbeitsverhältnisse in Spanien. Einmal die Woche haben wir eine Teambesprechung, um uns über die aktuelle Lage unserer Projekte austauschen zu können. Auch sonst telefoniere ich meistens einmal am Tag mit meiner Chefin, um über Aufgaben und Entwicklungen zu sprechen und um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Das Unternehmen, für das ich arbeite kommt aus Deutschland, wodurch unsere Arbeitssprachen Deutsch und Englisch sind. Unsere Kund*innen kommen sowohl aus Deutschland, als auch aus dem europäischen Ausland (hauptsächlich Spanien).

Meine Aufgaben

Ich arbeite hier in Barcelona für einen kleinen Personaldienstleister, der hauptsächlich von mittelständischen Unternehmen beauftragt wird. Als Praktikantin im Recruiting war ich die erste Hälfte meines Praktikums hauptsächlich im Social Media Recruiting beschäftigt. Das bedeutet, passende Kandidat*innen für bestimmte Positionen auf Plattformen wie Xing oder LinkedIn zu finden. In dieser Zeit waren meine Hauptaufgaben die Suche, Gespräche zu führen, mich um die administrativen Aufgaben zu kümmern und Interviews mit den Kandidat*innen vorzubereiten.

So langsam können wir diese Projekte abschließen und gerade arbeite ich viel an Prozessoptimierungen und daran, effektivere Strukturen für das Unternehmen zu entwickeln. Es handelt sich um ein sehr kleines Unternehmen. So arbeiten wir eng zusammen und ich bekomme einen guten Einblick, welche Strukturen wichtig sind, um als kleines Unternehmen ohne aufwendige Programme professionell arbeiten zu können.

Neue Herausforderung: Home Office

Natürlich hat sich durch das Home Office viel an der Arbeitsdynamik verändert, sowohl in eine positive- als auch in eine herausfordernde Richtung.

Schöne Veränderungen

Wir haben uns deutlich öfter persönlich ausgetauscht und einander auf dem Laufenden zu halten. Obwohl wir nicht mehr zusammen im Büro waren, hatte ich das Gefühl, immer mehr Teil des Teams zu werden.

Und auch wenn die direkte Zusammenarbeit mit meinen Arbeitskolleg*innen nicht möglich war, hat sich eine schöne Arbeitsatmosphäre zusammen mit meinen Mitbewohnerinnen bei uns in der WG-Küche entwickelt.

Zwei Mädchen, die konzentriert arbeiten
Zusammenarbeit mit meinen Mitbewohnerinnen in der Küche während des Lockdowns.

Herausfordernde Veränderungen

Auch wenn komplett online zu arbeiten meistens sehr gut funktioniert hat, gab es zwischen durch doch immer wieder Situationen, in denen es einfacher gewesen wäre, wenn ich meinen Kolleg*innen schnell etwas auf dem Notebook hätte zeigen können. Die nicht funktionierende Synchronisation von Dateien kann einen schon echt zur Verzweiflung treiben.

Auch die nötige Motivation zu finden, war nicht immer einfach, vor allem im April nachdem ich bereits sehr lange nur zu Hause war und jeder Tag nur noch fließend in den Nächsten überging. Und gleichzeitig war das Praktikum die Konstante, die mir die Kraft gegeben hat, den Lockdown in Spanien abzuwarten. Ich hatte jeden Tag etwas zu tun und bekam abwechslungsreiche Aufgaben- Langeweile ist so nie aufgekommen,  selbst als wir das Haus nicht verlassen durften.

Und was hat mir das gebracht?

Zusammenfassend kann ich jetzt, 1,5 Monate vor Abschluss meines Praktikums schon sagen, das ich viel durch das Praktikum gelernt habe. In einem anderen Land in den Arbeitsalltag einzutauchen und mit Menschen aus den verschiedensten Ländern zusammenzuarbeiten war und ist sehr bereichernd. Auch wenn ich nicht so viel wie eigentlich geplant aus dem Personalbereich mitnehmen konnte, habe ich vor allem viel über kleine Unternehmen, ihre Funktionsweise und Möglichkeiten gelernt. Das bringt mir persönlich sogar viel mehr, da ich nach dem Studium nicht im Personalbereich, sondern erst einmal in kleineren Unternehmen mit dynamischen Strukturen arbeiten oder vielleicht sogar einmal etwas Eigenes gründen möchte.

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