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Nachhaltig in Lissabon

Nachhaltig in Lissabon

Letztes Jahr verlieh die Europäische Kommission an die portugiesische Hauptstadt den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“. Aber ist Lissabon beziehungsweise Portugal wirklich so grün? Und wie kann ich selbst hier möglichst grün leben?

Viele Holzregale mit regionalen Produkten aus Portugal.
Einer von vielen kleinen Läden im Stadtviertel Chiado, die regionale und plastikfreie Produkte anbieten.

Dass die Luftverschmutzung in Lissabon um 80 Prozent gesunken ist liegt leider nicht nur an der Umweltpolitik, sondern auch an dem Lockdown aufgrund der Ausbreitung der Corona-Pandemie. Dennoch gibt sich aber die portugiesische Regierung Mühe, dem Nachhaltigkeitstrend zu folgen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man quasi überall hin, selbst in die Außenbezirke nach Caparica, Cascais und sogar nach Sintra kommt man mit dem Ticket. Für junge Menschen unter 24 kostet die Monatskarte auch nur 20 Euro. Ein Auto lohnt sich also in der Stadt nicht wirklich und ich habe das Gefühl, die Lissabonner nehmen gerne die Metro oder die „Eléctrico“ (die Straßenbahn). Aber was kann ich neben dem Metro-Fahren noch tun, um möglichst grün in meinem portugiesischen Alltag zu leben?

Kleine nachhaltige Dinge im Alltag

Die alltäglichen Dinge von zu Hause in einer fremden Stadt, in einem fremden Land umzusetzen, ist nicht immer leicht. Manchmal müssen auch Alternativen her. Beispielsweise beim Wasser. In Deutschland habe ich eigentlich immer Leitungswasser getrunken. Aber hier in Portugal wird das Wasser gechlort und noch dazu sind die Leitungen in dem Haus, in dem ich wohne, sehr alt. Um nicht Hunderte von Plastikflaschen in den dritten Stock zu schleppen, habe ich für die Wohnung einen Wasserfilter besorgt. Den gibt es in fast jedem Supermarkt zu kaufen und das gefilterte Wasser schmeckt wirklich gut.

Auch beim Einkaufen kann man leicht auf Plastik verzichten. Leider bekomme ich in Portugal manchmal immer noch schneller als mir lieb ist, eine Plastiktüte in die Hand gedrückt, aber alle akzeptieren es, wenn man dankend ablehnt. So habe ich für meine Einkäufe immer einen Stoffbeutel dabei und kleineres Obst oder Gemüse packe ich in ein extra Obstnetz.

Lebensmittel einkaufen

Ich kaufe meine Lebensmittel in Lissabon in der Markthalle gleich ums Eck. Hier gibt es nicht nur frisches Gemüse und Obst, sondern auch frischen Fisch, viel Käse und auch richtiges Brot. Gutes Brot im Supermarkt gibt es nämlich leider gar nicht und umso mehr freue ich mich, den Bäcker in der Markthalle entdeckt zu haben. Die Verkäufer bieten größtenteils alle ihre eigene Ernte an und alle Lebensmittel sind frisch und regional.

Alles was nicht frisch ist, kaufe ich meistens im Bio-Supermarkt ein dem „bio-mercado“ oder auch die Kette „Auchan“ bietet viele Bio-Sachen an. Der „bio-mercado“ in Saldanha ist der nächste von mir aus und hat die größere Auswahl. Hier gibt es auch plastikfreie Zahnpasta, plastikfreies Duschgel und viele weitere Kosmetik- und andere Artikel.

Nachhaltige Shoppingtour in Lissabon

Jeder und jede, der  und die auf Vintage und Secondhand steht, der wird in Lissabon fündig. Hier gibt es zahlreiche Secondhand-Läden, die nur darauf warten, geplündert zu werden. Wer noch dazu auf Schnäppchen steht, sollte sich die Angebote von HUMANAs nicht entgehen lassen. HUMANA Secondhand gibt es weltweit und allein in der Straße, in der ich wohne, gibt es vier Läden. In mehr oder weniger unregelmäßig Abständen finden hier Aktionen statt, bei denen alle Klamotten teilweise unter fünf Euro oder sogar nur einen Euro kosten.
In meinem Lieblingssecondhand bei Anjos70 sind die Preise zwar etwas teurer, aber dafür habe ich bis jetzt jedes Mal wirklich tolle Sachen gefunden. Noch dazu gibt es coole Musik und neben dem Seconhand-Angebot bieten auch viele kleine Start-ups ihre Produkte an. Beispielsweise plastikfreie Pflaster oder wiederverwendbare Abschminktücher. Der Seconhand-Markt findet einmal im Monat statt und die Halle befindet sich in einem meiner Lieblingsviertel Anjos.

Secondhand Mode hängt an Kleiderstangen und eine alte Coach lädt zum ausruhen ein.
Einer meiner absoluten Lieblingsveranstaltungen in Lissabon. An jedem ersten Wochenende findet im Stadtteil Anjos ein großer Secondhand-Markt statt.

Wer jedoch keine Lust auf Wühltische hat, der kann sich auch in einem der Shops umsehen, die sich auf nachhaltige Mode spezialisiert haben. Beispielsweise dem veganen Schuhladen COUVE – SHOES & VEGAN GOODS, der sich auch in Anjos befindet. Viele nachhaltige Läden befinden sich aber auch in Bairro Alto oder in Chiado. Hier gibt es neben Einkaufsmöglichkeiten auch viele kleine hippe Cafés und Restaurants. Ein nachhaltiger Schuhladen hier ist beispielsweise sapato verde , der auch Online-Shopping anbietet.

Nachhaltig surfen … online

Aber es gibt natürlich nicht nur Schuhe online zu kaufen. Bei mind the trash findet sich (fast) alles. Hier gibt es plastikfreie Alternativen und noch dazu wird in Lissabon mit dem Fahrrad geliefert. Ich hab auf der Seite 2020 auch tolle Weihnachtsgeschenke gefunden, ein Blick lohnt sich also alle mal. Wer online gerne gebrauchte Dinge kauft, beispielsweise einen Schreibtisch oder ein Surfboard, der schaut am besten bei olx vorbei. Das ist quasi das „Ebay“ von Portugal und hier findet sich wirklich alles.

Zugegeben …

100-prozentig nachhaltig ist mein Alltag natürlich nicht, aber ich gebe mein Bestes. Wenn ihr noch Tipps für mich habt oder eine tolle Alternative kennt, dann freu ich mich riesig, wenn ihr sie mit mir teilt.

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