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Nachhaltig ins Ausland – geht das?

Du möchtest während des Studiums ins Ausland gehen, machst dir aber Gedanken, welchen Einfluss das auf deinen ökologischen Fußabdruck haben könnte? Hier findest du Infos, Initiativen und Tipps von unseren Correspondents, die dir helfen und dich inspirieren, deinen Auslandsaufenthalt möglichst nachhaltig zu gestalten.

Es schadet nicht, dir ganz allgemein Gedanken darüber zu machen, wie nachhaltig dein Alltag auch in Deutschland bisher so ist. Dafür kannst du auf verschiedenen Seiten deinen ökologischen Fußabdruck berechnen, zum Beispiel mit diesem Tool von Brot für die Welt oder mit dem Klimarechner des WWF. Vielleicht findest du so schon Inspiration, welche Gewohnheiten du bereits vor der Abreise hinterfragen und vielleicht ein wenig anpassen kannst.

Die Reise

Umso ferner das Ziel, desto länger der Aufenthalt

Falls du von einem Ziel träumst, das nur mit dem Flugzeug erreichbar ist, gilt: Ein längerer Aufenthalt lohnt sich mehr als ein kurzer. Mehr Zeit vor Ort hilft dir, einen neuen Alltag zu entwickeln und so die Kultur und Sprache des Landes besser zu verstehen. Außerdem bietet dir ein längerer Aufenthalt vielleicht die Gelegenheit, weitere Orte in der Ferne zu besuchen, für die du von Deutschland aus sonst noch mal ins Flugzeug steigen müsstest.

Falls du trotzdem ein schlechtes Gewissen hast, weil du fliegen musst, kannst du den Schaden, den dein CO2-Ausstoß bewirkt auf Plattformen wie Atmosfair, Primaklima oder Klima-Kollekte zumindest zum Teil wieder ausgleichen.

Umsteigen, bitte

Viele Ziele sind von Deutschland aus mit dem Zug zu erreichen. Das dauert manchmal länger, gibt dir aber die Chance, Zwischenstopps einzulegen und so ganz entspannt und in Ruhe in deiner neuen vorübergehenden Heimat anzukommen. Falls zwischen dir und deinem Reiseziel ein großes Gewässer liegt, wirst du auf ein Schiff steigen müssen. Auch das ist nicht unbedingt die umweltfreundlichste Alternative, hat aber meist noch eine bessere CO2-Bilanz als das Flugzeug. Mehr dazu liest du im Blogbeitrag von Silvia, die ohne zu fliegen nach Finnland gefahren ist.

Nicht nur in Deutschland kann man gut mit dem Zug fahren. In anderen Ländern sind die Tickets häufig sogar günstiger. Carina zum Beispiel war in Italien viel mit der Bahn unterwegs und hat ihre liebsten Reiserouten aufgeschrieben; manchmal gibt es auch Rabatt für Studierende, wie in England. Es lohnt sich auf jeden Fall, Preise zu vergleichen und wie schon bei der Anreise gilt: Im Zug siehst du mehr vom Land als vom Flugzeug aus.

Auf dem Tisch und zu Hause

Sowohl im Ausland als auch in Deutschland lohnt es sich, regional und saisonal einzukaufen. In den meisten Ländern gibt es genau wie hier Wochenmärkte. Falls du das Glück hast, dort zu wohnen, wo als exotisch geltende Früchte um die Ecke angebaut werden: Umso besser. Probier dich durch die lokale Küche und frag deine neuen Kommilitoninnen und Kommilitonen, Kolleginnen und Kollegen oder in der Nachbarschaft nach günstigen, guten und nachhaltigen Einkaufsmöglichkeiten. Und das Vollkornbrot bringst du eingeschweißt von Zuhause mit (hier drücken wir bei der Verpackung mal ein Auge zu).

Auch wenn du vor Ort dein neues Zimmer einrichtest, kannst du etwas für die Umwelt tun und dabei häufig sogar Geld sparen. Möbel und Haushaltswaren finden sich auf Flohmärkten, in Secondhandläden oder über Online-Plattformen. Kurz vor dem Ende deines Auslandsaufenthaltes kannst du sie weiterverkaufen oder verschenken und schonst so Ressourcen.

Engagier dich vor Ort

Lara hat in Nepal eine Initiative gegründet und auf Wanderwegen Müll gesammelt. Schau dich online nach Gruppen um, die sich für die Umwelt engagieren, vielleicht findest du in deiner neuen Stadt Gleichgesinnte. So lernst du nicht nur neue Leute kennen, sondern bekommst auch gleich Inspiration für deinen umweltfreundlicheren Alltag.

Infokasten: Ein guter Startpunkt sind auch deutsche Initiativen wie HochN oder das Netzwerk N, um dich über Nachhaltigkeit an Hochschulen zu informieren.

Bewusstsein schaffen, nicht nur bei den Studierenden

Auch Expertinnen und Experten fordern, dass sich bei der Auslandsmobilität etwas zugunsten der Umwelt tut. Der niederländische Pädagoge und Direktor des Center for International Higher Education am Boston College, Hans de Wit fordert zum Beispiel, dass längere Auslandsaufenthalte gefördert werden sollten.

In Europa bewegt sich bereits etwas: Das Erasmus+ Programm soll grüner werden. Unter dem Titel Green Erasmus gibt es bereits erste Überlegungen, wie das Programm weniger schädlich fürs Klima gestaltet werden kann. Langfristig soll Erasmus+ so Teil des European New Deal werden. Ideen sind zum Beispiel eine Förderung von Studierenden, die mit umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln ins Ausland reisen oder Projekte zu fördern, die sich für die Umwelt einsetzen.

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