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Viel Papierkram – noch mehr Sonne!

Viel Papierkram – noch mehr Sonne!

Die nächsten sechs Monate werde ich in Thuwal, Saudi Arabien verbringen, um eine Forschungsprojekt für meinen Master in Meeresbiologie durchzuführen. Warum das eigentlich naheliegend ist, aber (bürokratisch) ein weiter Weg könnt ihr hier erfahren. Und natürlich, warum es sich absolut lohnt!

„Wiiiiiie, du gehts nach Saudi Arabien? Wie kommt man denn da drauf?!“ – das ist normalerweise die erste Reaktion, die ich bekomme, wenn ich erzähle, dass ich ein Auslandssemester an der King Abdullah University of Sciene and Technology (kurz: KAUST) mache. Tatsächlich ist das eine gute Frage! Um sie zu beantworten, muss ich erst mal ein bisschen etwas über mein Studium erzählen – ich studiere Meeresbiologie im Master an der Universität Bremen und habe mich auf tropische Meeresökologie spezialisiert. Im Rahmen meines Studiums ist es Pflicht, ein Praxissemester in einem tropischen Land zu machen und dort ein Forschungsprojekt durchzuführen. Ich werde für mein Projekt den Stickstoffkreislauf von Korallen untersuchen und brauche dafür, ihr könnt es euch schon denken, ein Korallenriff. KAUST liegt direkt am Roten Meer, das bekannt ist für seine wunderschönen und diversen Korallenriffe. Aber nicht nur deswegen habe ich mich für diese Universität entschieden. Bekannt ist KAUST vor allem für die Forschung, die hier betrieben wird. Studierende und Forscher:innen aus der ganzen Welt arbeiten hier zusammen.

Blick auf Jeddah vom Flugzeug aus
Einfach losfliegen – wenn es nur so einfach wäre! Hier sieht man Jeddah von oben.

Leider war es aber auch nicht ganz einfach herzukommen. Einfach mal einen Flug buchen und los geht’s? Schön wär’s! Als Erstes musste ich mich natürlich bei KAUST bewerben, mitsamt einem Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Empfehlungsschreiben von einem Professor meiner Heimatuni (Universität Bremen). Dann noch ein Interview überstehen und kurz darauf hatte ich die Zusage. Allerdings konnte ich mich nur kurz freuen, bevor ich praktisch von einer Lawine aus Papierkram überrollt wurde. Als Erstes musste ein Visum für sechs Monate her, dafür musste ich nicht nur einiges an Dokumenten einreichen, sondern auch extra nach Berlin zur Botschaft fahren, um Fingerabdrücke und ein Foto machen zu lassen. Vor Ort verlief allerdings alles reibungslos, das ganze Prozedere dauerte weniger als eine Stunde und eine Woche später kam mein Reisepass samt Visum per Post. Sobald das Visum da war, ging dann plötzlich alles ganz schnell: An einem Montag bekam ich meine Flugtickets – für Sonntag in derselben Woche! Gebucht wurden die Tickets übrigens von der Administration von KAUST, die mich auch ansonsten bei allem unterstützt haben. Ohne diese Unterstützung wäre wohl so einiges schief gegangen. Bevor ich meinen Flug antreten konnte, musste ich mir noch so einiges an Dokumenten besorgen: eine Langzeitreisekrankenversicherung (vor Ort habe ich noch eine Krankenversicherung von der Uni, die deckt allerdings COVID nicht ab), die englische Bescheinigung für diese Versicherung, einen internationalen Impfnachweis für COVID, einen PCR Test, einen Internationalen Führerschein und außerdem musste ich mich beim Saudi Arabischen Staat als geimpft registrieren. Ach ja, und eine Untermieterin für meine Wohnung habe ich auch noch gefunden. Puh!

Livia, eine junge Frau, steht am Flughafen, mit einem Bein auf ihrem Koffer wie auf einer Jadgtrophäe und schaut selbstbewusst in die Kamera
Alles stressig – aber dann doch halb so wild!

Am Flughafen in Hamburg angekommen war der Check in schon die erste Hürde: „Wo ist Ihre Bestätigung für das Hotel in dem Sie in Quarantäne gehen werden?“, wurde ich gefragt. „Hä?“– ich erklärte, dass ich als Geimpfte nicht in Quarantäne muss, aber das wurde angezweifelt. Letztendlich wurde ich dann doch eingecheckt, allerdings mit dem Hinweis, dass falls ich nicht ins Land gelassen werde, ich die Kosten für den Rücktransport selber zahlen muss. Für den Rest meiner Anreise machte ich mir also Sorgen, ob ich überhaupt ins Land gelassen werde… zum Glück völlig unbegründet. Als ich dann im Taxi von Jeddah Airport in Richtung KAUST saß und am Straßenrand Kamele sah, machte es Klick – ich bin in Saudi Arabien!

Ein Kanal mit türkisblauem Wasser, dahinter Gebäude und eine Moschee
Der Campus zeigt sich von seiner schönsten Seite!

Auf dem Campus angekommen warteten weiter Dokumente auf mich, mein Mietvertrag, der Vertrag für eine SIM Karte, eine Kreditkarte usw. Aber das war plötzlich nur noch Nebensache. Vom regnerischen, kalten Herbstwetter in die pralle Sonne (36 °C ) zu kommen war fantastisch. Aber auch der Campus war einfach umwerfend, modern, wunderschön und einfach RIESIG. Aller Stress fiel von mir ab und ich war einfach nur begeistert!

Eine junge Frau mit pastel lila Bluse undBobhaarschnitt die in die Kamera lächelt, im hintergund Pflanzen und Wasser
Endlich angekommen! Begrüßt von 30° C und strahlendem Sonnenschein fällt der Stress schnell ab.

Jetzt kann es also losgehen und ich werde fleißig darüber berichten: Von Tauchgängen ins Korallenriff, Kleidervorschriften, dem Sich-Verlaufen auf dem gigantischen Campus und vielem mehr! Falls ihr Fragen habt, immer gerne, entweder hier, auf Instagram oder TikTok!

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