11. November 2025
Bevor das Auslandssemester losgeht, steht die wohl etwas weniger spannende Seite an: die Organisation und Finanzierung. Hier erfährst du, wie ich meinen Aufenthalt geplant habe, welche Förderung es gibt und welche To-Dos du wirklich rechtzeitig erledigen solltest.
Das Erasmus+-Programm ist für die meisten Studierenden die Hauptfinanzierungsquelle. Wie viel Geld du bekommst, hängt von deinem Zielland ab. Denn die EU teilt die Länder in Fördergruppen ein. Beispielsweise gehört Skandinavien zur höchsten Gruppe, da die Lebenshaltungskosten dort höher sind.
Höhe der Finanzierung
Je nach Zielland erhältst du ca. 600 € pro Monat (Stand 2025). Zusätzlich gibt es oft Sonderzuschüsse, z. B. für:
- Erstakademiker
- Studierende mit Kind
- Studierende mit Behinderung
- …
Für mich trifft der erste Punkt zu (Erstakademikerin), weshalb ich zusätzlich ca. 250 Euro pro Monat bekomme. Die Förderung läuft für die Dauer deines Aufenthalts.
Der Bewerbungsprozess
Der Bewerbungsprozess läuft in der Regel über das International Office deiner Uni. Du reichst dort ein:
- Motivationsschreiben
- Lebenslauf
- Notenauszug
- ggf. Sprachnachweise
Und keine Sorge, die Bewerbung ist unkomplizierter als ein klassischer Studienbewerbungsprozess. Der einzige schwierige Punkt kann das Learning Agreement sein, das man nach erfolgreicher Zusage erstellen und ausfüllen muss. Dies beinhaltet unter anderem die Kursauswahl, Credits und Anrechnung. Bei mir war das sehr unkompliziert, da mir Anleitungen bereitgestellt wurden, die mir zeigten, wie ich vorgehen muss.
Weitere Fördermöglichkeiten und Stipendien
Falls du mehr finanzielle Unterstützung brauchst (oder willst), gibt es neben Erasmus noch andere Optionen:
- DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst): bietet Stipendien für bestimmte Länder oder Zielgruppen
- Auslands-BAföG
- Stiftungen und kleiner Programme: z. B. PROMOS, Studienstiftung, Stipendien
Es ist möglich, dass deine Universität oder Hochschule regelmäßig Stipendien ausschreibt. Halte diese Ausschreibungen im Blick. Du kannst auch einen unverbindlichen Termin in deinem International Office vereinbaren, um alle Informationen zu erhalten. Mein Tipp, informiere dich mindestens sechs Monate vor dem Aufenthalt, denn viele Bewerbungsfristen beginnen früh.
Wenn du daran zweifelst, ob du ein Stipendium erhalten würdest, lohnt es sich, es zu probieren! Es geht hierbei nicht immer um deinen Notenschnitt.
Bewerbung an der Partneruni
Wie die Überschrift bereits verrät, handelt es sich hierbei um die Bewerbung an einer Partneruniversität meiner Hochschule in Deutschland. Wenn du dich ebenfalls für eine Partneruniversität entscheidest, wird der Bewerbungsprozess um einiges erleichtert, da im Voraus vieles über deine Heimatuniversität abgewickelt wird.
Welche Partnerunis bei dir zur Verfügung stehen, erfährst du direkt über deine Uni oder Hochschule.
Nach der Zusage deiner Heimatuni folgt die Bewerbung an der Partneruniversität. Klingt aufwendig, ist aber meist Routine. Hier müssen in der Regel folgende Unterlagen eingereicht werden:
- Learning Agreement (Liste deiner geplanten Kurse)
- Transcript of Records (Notenübersicht)
- Sprachnachweis (z. B. B2-Englisch)
- Kopie des Personalausweises/Reisepass
Am besten überprüfst du direkt nach deiner Zusage alle Deadlines und trägst sie in deinen Kalender ein.
Wohnungssuche
Sobald die Zusage da ist, geht es um die Wohnungssuche. In vielen Fällen bekommst du über die Partneruni Informationen über verfügbare Studentenwohnheime.
Vorteile:
- du bist direkt unter Studierenden
- oft möbliert und unkompliziert
- kein Stress mit privaten Mietverträgen
Nachteile:
- teilweise kleine Zimmer oder geteilte Küche
- kann teurer sein
Ich wohne in einem Studentenwohnheim direkt neben meiner Universität. Es gab noch eine andere Alternative am Stadtrand. Dort werden in der Regel alle internationalen Studenten untergebracht. Ich habe mich jedoch bewusst dagegen entschieden, da ich Negatives über die Wohnungen und den Ort gehört habe. Bei Unklarheiten kannst du dich bei anderen Studenten umhören und dir Empfehlungen einholen.

Neugierig geworden? Hier erhältst du einen Einblick in meine komplette Studentenwohnung.
Meine Tipps
Damit du nicht im Organisatonschaos landest, hier meine Learnings:
- Früh mit dem International Office sprechen. Die Wissen genau, wann welche Unterlagen fällig sind.
- Learning Agreement rechtzeitig planen. Kläre früh, welche Kurse anerkannt werden.
- Wohnungssuche direkt nach der Zusage starten.
- Versicherungen nicht vergessen (z. B. Auslandskrankenversicherung).
Ein Auslandssemester zu planen braucht Organisation, aber es ist machbar! Wenn du dich früh genug um Finanzierung, Bewerbung und Wohnung kümmerst, seht deinem Abenteuer nichts im Weg.
Wenn du Fragen hast, melde dich gerne auf meinen Socials bei mir! <3