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Das Studiensystem an der Baylor University

Das Studiensystem an der Baylor University

Das Studiensystem an der Baylor University ist um einiges verschulter als an der Universität Leipzig. Alles über die interaktive Arbeitsweise an der Baylor und die Anerkennung von Leistungen erfahrt ihr hier.

Die Prüfungs­formen

Der Studienplan an der Baylor University enthält verschiedene Leistungen wie Hausaufgaben, regelmäßige Tests, Team-Projekte, sowie mehrere Term Papers (= Klausuren). Zusätzlich zu den Final Exams am Ende des Semesters, die den größten Anteil der Endnote mit 25 bis 30% ausmachen, sind Zwischenklausuren üblich, die sogenannten Midterm Exams (meist gegen Ende September/Anfang Oktober). Die Midterms fließen mit 20% in die Endnote ein. Das Final Exam ist „comprehensive”, das heißt, es besteht aus den Inhalten aller vorherigen Examen des Semesters. Die „Finals“ fallen demnach weniger umfangreich aus als in Deutschland, da zum einen die Inhalte bereits während des Semesters abgefragt wurden und zum anderen verschiedene andere Studienleistungen mit in die Endnote eingehen.

Leistungsbewertungen & Arbeitsweise

An der Baylor University besuche ich fünf Kurse an drei verschiedenen Fakultäten, einen Politik-Kurs, sowie zwei Psychologie & zwei Management-Kurse. Mit Ausnahme eines Psychologie-Kurses habe ich keinen einzigen Kurs, an dem mehr als 20 Studierende pro Professor teilnehmen. Die Lern- und Arbeitsweise sind demnach sehr angenehm und haben eine familiäre Atmosphäre, wie ich es auch in Leipzig mit rund 61 Psychologie-Studierenden im Semester gewöhnt bin.

Bezüglich des Klausurformates sind die meisten Examen hier im Multiple-Choice Format mit 50 Fragen a zwei Punkten. Lediglich das Politik-Kurs-Examen ist ein 900-Wörter-Essay. Für mich ist es dabei das erste Mal im Studium, dass ich Multiple-Choice-Klausuren schreiben muss, da in Leipzig ganze Antwortsätze verlangt werden. Nachdem ich nun die ersten Klausuren geschrieben und ein Gefühl für die Lernart an der Baylor University erhalten habe, muss ich sagen, dass mir diese Art des Lernens im Vergleich zur Uni in Leipzig besser gefällt. Insbesondere im Psychologie-Studium existiert eine „Lernbulimie“. Am Ende des Semesters presst man sich den ganzen Stoff rein, um ihn im Anschluss wieder zu vergessen. An der Baylor University hingegen wird das Lernen durch die verteilten Examen über das Semester besser strukturiert.

Hier wird zudem ein großer Fokus auf Gruppenarbeiten gelegt, sodass man in jedem Kurs gemeinsam in kleinen Teams über das ganze Semester an einer Case-Study arbeitet. Für mich ist diese Arbeitsweise hervorragend, da ich durch diesen direkten Austausch mit meinen amerikanischen Kommilitonen die Möglichkeit habe, mein interkulturelles Verständnis spielerisch zu verbessern.

Letztlich gibt es in den Kursen immer die Möglichkeit, Extra-Credits zu erhalten, um z.B. schlechte Noten auszugleichen oder Fleiß zu zeigen. So kann ich Essays oder Zusammenfassungen zu wissenschaftlichen Publikationen schreiben oder Extra Credits für die Teilnahme an gemeinnützigen Studentenorganisationen erhalten.

Anwesenheitspflicht – Baylor als Ausnahme

Für die Baylor University ist die Kursteilnahme und die Interaktion mit Dozenten und Kommilitonen entscheidend für den akademischen Erfolg. Ein Student muss demnach mindestens 75 Prozent aller Kurse besuchen. Für mich war diese „Attendance-Policy“ eine neue Erfahrung, da es so etwas in Leipzig nicht gibt und ich diese Freiheit sehr genieße. Nichtsdestotrotz hat die Anwesenheitspflicht auch ihre Vorteile, so kennen einen die Professoren mit vollen Namen, regen zur Diskussion an und honorieren aktive Mitarbeit. Mit dauerhaft guter Teilnahme in Form von kritischen Fragen und neuen Ideen erhält man Extra Credits. Da es im Vergleich dazu, in Leipzig keine Teilnahmepflicht gibt und oftmals nur frontal unterrichtet wird, mangelt mit es in den Kursen oft an anregenden Diskussionen. Letztlich wird durch die kleinen Klassen und die Baylor-Anwesenheitspflicht, die Anonymität unter den Studierenden gesenkt und die Interaktion gefördert.

US-Notensystem

Es gilt die Faustregel: zwei ECTS-Punkte = ein US Credit Point. 

Letter GradePercentageGrade Point Average
A90 – 100 %4.0
B80 – 89 %3.0
C70 – 79 %2.0
D65 – 69 %1.0
FBelow 60 – 65 %0

(Anmerkung: Die Benotung kann je Universität abweichen. An manchen Fakultäten gibt es zusätzlich „+/-“ Benotungen.)

Anerkennung von Studienleistungen

Damit man als deutscher Austauschstudent bzw. non-degree seeking Student ein J1 oder F1-Visum erhält, muss man Vollzeit-Student sein bzw. Kurse im Umfang von mind. 12 CP pro Semester, also in der Regel vier Kurse besuchen.

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