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Mein Studium in London: Halbzeit. Ein Blick zurück

Mein Studium in London: Halbzeit. Ein Blick zurück


Es kommt mir vor wie gestern, als ich aus dem Bus stieg, der mich von Düsseldorf nach London gebracht hatte. Seitdem sind gut drei Monate vergangen. Jetzt habe ich Semesterferien, die ich in Berlin verbringe. Ein Rückblick auf die erste Hälfte meines London-Aufenthalts.

Halbzeit, Bergfest – meine Zeit in London ist zur Hälfte vorbei. Jetzt trage ich die im Hörsaal gelernte Theorie in die Praxis und mache ein Praktikum bei einer Nachrichtenplattform in Berlin (übrigens macht sich ein Auslandssemester oder -studium immer gut auf dem Lebenslauf und hilft bei der Jobsuche). 

Blick von oben auf London

„The Shard“ – die Scherbe, eines von Londons bekannten Gebäuden, prägt die Skyline.

Nur noch ein weiteres Semester werde ich in der britischen Hauptstadt studieren, bevor ich meinen Masterabschluss mache. Wahnsinn, wie die Zeit vergangen ist. Mein Studentenleben, das ich in den letzten fünf Jahren in vollen Zügen genossen habe (und damit meine ich nicht die überfüllte Deutsche Bahn), ist fast vorbei. Ein bisschen wehmütig macht mich das schon. Aber bevor ich in Melancholie verfalle, blicke ich lieber auf spannende Monate in London zurück.

Haben sich meine Erwartungen erfüllt?

Großstadtleben  – so vielseitig wie erwartet

Nachdem ich im vorherigen Jahr in Dänemark studiert hatte, freute ich mich wieder auf eine „echte Metropole“. Und ich wurde nicht enttäuscht. London hat 8,6 Millionen Einwohner und damit fünfmal so viel wie Hamburg. Das merkt man deutlich an der eigenen Freizeitgestaltung: Es gibt immer etwas zu tun, ob man jetzt in eines der kostenlosen Museen geht, den Nachmittag in originellen Cafés verbringt, sich auf einem Street Market durch Speisen aus aller Welt probiert oder abends mit Freunden durch die Pubs zieht. London, mit dir wird es nie langweilig.

#Londonlife – teurer als gedacht

Für den Studentengeldbeutel ist London eine echte Herausforderung. Das hatte ich im Vorfeld deutlich unterschätzt. Angefangen bei horrenden Mieten, über hohe Preise in Restaurants bis hin zu der nicht gerade preiswerten Oyster-Card für öffentliche Verkehrsmittel – London ist ein teures Pflaster. 

Viele Menschen auf einer Straße in London
Großstadtleben

Geld verdienen  – einfacher als gedacht

Um das teure Leben in der britischen Hauptstadt finanzieren zu können, habe ich mir einen Nebenjob gesucht. Das hatte ich mir schon vorher vorgenommen und mir die Jobsuche recht schwierig vorgestellt. „Naja, ich werde schon in irgendeiner Bar kellnern können“, hatte ich mir gedacht. Ich lag falsch  – es war einfacher als gedacht, einen Nebenjob zu finden, der sogar etwas mit meinem Studium zu tun hat. Dabei war es ein echtes Plus, dass ich Deutsch spreche. Neben dem Studium arbeite ich nun zweimal die Woche für eine PR-Agentur.

Freunde finden – anders als gedacht

London ist groß und es dauert ewig, von einer Ecke der Stadt in die andere zu kommen. Daher ist es wirklich umständlich, sich regelmäßig mit Leuten treffen, die nicht im gleichen Viertel wohnen. Ich unternehme viel mit meiner Mitbewohnerin und auch mit anderen Freunden aus meinem Studiengang. Das ist schön, aber ich finde es schade, dass man in London relativ unflexibel ist  – die Wege dauern einfach so lange, dass spontane Pläne nur selten aufkommen. Letztes Jahr in Dänemark bin ich einfach überallhin mit dem Fahrrad gefahren und habe nie länger als eine halbe Stunde gebraucht. 

Studium  – besser, aber chaotischer als gedacht

An meinem Studium gefällt mir besonders, dass es so praxisnah ist und unsere Dozenten wirklich gute Vorlesungen machen. Wir waren beispielsweise schon in der Redaktion des BBC und lernen so viel über den journalistischen Alltag. An der Organisation der Uni hapert es allerdings noch ein bisschen (kennt man ja aus Deutschland). Das war ich nach meinem Jahr in Dänemark gar nicht mehr gewohnt, dort läuft nämlich alles sehr effizient ab.

Mein Fazit in der Halbzeit

London, mit dir kann ich leben. Du lässt mich meinen Aufenthalt zwar ganz schön was kosten, aber das bist du Wert  – zumindest, bis ich meinen Abschluss habe. Auf Dauer würde mir das #Londonlife wohl zu teuer werden.

Themse in London
Hier kann ich es gut noch ein weiteres Semester aushalten.

Kommentare
  1. Konni Uhlig

    24. Januar 2017

    Hallo Carolina,
    vielen Dank für Deinen interessanten Rück- bzw. Zwischenblick :-).
    Ich weiß nicht, ob Du noch in Berlin bist oder schon wieder zurück in London – wo auch immer, ich hoffe, Dir geht es gut und ich wünsche Dir, dass Du weiterhin so offen und neugierig an jeden Tag herangehst.
    Durch diese vielen Erfahrungen in so kurzer Zeit bekommst Du eine unglaubliche Energie, die Dich für immer begleiten wird und die Du auch weitergeben kannst.
    Ich habe eine Frage an Dich und vielleicht kannst Du mir hier weiterhelfen.
    Ich möchte ab März ebenfalls nach London, um dort ein 12-wöchiges Praktikum zu „erleben“. Ich würde auch gerne länger bleiben, wenn ich einen Job finden kann. Wie hast Du Deine Unterkunft gefunden? Kennst Du vielleicht jemanden, der gerade eine Mitbewohnerin sucht?

    Vielen Dank, viele Grüße und alles Gute für Dich 🙂

    Konni

    1. Carolina Drüten

      24. Januar 2017

      Liebe Konni,
      vielen Dank für deinen netten Kommentar. Zurzeit weiß ich leider von niemandem, der ein/e Mitbewohner/in oder jemanden zur Untermiete sucht. Im einem meiner Posts habe ich aber einige Tipps zur Wohnungssuche gesammelt: https://www.studieren-weltweit.de/ausnahmezustand-wohnungssuche-part-i-tipps-und-tricks/ – vielleicht hilft dir das ja weiter. Mach dir außerdem unbedingt einen Account auf Spareroom (siehe Blogpost) und schalte ein „Such“-Gebot. Die ersten 7 Tage bist du „Early Bird“, das heißt, nur Leute mit Premium-Account können dich auf deine Anzeige hin kontaktieren. Deshalb empfiehlt es sich, die Anzeige entsprechend früh zu schalten, sodass du „free to contact“ bist, wenn die Wohnungssuche in die heiße Phase geht. Ich drücke die Daumen, dass alles klappt! Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne melden. Viel Glück und liebe Grüße, Carolina

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