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Von Lüneburg nach Lima Mein Abenteuer an einer deutschen Schule in Peru

Sechs Wochen, ein neues Land und die letzte große Etappe meines Studiums: Statt ein Klassenzimmer in Deutschland wartet auf mich die Alexander von Humboldt Schule in Lima.

Schon seit Beginn meines Studiums habe ich jede Möglichkeit genutzt, ins Ausland zu gehen. Nach meinem Erasmus-Semester in Porto war mir klar: Einmal reicht nicht. Ich wollte noch einmal raus – diesmal kürzer, aber mit neuen Eindrücken und kulturellen Erfahrungen.

Vor einem Jahr hatte ich die Idee, ein Praktikum an einer deutschen Auslandsschule zu machen. Mir war zwar bewusst, dass es deutsche Schulen im Ausland gibt, aber dass man dort auch eine vollwertige deutsche Ausbildung absolvieren kann, hat mich überrascht. Es gibt über 140 deutsche Schulen im Ausland und auch zehn Standorte mit berufsbildenden Zweig in beispielsweise Madrid, Hongkong und Lima. Mit dieser Entdeckung war für mich klar: Das möchte ich ausprobieren. Ich informierte mich über die verschiedenen Standorte und bewarb mich direkt bei ihnen per E-Mail mit Lebenslauf und Motivationsschreiben. Zusätzlich bewarb ich mich auf das Programm Lehramt.International des DAAD. Das Programm unterstützt Lehramtsstudenten, die im Ausland unterrichten möchten mit Stipendien und auch teilweise bei der Vorbereitung.

Natürlich war auch der Bewerbungszeitpunkt entscheidend. Ich habe mich acht Monate vorher im Januar beworben – leider genau in den Sommerferien in Südamerika. Dadurch zog sich der Bewerbungsprozess länger hin, bis endlich alles bestätigt war. Aber am Ende hat es funktioniert und ich konnte mein Praktikum antreten.

Die Wahl fiel auf Peru

Ursprünglich wollte ich nach Argentinien, aber dort waren alle Plätze vergeben. Also orientierte ich mich um und stieß auf die Alexander von Humboldt Schule in Lima. Dass die Schule direkt am Pazifik liegt, war ein schöner Bonus – so kann ich neben dem Unterrichten auch meiner Leidenschaft fürs Surfen nachgehen.

Entscheidend war am Ende ein Geschenk: Mein Freund überreichte mir zum Valentinstag einen Peru-Reiseführer. Das war der letzte kleine Schubs, den ich gebraucht habe, um mich endgültig für Lima zu entscheiden.

Schuleingang

Die Alexander von Humboldt Schule in Lima

Die Schule wurde im 19. Jahrhundert gegründet, um den Kindern deutscher Einwanderer eine Ausbildung nach deutschen Standards zu ermöglichen. Heute ist sie eine der größten deutschen Auslandsschulen Lateinamerikas, mit über 1.500 Schülern. Unterrichtet wird zweisprachig auf Deutsch und Spanisch. Damit verbindet die Schule deutsche Bildungsstandards mit der Kultur und Sprache Perus.

Mein Studium und meine Rolle vor Ort

Ich studiere an der Leuphana Universität Lüneburg Berufsschullehramt im Master mit den Fächern Wirtschaftspädagogik, Politik und Religion. In Lima unterrichte ich vor allem Wirtschaft, dazu noch Religion in der Mittelstufe. Ein Teil des Unterrichts findet auf Deutsch statt, ein Teil auf Spanisch, was für mich eine spannende Herausforderung ist, da ich selbst kein Spanisch spreche.

Da es mein letztes Praktikum im Studium ist, möchte ich nicht nur meine pädagogischen Fähigkeiten vertiefen, sondern auch lernen, wie Unterricht funktioniert, wenn Deutsch für viele Schüler nicht die Muttersprache ist.

Neben der Schule möchte ich persönlich viel erleben: Spanisch lernen, die Vielfalt Perus entdecken, kulinarische Abenteuer ausprobieren und natürlich reisen. Mit einem Touristenvisum konnte ich problemlos einreisen. Weil mein Aufenthalt weniger als drei Monate dauert und das Praktikum unbezahlt ist, ist das die einfachste Lösung.

Für mich ist dieses Praktikum mehr als ein Pflichtprogramm. Es ist ein Schritt ins Unbekannte, ein Sprungbrett für meine persönliche und berufliche Entwicklung und eine Chance, meine Leidenschaft für Auslandserfahrungen noch einmal voll auszuleben.

Ich freue mich auf die kommenden Wochen in Lima – auf die Schule, die Schüler, die Stadt und all die neuen Erfahrungen, die Peru für mich bereithält.

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