studieren weltweit
Wieso ich im Ausland zur Vegetarierin wurde

Wieso ich im Ausland zur Vegetarierin wurde

Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, kein Fleisch mehr zu essen. Nun hat es mich auch erwischt. Aber warum? Und was hat das mit meinem Auslandssemester zu tun?

Ich liebe Döner. Und Chicken Nuggets. Und manchmal auch Steak. Mein Lieblingsessen enthält Hackfleisch und Salami aus Italien war für mich immer das beste auf dem Brot. Woher also der Sinneswandel, sich vegetarisch zu ernähren? Dafür gibt es einfache Gründe, die ich euch gerne näher bringen möchte.

Meterlange Gänge mit Fleisch

Fleisch in Großbritannien ist, wie in anderen Ländern auch, relativ teuer, wenn man eine gute Qualität erwartet. Desto häufiger ich in Aldi und Lidl die gefühlt endlos langen Gänge mit rotem Fleisch entlanglaufe, in denen man mal eben zehn Hühnerbrüste in einem Pack erwerben kann, desto mehr hinterfrage ich meinen eigenen Fleischkonsum. Wie viel Fleisch esse ich die Woche? Wenn man den nächtlichen Döner noch dazuzählt? Mir wird etwas unwohl. Fast jeden Tag essen meine Mitbewohner Hähnchen, Salami-Pizza, Sunday Roast oder KFC.
Ich hingegen kaufe eine Packung gemischtes Hackfleisch. Damit ist meine „Fleischlust“ vorerst gedeckt.

Zuhause überlege ich, wie man rohes Fleisch am besten lagert. Einfrieren, verwerte ich es gleich? Schnell bekomme ich Angst, dass ich es nicht richtig mache. Von der Zubereitung ganz abgesehen. Ist das Hackfleisch durch? Ist das Hähnchen gar, aber nicht zu trocken? Irgendwie nervte mich die Zubereitung und die Lagerung immer und immer mehr.

Zudem bemerkte ich, dass ich seit meines Umzugs nach England doch das ein oder andere Kilo zugenommen hatte. Woran das genau liegen mag könnte man den Dönerverkäufer fragen, der mich inzwischen schon mit Namen kennt, weil „The German Girl“ wieder „German Döner Kebab“ bestellt. Genauso wenig wie die Zubereitung, sagt mir aber der Geschmack zu. Eins ist Fakt: Deutsches Fleisch schmeckt einfach anders als englisches! Man findet mit Sicherheit keine Bratwurst, die so lecker ist, wie die Thüringer (es sei denn, sie ist importiert).

Fleischfreier Frühling

Als mich meine Freundin dann auf die „Meat-Free-March Challenge“ hinwies, dachte ich mir: Warum nicht? Kann ja nicht schaden. Schwer fiel mir das Ganze nicht, das kann man sich sicherlich fast denken. Inzwischen ist April und mein Einkaufskorb enthält immer noch kein  Fleisch, dafür setze ich mich intensiver mit meiner Ernährung auseinander, suche nach alternativen Proteinquellen und tausche mich vermehrt mit meiner Freundin aus, die Ernährungswissenschaften studiert.

Und der Dönerverkäufer? Der denkt sicherlich, ich bin umgezogen, denn dieses Jahr hab ich noch nicht ein einziges Mal vorbeigeschaut. 🙂

Kommentieren

Bitte beachte, dass dein Kommentar nach dem Absenden erst von unserer Redaktion gesichtet werden muss. Aus diesem Grund kann das Erscheinen deines Kommentars etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Mehr über #Essen

Das essen und trinken unsere Correspondents im Ausland