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So finde ich eine Wohnung in Groningen: Teil 2

So finde ich eine Wohnung in Groningen: Teil 2

In meinem letzten Beitrag ging es darum, wie ich mein Zimmer in den Niederlanden gefunden habe und warum es so schwer ist, hier eine Wohnung zu finden. Hier soll es sich heute darum drehen, wie ihr trotzdem auch eine findet!

Viel Konkurrenz, wenig Angebot und einige Betrüger*innen auf dem Markt – alles Gründe, weswegen die Wohnungssuche in den Niederlanden kein Zuckerschlecken ist. Ich habe über 100 Anfragen geschrieben und zehn Besichtigungen gehabt, bis etwas Passendes dabei war. Und ich bin leider da kein Einzelfall.

Das Ganze war für mich immens stressig. Aber auf der positiven Seite kann ich euch jetzt ganze viele Tipps und Erfahrungen von mir und auch von meinen Freund*innen mit auf den Weg geben.

Man sieht eine Häuserreihe und zwei Mensche, die durch eine Gasse laufen.
Wohnungssuche in Groningen: Gar nicht mal so einfach!

 Was solltet ihr beachten?

Persönliche Kontakte sind das A und O

Die Uni Groningen empfiehlt, das erste Jahr in eins der für internationale Studierende angebotenen Wohnheime zu ziehen. Das ist einfach und funktioniert nach dem first come, first served Prinzip. Dort leben dürft ihr dann für maximal ein Jahr. Wie genau ihr im Wohnheim ein Zimmer reserviert, habe ich euch in einem alten Artikel schon mal erklärt. Nach einem Jahr solltet ihr dann ein paar Kontakte geknüpft haben. Und über Mund-zu-Mund-Propaganda findet man bekanntlich schneller etwas Neues.

So funktioniert das wahrscheinlich normalerweise. Nur war das letzte Jahr alles andere als normal. Und so hat dieses Prinzip für mich leider nicht funktioniert. Aber das heißt ja nicht, dass das für euch nicht klappt. Fragt rum. Vielleicht kennt die Tante eures Nachbarn jemanden in Groningen, der zufällig wen kennt, der… ihr wisst, wie der Hase läuft.

Der frühe Vogel fängt den Wurm… manchmal!

Wenn ihr „housing Groningen“ in die Suchmaschine eintippt, erscheint vor allen ein Tipp: Fangt früh genug mit dem Suchen an. Kann ich so unterschreiben. Trotzdem werdet ihr im Mai kaum Wohnungen für August finden. Mir ist aufgefallen, dass viele ihre Wohnungen doch eher spontan inserieren. Da könnt ihr dann direkt einziehen. Oder schon in zwei Wochen. Trotzdem lohnt es sich früh anzufangen, denn wie schon erwähnt: Die Konkurrenz ist groß. Und je früher ihr anfangt, desto weniger Mitbewerber*innen werdet ihr haben.

Wenn ihr nach Groningen kommen könnt, dann macht das auch!

Die WGs laden immer etwa so zehn Bewerber*innen zu sich nach Hause ein – bzw. machen einen Videonanruf mit ihnen. Wenn man sich dann nur online  vorstellen kann, hat man einen Nachteil. So kam es mir zumindest vor. Wenn ich zu den WGs nach Hause eingeladen wurde, war ich meist so eine halbe Stunde da. Meine Videogespräche gingen teilweise nur knapp fünf Minuten. Das steht ja in überhaupt keiner Relation zueinander. Wenn ihr also grenznah wohnt, würde ich euch den Trip ins Nachbarland wirklich ans Herz legen!

Gebt euch Mühe bei eurer Nachricht

Die WGs bekommen bis zu 100 Anfragen für ein WG-Zimmer. Es macht also Sinn, etwas Zeit in eure Anfrage zu investieren. Erzählt etwas über euch: Wie seid ihr so drauf, was ist euch so wichtig? Hängt eventuell noch ein nettes Foto von euch an. Ich habe gesagt bekommen, dass ich nur aufgrund meiner freundlichen Nachricht zu den Besichtigungsterminen eingeladen wurde.

Seid schnell!

Andere wählen auch einfach die ersten zehn Leute aus, die auf die Anzeige reagieren. Die werden dann zu der Besichtigung eingeladen. Wenn ihr euch auf der Plattform kamernet oder auf einen der vielen Facebook-Seiten zur Wohnungssuche anmeldet, dann macht am besten direkt Push-Nachrichten an. So vergrößert ihr eure Chancen.

Ein ehrliches Fazit

Ich habe mich die letzten Wochen oft und viel über die Wohnungsmarktsituation aufgeregt. Aber es bringt am Ende ja doch nichts. Ihr müsst beharrlich sein, einen langen Atem haben und meine Tipps befolgen, dann bekommt ihr am Ende auch ein Zimmerchen. Da bin ich mir sicher.

Außerdem kann ich euch mein Vorgehen wirklich ans Herz legen: Auch wenn die Mieten der internationalen Studentenwohnheime (ab 480 Euro monatlich bei ssh-housing in Groningen) wirklich relativ hoch sind, erleichtert es euch den Umzug enorm. Es ist „einfacher“ (in Anführungszeichen, weil es dann immer noch schwer ist), dann nach einem Jahr in Groningen vor Ort nach einer Wohnung suchen zu können.

Ich wünsche euch ganz viel Glück und Ausdauer bei der Suche nach einem Zimmer. Immer im Auge behalten: Studieren in den Niederlanden ist toll! Der Aufwand lohnt sich also!

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