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Kuriositäten auf dem niederländischen Wohnungsmarkt

In meinem letzten Artikel habe ich über die Wohnsituation in Wageningen berichtet, aber in einer Studentenstadt herrschen andere Gesetze als im Rest des Landes. Dieser Artikel ist eine Warnung und bereitet euch darauf vor, welche Kuriositäten euch bei der Wohnungssuche und auch beim Leben in den Niederlanden erwarten.

In den größeren Städten wie Utrecht und Amsterdam, aber auch in Maastricht, ist es üblich eine private Wohnung zu mieten anstatt im Studentenwohnheim zu wohnen. Hier gibt es mindestens genauso viele Möglichkeiten wie Preisunterschiede. In Amsterdam ist es nicht nur schwierig eine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu finden, sondern auch unfassbar teuer: Ein 10m² Zimmer für 500 Euro in Fahrradreichweite des Zentrums ist ein Schnäppchen.

Auch wenn die Architekten unter unseren Correspondents, wie z.B. Carina und Heike, sicher qualifiziertere Statements abliefern könnten, habe ich mir von einer Freundin, die in Amsterdam lebt, sagen lassen, dass die roten Backstein Reihenhäuser kurz davor sind unter Denkmalschutz gestellt zu werden. Meine kleine Recherche hat ergeben, dass dieser Baustil unter dem Begriff der „Amsterdamer Schule“ bekannt ist.

Das kostet ein WG-Zimmer in Holland

Grundsätzlich sind die Mieten in Holland höher als in Deutschland, aber Amsterdam ist zum Glück ein extremes Beispiel. In Maastricht zum Beispiel, kostet ein WG-Zimmer zwischen 300 und 400 Euro je nach Zustand der Wohnung, Anzahl der Mitbewohner und Lage. Ein Zimmer ohne Fenster oder mit anderen Kuriositäten, die man vorher nicht für möglich gehalten hat, findet man aber auch schon für unter 300 Euro. Wenn man Glück hat.

Kuriose Architektur: So wohnen Holländer

Die Experimentierfreudigkeit der Niederländer drückt sich nicht nur in der teilweise simplen Bauart, sondern oft auch in der kuriosen Architektur aus. Die Kuriosität macht auch vor Kirchen nicht Halt und so werden alte Kirchen, die nicht mehr als solche benutzt werden, zu Wohnungen umgebaut.

Eine weitere Kuriosität, die wahrscheinlich schon jedem Holland Besucher aufgefallen ist, sind die überdimensionalen Fenster, die einen tiefen Einblick in das Privatleben der Bewohner erlaubt. Diese Bauweise ist angeblich auf den Calvinismus zurückzuführen. Brave Bürger, die sich an die Regeln hielten, hatten nichts zu verbergen und konnten es sich erlauben den Nachbarn Einblicke in ihr Privatleben zu geben. Es gab wohl auch praktische Gründe für die riesigen Fenster. Zum einen werden sie auch verhuisramen – Umzugsfenster – genannt, da man durch die Fenster sperrige Möbel heben kann anstatt sie durch die engen und kleinen Treppenhäuser und Flure zu schleppen. Zum anderen waren die früheren einfach verglasten Fensterfronten günstiger als Stein.

Wohnung in Wageningen, Blick aus dem Fenster

Das bringt mich zu meiner letzten baulichen Kuriosität. Einfach verglaste Fenster, sowie sehr schmale, enge und vor allem steile Treppenhäuser sind in Holland so normal wie die auf Putz verlegten Heizungsrohre und Wasserleitungen.

Partys nicht erlaubt – was in meinem Mietvertrag steht

Zum Schluss eine Anekdote über meinen liebenswürdigen, aber auch kuriosen Vermieter. Ich kann nur meinen Vermieter in Maastricht als Referenz heranziehen, aber ich nehme jetzt einfach mal an, dass er repräsentativ für die Gruppe der niederländischen Vermieter ist. Herr P. besitzt um die hundert Wohneinheiten in Maastricht, ist ca. Mitte 60, spricht Deutsch mit einem sehr entzückenden niederländischen Akzent, pfeift oft ein Liedchen vor sich hin und ist selbst der Hausmeister seiner Häuser. Sein Lieblingswerkzeug: Kabelbinder! Alles kann er mit Kabelbindern reparieren. Sogar Kühlschränke. Sein Hobby: verrückte Dinge in seine Mietverträge schreiben, wie zum Beispiel, dass es verboten ist eine Party zu feiern, wobei eine Party definiert ist als zwei Personen und eine Flasche Wein. Meine Lieblingsgeschichte: Ich habe unter dem Dach gewohnt. Im Herbst hat es, wie es in Holland üblich ist, sehr viel geregnet und eines Abends war mein Bett durchnässt, da es durch das Dach tropfte. Seine Reaktion am nächsten Tag: Das ist ja ärgerlich, dass das Bett so groß ist und man es nicht umstellen kann, sonst hätte man einfach einen Eimer unterstellen können. Das war das erste und einzige Mal, dass er den Schaden nicht mit einem Kabelbinder beheben konnte.

WG-Zimmer Maastricht
Wenn der Regen durch die Decke kommt …

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