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Meine verzweifelte Wohnungssuche in Mexiko mit einem Happy End

Meine verzweifelte Wohnungssuche in Mexiko mit einem Happy End

Von Deutschland aus eine Wohnung in Mexiko zu finden, war definitiv eine Herausforderung! Warum ich lange überlegt habe, überhaupt einen 6-Monats-Vertrag zu unterschreiben, wie das auf die Entfernung generell funktionierte und was meine Tipps für die Wohnungssuche in Mexiko sind, erfährst du hier.

Im Mai erhalte ich die Nachricht, dass ich mein Auslandssemester am Tec de Monterrey in Mexiko ab August starten kann. Zu diesem Zeitpunkt fehlen also nur noch knapp zweieinhalb Monate bis ich die lange Reise auf den anderen Kontinent beginnen werde. Zweieinhalb Monate, um alle Themen wie zum Beispiel den Reisepass, das Visum, die Versicherung zu organisieren und vor allem eine Wohnung zu finden.

Was die Wohnungssuche angeht, bin ich mir lange Zeit nicht sicher, ob ich überhaupt einen Vertrag für das ganze Semester abschließen möchte. Am Liebsten würde ich gerne jeden Monat in einer anderen Stadt verbringen, um so viel wie möglich vom Land zu sehen. Dadurch, dass die meisten Kurse sowieso online stattfinden, dachte ich, wäre das Reisen die beste Möglichkeit und natürlich auch ein Vorteil von den Onlinevorlesungen ortsunabhängig zu studieren.

Mexiko ist aber nicht Europa, wo man von einer Stadt in die andere super easy mit dem Zug oder einem Bus kommt. Busse gibt es hier zwar auch, aber aufgrund der Größe des Landes sind die Entfernungen zwischen den Städten riesig und eine Reise allein nicht unbedingt zu empfehlen. Und irgendwie wollte ich dann doch auch einen Ort haben, an den ich immer wieder zurückkommen kann und die Möglichkeit habe, engere Freundschaften zu schließen.

Immer wieder Hin- und Hergerissen entschied ich mich letztendlich dazu, einfach mal zu schauen, welche Wohnungen ich finde und was der Markt so hergibt. Durch ein organisiertes Treffen des International Centers meiner Heimathochschule in Furtwangen, lernte ich andere Auslandsstudent*innen kennen, die gerade im Sommersemester in Mexiko waren und von ihren Erfahrungen berichtetn. Durch sie bekamen wir die ersten Tipps, wo wir am besten nach Wohnungen suchen könnten und wie generell die Lage momentan in Mexiko ist.

Durch das Treffen habe ich erfahren, dass es in Mexiko neben Wohnungen direkt auf dem Campus, auch zwei Studentenwohnheime gibt: das sogenannte „Villas Tec“ und „Torres Tec“. Die beiden Wohnheime liegen in der „Zona Tec“, also der Universitätszone und es werden hauptsächlich WGs vermietet. Als ich den Zuständigen schreibe, heißt es jedoch, dass die meisten Wohnungen schon voll sind. Ein Vertrag kann außerdem nur über das ganze Semester abgeschlossen werden.

Ich frage nach anderen Möglichkeiten, eventuell ohne die lange Vertragsbindung, aber mir wird mitgeteilt, dass ab August wieder mehr Student*innen nach Monterrey kommen, da der Präsenzunterricht so langsam wieder losgeht und somit die Nachfrage höher ist als das Angebot. Zu diesem Zeitpunkt schreibe ich generell viele Agenturen an, schaue über verschiedene Portale im Web und trete auch einer Gruppe auf Facebook bei, die sich auf den Wohnungsmarkt in der Universitätszone spezialisiert. Auch hier merke ich sofort, dass es fast unmöglich ist, unter den vielen Kommentaren der Anzeigen hervorzustechen.

Für mich persönlich ist es super wichtig, die Personen kennenzulernen, mit denen ich letztendlich zusammenleben werde und oft ist genau dieser Punkt nicht klar, da die Wohnungen über Dritte vermietet werden. Mein Wunsch ist es außerdem, mit jemandem Einheimischen zusammenzuwohnen. Somit bekomme ich einen tieferen Einblick in die Kultur und kann mein Spanisch um einiges schneller verbessern.

Als mir schließlich nur noch circa ein Monat bleibt, bis ich mein Auslandssemester antrete und ich langsam in Panik gerate, weil ich immer noch nichts gefunden habe, setze ich eine Anzeige in die Facebook-Gruppe. Ein paar Tage später wird meine Anfrage angenommen und zu dem gleichen Zeitpunkt kommen auch viele neue Angebote in die Gruppe rein. Ich schreibe schließlich zwei Mädchen an, die einen neuen Roomie suchen und bekomme auch von beiden eine Antwort. Nach der langen Odyssee, kann ich es kaum fassen, dass ich eventuell gerade eine Wohnung gefunden habe. Noch am selben Abend, beziehungsweise aufgrund der Zeitverschiebung in Deutschland schon um Mitternacht, telefoniere ich mit dem einem mexikanischen Mädchen und wir sind gleich von Anfang an auf einer Wellenlänge. Auf einmal lässt die Anspannung nach und ich mein Bauchgefühl ist schon positiv gestimmt. Wir beenden das Gespräch und ich schlafe nochmal eine Nacht über meine Entscheidung. Aber schon am nächsten Tag treffe ich eine mündliche Zusage und wir machen ein weiteres Treffen aus, um die Details des Vertrags zu klären.

Mittlerweile wohnen wir schon seit August zusammen und sie ist eine richtig gute Freundin geworden. Außerdem war es am Anfang super hilfreich jemanden zu haben, der sich mit allem gut auskennt. Sei es bei Dingen für die Uni oder Fragen vorab zu Monterrey und dem Leben dort. Generell kann ich es wirklich sehr empfehlen, so den Kontakt zu den Einheimischen zu suchen, um eben nicht nur das Land, sondern auch die Leute besser kennenzulernen.

Allgemein habe ich Folgendes bei der Wohnungssuche in Mexiko beachtet:

  • Lage in sicherer Zone
  • Wohnung in Universitätsnähe
  • Wohngebäude mit Kameraüberwachung bzw. Pförtner 24/7
  • Bei Facebookgruppen: Seriösität der Gruppe und der Anzeigen
  • Mehrere Videotelefonate vorab mit zukünftigen Mitbewohner*innen führen
  • Aufs Bauchgefühl hören
  • Vertragsbedingungen vorher abklären und Vertrag per Mail zukommen lassen

Generell ist es super wichtig, einfach auf sein Bauchgefühl zu hören. Sobald dir etwas komisch vorkommt, beispielsweise Geldüberweisungen vor Vertragsabschluss oder einfach keine Sympathie da ist, suche weiter. Ich dachte auch lange, dass ich nichts mehr finden werde und genau als ich an dem Punkt angekommen war, haben sich alle Sorgen in Luft aufgelöst. Letztendlich bin ich zum einen mega happy mit der Entscheidung, eine Wohnung für das ganze Semester hier gemietet zu haben und zum anderen mich generell für eine Wohnung in Monterrey entschieden zu haben. Hier habe ich einfach meinen Rückzugsort und Monterrey ist bis Dezember mein zu Hause. Außerdem findet zumindest eine meiner zwei Aktivitäten in Präsenz auf dem Campus statt, sodass ich nun auch regelmäßig zur Uni gehen kann.

Wie wohne ich letztendlich?

Zusammen mit meiner Mitbewohnerin Adriana wohne ich in einer WG, die nur circa zehn Gehminuten von der Universität entfernt liegt. Die Lage und Nachbarschaft ist relativ ruhig. Die Miete ist tatsächlich vergleichbar mit meiner vorherigen Miete in Deutschland, im Verhältnis zu Größe und Lage der Wohnung. Man kann in Mexiko auch deutlich günstiger wohnen, es kommt natürlich auf die Stadt und das Viertel an, in dem man lebt. Für mich waren die oben genannten Kriterien aber einfach wichtiger, als eine möglichst günstige Wohnung zu finden. Das sind im Endeffekt alles individuelle Entscheidungen, die jeder für sich selbst treffen muss. Die Wohnung verfügt außerdem über einen Balkon, zwei Bäder und einen Gemeinschaftspool, der vor allem in den heißen Sommertagen von mir sehr häufig genutzt wurde.

Am besten ist es natürlich, so früh wie möglich mit der Wohnungssuche zu beginnen und sich auch darüber im Klaren zu sein wie man leben möchte (WG, Wohnung, Studentenwohnheim). Ist man dann auf der Suche, kann ich abschließend nur raten, sich nicht stressen zu lassen, denn es wird sich immer eine Lösung finden. Versuche es über mehrere Agenturen, frage sowohl bei deiner Heimat- als auch Partneruniversität nach Wohnungsmöglichkeiten und schreibe auch andere Agenturen an oder frage Student*innen, die schon dort eine Zeit lang gelebt haben. Wenn du gerade auf der Suche nach einer passenden Wohnung bist, wünsche ich dir viel Glück, dass du etwas Passendes für dich findest!

¡Hasta pronto!

Hast du noch Fragen?

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