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Alles nur eine Frage des Geldes?

Alles nur eine Frage des Geldes?

„Das ist doch alles viel zu teuer! Das kann ich mir nicht leisten.“: Viele Studierende entscheiden sich aus finanziellen Gründen gegen einen Auslandsaufenthalt. Doch das muss nicht sein. Ich berichte euch von meinen Erfahrungen und wie ich mein Semester in Kopenhagen finanziere.

Ihr müsst euren Auslandsaufenthalt finanziell nicht komplett alleine stemmen und nicht jahrelang dafür sparen. Es gibt zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten.

Erasmus+

Jeder kennt sie, die Erasmus-Studierenden. Sie reisen um die Welt, lernen neue Sprachen und tauchen in fremde Kulturen ein. Doch was genau ist dieses Erasmus? Mit Erasmus+ werdet ihr monatlich finanziell gefördert, wenn ihr im EU-Ausland studiert. Ihr könnt bis zu ein Jahr am Stück davon profitieren. Ich bekomme in Kopenhagen eine Förderung in Höhe von 450 Euro im Monat. Das ist die höchste Summe und davon abhängig, in welches Land ihr reisen wollt.

Soweit so gut, aber wie bekommt man das nun? Ganz einfach: Ihr geht in das Büro für internationale Programme eurer Heimatfakultät und erkundigt euch, welche Partnerfakultäten eure Uni im Ausland hat. Davon sucht ihr euch eine aus und bewerbt euch. Bei erfolgreicher Bewerbung werdet ihr dann für ein Erasmus-Semester nominiert und die Reise kann losgehen. Die Bedingungen sind also lediglich ein Abkommen eurer Uni mit eurer Traumuni im Ausland, eine erfolgreiche Bewerbung und oft müsst ihr bereits zwei Jahre studiert haben, um ein Erasmus-Semester antreten zu können.

Bildungskredit

Eine andere Möglichkeit, um sich einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren, ist der Bildungskredit der Bundesregierung. Zusammen mit der KfW werdet ihr in der letzten Phase eures Studiums gefördert. Die Zinsen sind sehr günstig und er ist unkompliziert zu beantragen. Hier findet ihr mehr Infos dazu. Schaut doch auch gleich noch auf der Seite von Johannes vorbei. Er hat den Kredit selbst beantragt und euch alles Wichtige dazu in einem Beitrag zusammengefasst.

Nebenjob in Dänemark

Alle dänischen Studierenden können zu Beginn ihres Studiums das sogenannte statens uddannelsesstøtte (SU) beantragen. Übersetzt bedeutet das staatliche Bildungsunterstützung. Man bekommt vom Staat umgerechnet 700 Euro pro Monat als finanzielle Hilfe für das Studium. Klingt wie BaföG? Nicht ganz: Es wird unabhängig vom Einkommen der Eltern gezahlt und muss nicht zurückgezahlt werden. Es ist also geschenkt, bzw. viele dänische Studierende betrachten das SU als Gehalt fürs Studieren. Nun die gute Nachricht: Wenn ihr Erasmus-Studierende seid, könnt ihr das SU ebenfalls beantragen. Ihr müsst lediglich einen Nebenjob finden und mindestens 10 Stunden pro Woche arbeiten. Mit SU plus Gehalt vom Nebenjob kann man gut leben in Dänemark. Mehr Infos findet ihr hier.

Was kostet das alles hier?

Ich lebe seit einem Monat in Kopenhagen und muss sagen, dass es alles andere als günstig ist. Dennoch komme ich gut über die Runden. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich momentan all mein Geld nur für Lebensmittel und Kaffee zum Mitnehmen ausgebe. Kinos, Restaurants, Museen etc. sind ja aufgrund der Pandemie noch geschlossen. Ich habe daher sicher kein ganz eindeutiges Bild. Dennoch habe ich mal einen Kassensturz für euch gemacht.

dänische Kronen
In Dänemark zahlt man mit dänischen Kronen. Wobei hier fast niemand mit Bargeld zahlt, sondern mit EC- oder Kreditkarte.

Einkaufen

Ich zahle im Monat ungefähr doppelt so viel für Lebensmittel als in Deutschland. In den Supermärkten gibt es nicht die klassischen günstigen Eigenmarken. Man kann jedoch auf Angebote achten. Jede Woche gibt es vor allem in den großen Supermärkten ziemlich gute Schnäppchen. Man muss sich nur ein bisschen umschauen.

Essen gehen/ Essen bestellen

Ich habe gehört, dass Essen gehen in Dänemark extrem teuer sein soll. Für Studierende ist es regelrecht Luxus, sich in ein Restaurant zu setzen und bekocht zu werden. Allerdings gibt es in dem Bezirk, in dem ich wohne, einige Takeaway-Restaurants. Diese sind sehr erschwinglich. Man bekommt durchaus eine Pizza für umgerechnet 11 Euro. Im Vergleich zu den anderen Preisen in Kopenhagen ist das sehr günstig.

Kaffee trinken

Ein Blick auf meinen Kontoauszug verrät, wo mein ganzes Geld geblieben ist im letzten Monat: Coffee to go! Die Dänen trinken viel Kaffee und bieten in den schönen Cafés auch sehr Guten an. Jedoch zahlt man für einen Becher schnell mal 5 bis 6 Euro. Aber wie gesagt, ich habe ja sonst nicht viele Freizeitausgaben.

Freizeit

Daher kann ich euch auch noch nicht berichten, wie teuer das Freizeitleben in Kopenhagen normalerweise ist. Jedoch bekommt man mit einem Studententicket wie in jeder großen Stadt viele Rabatte. Daher sollte auch das einigermaßen erschwinglich sein.

Ihr seht, das Leben in Kopenhagen ist teuer. Wenn man allerdings weiß, wie man es sich finanziert und wo man sparen kann, kommt man gut über die Runden. Ein guter Tipp in jeder neuen Stadt: Haltet euch an die Studierenden, die dort schon eine Weile leben. Sie wissen, wo es zum Beispiel das günstigste Bier gibt. Für Kopenhagen nicht ganz unwichtig zu wissen 🙂

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