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Auslandspraktikum auf Malta – ein kleiner Rückblick

Auslandspraktikum auf Malta – ein kleiner Rückblick

Ziemlich spontan und ohne große Erwartungen ging es für mich im April in den Zwergstaat Malta für ein Auslandspraktikum an einer Mädchenschule. Hier durfte ich zwei Monate gefüllt mit prägenden Erfahrungen und unvergesslichen Erlebnissen verbringen. Auch wenn ein Teil meines Herzens gerade immer noch in Malta ist, wird es nun Zeit für einen kleinen Rückblick.

Nachdem mein Traum vom Praktikum in den USA plötzlich geplatzt war (hier erfährst du, warum), musste schnell ein Plan B her. Normalerweise plane ich sonst gerne alles lange im Vorfeld und überdenke dreimal alle möglichen Szenarien. Diesmal blieb mir jedoch bedingt durch die spontane Planänderung ausnahmsweise kaum bis gar keine Zeit, mir groß einen Kopf um mögliche „Aber was wäre wenn…?“‘s zu machen.

Einfach mal trauen, einfach mal machen und sehen, was dabei herumkommt. Es wird schon gut werden. Was mir früher nie in den Sinn gekommen wäre, hat sich bei meinem Auslandsaufenthalt als eine der bisher besten Entscheidungen meines Lebens erwiesen.

Mehr Praxiserfahrungen: Meine Mission

Mädchenpower auf Malta – und wie! Ganz nach dem bekannten Motto „Raus aus dem Hörsaal, rein ins Klassenzimmer!“ habe ich mir von meinem Praktikum einen Einblick in die konkrete Praxis erhofft. Auch wenn es rein auf meiner persönlichen Einschätzung beruht, aber der Zusammenhalt der Schülerinnen auf der Mädchenschule schien mir deutlich stärker ausgeprägt, als das bei den Schülerinnen und Schülern meiner Praktikumsschulen in Deutschland der Fall war.
Es war schön zu sehen, wie sich die Mädchen gegenseitig unterstützt haben und über den Unterricht hinaus miteinander unterwegs waren. Die Schülerinnen haben mich mit ihren unterschiedlichen Begabungen stark beeindruckt und sind mir sehr ans Herz gewachsen.


Zwar konnte ich an meiner Schule leider nicht selbst unterrichten, aber alleine schon das Hospitieren in den Unterrichtsstunden und das Unterstützen bei Aufgaben waren sehr spannend. Im Unterschied zu einem Praktikum an einer deutschen Schule, konnte ich hier ein anderes Schulsystem kennenlernen und durch diesen Einblick neue Perspektiven auf unseren deutschen Schulalltag gewinnen.
Mein Praktikum hat mir nochmal aufgezeigt, wofür ich das theorielastige Studium eigentlich mache – ein kleiner Motivationskick, quasi.

Ein mit Heißluftballons geschmückter Klassenraum mit Schülerinnen in Schuluniform
In meiner ersten Klasse habe ich viele spannende Unterrichtsstunden erleben können.

Einmal fremd sein

Darüber hinaus habe ich auf Malta gelernt, was es eigentlich bedeutet, „fremd“ zu sein und wie es ist, die Sprache nicht zu verstehen. Auf einmal war ich diejenige, die auf die Hilfe und das Entgegenkommen anderer angewiesen war. Insofern war es eine interessante Erfahrung, dass im Unterricht oder auf der Straße oft maltesisch gesprochen wurde und ich kein Wort verstanden habe. So kann ich mich hoffentlich besser in die Situation einiger meiner zukünftigen Schülerinnen und Schüler hineinversetzen und konkreter auf ihre Bedürfnisse eingehen.

Neben der sprachlichen Herausforderung sah ich mich als Fremde in dem Land mit neuen Situationen konfrontiert, musste mich um Anschluss bemühen und mich auf Unbekanntes einlassen. Dadurch habe ich ebenfalls viel gelernt, was mir für meine spätere Tätigkeit als Lehrerin sicherlich hilfreich sein wird.
Als angehende Lehrkraft auch ohne Fremdsprachenfach ins Ausland zu gehen, hat sich für mich also definitiv gelohnt.

Eine Hand hält eine Sonnenbrille in die Kamera, durch die man einen Stand mit Meer sieht.
Auf Malta konnte ich vieles mal durch eine andere Perspektive, eine andere Sichtweise, betrachten.

Persönlichkeitsentwicklung im Schnelldurchlauf: Einfach mal im Hier und Jetzt leben

Etwas anderes ist auf Malta kaum möglich, machen die willkürlich fahrenden Busse und die meist sehr entspannten Malteser meinem gut ausgefeilten und von morgens bis abends durchgetakteten Plan häufig einen Strich durch die Rechnung. Was mich als waschechte „Spontanität will wohl überlegt sein“-Verfechterin in den ersten Tagen vor ungeahnte Herausforderungen gestellt hat, hat wohl recht schnell dazu beigetragen, dass ich in dieser Hinsicht lockerer wurde.

Malta als sehr internationale Insel hat mich mit vielen unterschiedlichen Menschen vieler Nationalitäten bekannt gemacht, die mich mit ihren verschiedenen Lebensgeschichten, ihren Ansichten und Zielen sehr inspiriert haben. Auch über diese Begegnungen habe ich viel über mich selbst erfahren und gleichzeitig den gewünschten kulturellen Austausch genießen können. Ganz zu schweigen von den neuen Freundschaften, die ich hier schließen konnte.

Es mag vielleicht komisch klingen, aber ich habe das Gefühl, in den zwei Monaten eine Persönlichkeitsentwicklung im Schnelldurchlauf erlebt zu haben. Vermutlich angespornt durch die Gewissheit im Hinterkopf, dass ich eben nur eine so kurze Zeit auf der Insel haben werde und deshalb jeden Tag nutzen sollte, war ich umso motivierter und womöglich selbstbewusster, auf andere Menschen zuzugehen, neue Dinge auszuprobieren und einfach mal im Hier und Jetzt zu leben.
Nicht zu viele Gedanken darum machen, was andere Leute denken könnten, nicht zu viel im Voraus über mögliche Szenarien nachdenken und mich dadurch selbst von spannenden Erfahrungen abhalten, sondern Chancen ergreifen.

Ich hoffe sehr, etwas von dieser neu gewonnenen Haltung mit nach Hause nehmen zu können beziehungsweise mir hier beizubehalten.

Ein Mädchen sitzt mit dem Rücken zur Kamera auf einer Bank und blickt in die Ferne.
Auf Malta hatte ich die Gelegenheit, ganz neue Seiten an mir kennenzulernen und durch prägende Erfahrungen persönlich zu wachsen.

Grazzi, Malta!

Wenn ich nun auf meine Malta-Zeit zurückblicke, empfinde ich vor allem eins: Tiefe Dankbarkeit. Ich bin dankbar, dass sich meine anfängliche Enttäuschung über den geplatzten Traum vom Praktikum in den USA in eine überschwängliche Freude auf Malta gewandelt hat. Dankbar, dass ich von meiner Schule so herzlich aufgenommen wurde und Teil des spannenden Schulalltags werden konnte. Dankbar, dass ich mich in diese unbekannte Insel Malta so schnell verliebt habe und das Land am Ende sogar wie ein zweites Zuhause für mich war. Dankbar, dass ich so viele tolle Menschen kennengelernt und mit ihnen unzählige schöne Erinnerungen sammeln konnte. Dankbar, dass ich durch diese prägende Auslandserfahrung nun um viele neue Erkenntnisse und Eindrücke reicher bin, die mich mein Leben lang begleiten werden.
Was bin ich froh, dieses Abenteuer gewagt zu haben. Jederzeit wieder.

Falls du auch überlegst, für eine Zeit ins Ausland zu gehen – do it! 🙂

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