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Let’s talk about Studies! Mein Auslandssemester in Amsterdam

Wo ist die Zeit nur hin? Jaja, ich klinge, als wäre ich 88, aber die letzten zweieinhalb (!!!) Monate sind tatsächlich wie im Flug vorbeigerauscht. Ich würde gerne viel mehr darüber schreiben, was ich hier in Amsterdam täglich erlebe – doch die Wahrheit ist, dass mein Auslandssemester kein Urlaub ist. Ich verbringe tatsächlich viele Stunden hinter meinem Laptop, recherchiere für Interviews, tippe eine Reportage oder schneide ein Video. Höchste Zeit also, euch mehr von meinem Studium zu erzählen.

Meine Universität

Mit fast 50.000 Studenten und 3.500 Mitarbeitern ist die Amsterdam University of Applied Science (AUAS), oder auch Hogeschool van Amsterdam (HvA) genannt, das größte Bildungsinstitut in den Niederlanden. Meine Fakultät „Media, Information and Communication“ (MIC) – mit 8.000 Studenten die zweitgrößte der AUAS – liegt im Osten von Amsterdam. Mit dem Fahrrad bin ich von hier aus in zehn Minuten im Stadtzentrum.

Mein Studiengang

Hier an der AUAS belege ich den Minor „International Journalism“ – ich kann also keine Kurse einzeln auswählen, sondern habe ein vorgefertigtes Kursprogramm für 30 ECTS. Das Motto: ganz oder gar nicht. Dadurch sind wir eine feste Gruppe aus 27 Studenten, die alle Vorlesungen gemeinsam besuchen. Eine Hälfte davon sind Niederländer, die andere Hälfte setzt sich aus anderen Europäern (aus Deutschland, Österreich, England, Belgien, Frankreich, Dänemark, Norwegen und der Türkei) und Australiern zusammen. Wenn das Programm auch wenig bis keine Wahlmöglichkeiten lässt (was ja auch nicht immer schlecht ist – Stichwort: die Qual der Wahl), mag ich es, in einem kleinen und bekannten Kreis zu studieren. Zusätzlich ist die Hierarchie zwischen Studenten und Dozenten in den Niederlanden flacher als in Deutschland. Das kreiert eine familiäre Arbeitsatmosphäre.

Meine Kommilitoninnen
Drei meiner liebsten Kommilitoninnen: Elisabeth aus Norwegen, Christina aus Dänemark und Roxanne aus Belgien.

Der Minor hier in Amsterdam ist sehr ähnlich zu meinem Studium in Stuttgart aufgebaut. Zuhause in Deutschland studiere ich Crossmedia-Redaktion an der Hochschule der Medien. Darunter versteht man medienübergreifenden Journalismus – ich werde also nicht nur für Printmedien ausgebildet, sondern auch fürs Radio, Fernsehen und den Onlinebereich. Einen Einblick in einige unserer Projekte gibt’s hier.

Ich arbeite auch hier in Amsterdam sehr praktisch und wiederhole sozusagen meine ersten vier Semester noch einmal im Schnelldurchlauf. Natürlich auf Englisch… einen Überblick über die Ergebnisse bekommt ihr hier.

Zusätzlich zu den Minor-Programmen bietet die AUAS einen „Dutch Survival Course“ an, der die Basics vermitteln soll. Auf Grund des hohen Arbeitsaufwands habe ich aber zu Beginn meines Semesters beschlossen, mich auf meinen Minor zu konzentrieren und kein Niederländisch zu lernen – in Amsterdam spricht ohnehin jeder perfekt Englisch.

Sprachkurs
Niederländisch ist eine Mischung aus Deutsch und Englisch, daher ist es für mich nicht allzu schwer, etwas zu verstehen.

Mein Semester

Mein Semester ist in zwei Phasen geteilt, die jeweils sechs Wochen dauern. In den Niederlanden ist diese Zweiteilung normal. Die Zeit dazwischen ist vorlesungsfrei und für Prüfungen und Abgaben eingeplant. Dadurch entzerrt sich der Arbeitsaufwand etwas und ballt sich nicht zu sehr am Ende des Semesters. Außerdem unternehmen wir in der freien Zeit zwei Exkursionen (mein persönliches Highlight): Mitte Oktober ging es zu verschiedenen Medienhäusern in Schottland, Anfang Januar werden wir aus Barcelona berichten.

Mein Stundeplan

Ich habe wenige Vorlesungen, dafür wird aber viel Eigenarbeit außerhalb der Veranstaltungen erwartet. Was mir außerdem nach wie vor ein Rätsel ist, sind meine Vorlesungszeiten. Die wechseln nämlich jede Woche. Das kann natürlich schon einmal für Verwirrungen sorgen. Vielleicht bin ich in der Hinsicht aber auch einfach zu Deutsch…

Mein Arbeitsaufwand

Erasmus = Chillivanilli? Denkste! Der Minor ist als „excellent“ ausgezeichnet und deshalb mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Neben Gruppenarbeiten muss ich jede Woche nach einem passenden Ansprechpartner recherchieren und ein oder zwei Artikel abgeben. Für mich bedeutet das jede Menge Eigeninitiative und Zeitplanung. Gleichzeitig schreibe ich über das komplette Semester nur zwei Klausuren.

Cafés in Amsterdam
Wo ich am liebsten studiere? In einem der 13.792 Cafés in Amsterdam.

Das habe ich im ersten Block gelernt

  • Auf Neues einlassen: Seien es die Kurse, Teammitglieder oder Ideen – Offenheit ist immer gut und das Nonplusultra für ein Auslandssemester.
  • Meine Erwartungen überdenken: Klar, ich habe mit weniger Arbeitsaufwand gerechnet. Und gleichzeitig bin ich auch oder gerade wegen diesem Minor nach Amsterdam gekommen. Daher, die Dinge einfach hinnehmen, wie sie sind und das Beste daraus machen.
  • Meine Zeit einteilen: Bei all den Deadlines kann man schon einmal den Überblick verlieren. Ein Zeitplan und To-Do-Listen helfen gegen die Prokrastination.
  • Prioritäten setzen: Abwägen und entscheiden, was gerade am wichtigsten ist und die To-do-Liste peu à peu durcharbeiten. Alles auf einmal wird nichts. Ich spreche aus Erfahrung…
  • Aus meiner Komfortzone kriechen: Für Stories müssen wir jede Woche Ansprechpartner finden. Wer schüchtern oder zurückhalten ist, hat in diesem Fall schlechte Karten.

Okay, jetzt ist aber auch genug mit Unigelaber, mein Wein wartet auf mich!

 

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