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Ins Ausland trotz Corona?

Ins Ausland trotz Corona?

Ins Ausland oder lieber nicht? Wie ich mich dabei fühle, wie die Lage in Tschechien ist, warum ich mein Auslandssemester angetreten habe und wo ich meine Informationen über neueste Corona-Updates herbekomme, erzähle ich euch in diesem Blogpost.

Person steht mit Koffer vor einfahrendem Zug am Gleis
Abfahrbereit am Hauptbahnhof in Kiel – von dort gehts über Prag nach Brünn.

Meine Gefühlslage

Als ich mich Anfang des Jahres für ein Auslandssemester beworben habe, hätte ich nie im Leben gedacht, dass es im Schatten einer Pandemie stehen würde. Ich meine, das Auslandssemester soll angeblich die beste Zeit des Lebens sein, da rechnet man ja nicht mit sowas?! Als es dann Ende Februar aber so richtig mit Corona losging, hab ich noch geglaubt, dass das Ganze bestimmt vorbei ist, wenn ich in mein Auslandssemester starte. Tja, falsch gedacht. Trotz aller Hoffnungen ist Corona nun doch ein größeres Thema während meines Auslandssemester, als ich anfangs glaubte…

Corona in Tschechien

Obwohl Tschechien die meiste Zeit über gut da stand, steigt nun auch dort die Zahl der Infizierten drastisch an. Deswegen wurde Anfang September die Maskenpflicht wieder eingeführt, erst nur in öffentlichen Verkehrsmitteln, Ämtern, Krankenhäusern und bei Großveranstaltungen, dann noch zusätzlich in allen öffentlichen Gebäuden in ganz Tschechien. Das heißt konkret für mich: Maskenpflicht überall, auch in Vorlesungen und in meinem Wohnheim. Diesen Montag wurde dann noch bekannt gegeben, dass nun auch an der Masaryk University alle Veranstaltungen online stattfinden müssen. Und zu guter Letzt hat das Auswärtige Amt einen Tag vor meiner Abreise ganz Tschechien zum Risikogebiet erklärt.

Bunte Mund-Nasen-Schutze
Die Maske – unverzichtbar, auch im Auslandssemester!

Darum bin ich trotzdem gefahren:

Für mich ging es gestern trotzdem los nach Brünn. Meiner Meinung nach ist es egal, ob ich jetzt zu Hause in Deutschland vor meinem Laptop sitze, um den Vorlesungen zuzuhören, oder in Tschechien. Und um ganz ehrlich zu sein, ich musste auch einfach mal raus von zu Hause. Ich habe die letzten Monate über gemerkt, dass ich einfach nicht mehr so viel Motivation hatte. Nur in der gewohnten Umgebung zu sitzen, von einem Online-Meeting ins nächste, hat mich irgendwann wahnsinnig gemacht. Das mit den Online-Meetings wird hier zwar leider nicht anders sein, aber trotzdem werde ich in Brünn – abseits vom Laptop – täglich neue, spannende Eindrücke bekommen.

Selbst der Gang zum Supermarkt wird zum Highlight, durch unbekannte Produkte und die (noch) unbekannte Sprache. Und auch in meiner Freizeit möchte ich die Zeit nutzen, um so viel wie möglich von Brünn und Tschechien kennenzulernen, um Neues zu erleben. So gut wie es mit den Corona-Maßnahmen nun mal geht. Ein weiterer Punkt, warum ich mich entschieden habe nach Brünn zu fahren, sind die Kurse. Ich freue mich so über neuen Input und die Gelegenheit auch mal in andere Themengebiete reinzuschnuppern, dass ich das nicht missen will. Außerdem gefällt mir die Option, kein Auslandssemester während des Bachelors gemacht zu haben und dann diese Erfahrung nicht gemacht zu haben, überhaupt nicht. (Vielleicht auch, weil ich süchtig nach Auslandserfahrung bin.) Und da ich ja nicht nur für ein oder zwei Wochen in Tschechien bin, sondern für ein halbes Jahr, finde ich es vertretbar, gefahren zu sein.

Ich hoffe, dass ich durch diesen Tapetenwechsel wieder neue Energie schöpfen kann!

Sitzplatz im Zug


Los geht’s nach Brünn!

Immer auf dem Laufenden!

Natürlich werde ich nicht leichtfertig mit der Situation umgehen, denn Corona ist wirklich kein Spaß, den sich irgendjemand ausgedacht hat, sondern eine wirklich ernstzunehmende Krankheit. Deswegen halte ich mich stets über neueste Informationen und Maßnahmen auf dem Laufenden. Und hier bekomme ich sie her:

  • Auswärtiges Amt: Das Auswärtige Amt ist die Nummer 1, wenn es darum geht, Informationen über das Reiseland zu bekommen.
  • Tschechisches Gesundheitsministerium: Auf der Website des tschechischen Gesundheitsministeriums erhält man nochmal mehr Informationen über die geltenden Maßnahmen. Und man findet dort auch eine interaktive Karte, die anzeigt, wie stark welche Region in Tschechien betroffen ist. Allerdings ist die Karte nur auf tschechisch.
  • Website der Masaryk University: Die Universität hat ein Ampel-System implementiert. Auf der Website kann man sehen, welche Farbe das System gerade hat und was die Farbe genau bedeutet. Im Moment ist das System gerade gelb: Das heißt, dass die Uni für die Öffentlichkeit gesperrt ist und Computerräume sowie Sporthallen geschlossen sind.
  • Offizielle Whats-app-Gruppe der Masaryk University für Erasmus-Studierende: Die Koordinatorin der Uni, die für uns zuständig ist, setzt uns dort in Kenntnis über die Entwicklungen an der Uni und geht auf jede Frage, die wir haben, ein.
  • Per Email: Dieselbe Koordinatorin schreibt uns auch E-Mails, in denen Sie uns nochmal Updates von offiziellen Entscheidungen, Entwicklungen an der Universität gibt und schreibt, wie unser Auslandssemester weiterhin ablaufen kann.
  • Brno News CTV: Hier bekommt man aktuelle Neuigkeiten aus Brünn und Umgebung.

Und obwohl ein Auslandssemester im klassischen Sinne nicht möglich ist, bin ich mir sicher, dass ich eine ganz besondere Zeit in Tschechien haben werde! Mich würde nun interessieren wie ihr euch entschieden hättet – wärt ihr losgefahren oder hättet ihr die Onlineveranstaltungen lieber von Zuhause aus besucht?

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