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Das Visum – Bürokratie vom Feinsten

Das Visum – Bürokratie vom Feinsten


Planst du auch einen Auslandsaufenthalt? Dann wartet mit ziemlicher Sicherheit ein großes Papierchaos auf dich. Zumindest, wenn du wie ich erst circa drei Monate vor der geplanten Abreise Bescheid bekommst, ob das Auslandssemester tatsächlich stattfindet. Wie du trotzdem die Ruhe bewahrst, erzähle ich dir jetzt.

Auch wenn ich schon die Zusage von der Universität Augsburg für den Platz hatte, musste ich mich separat noch einmal bei der UFSC, meiner Gastuni, bewerben. Meist handelt es sich dabei nur um einen weiteren bürokratischen Prozess. Als ich den Zugang zum Bewerberportal erhalten habe, hatte ich knapp zwei Wochen, um auch von meinen Dozenten Infos einzuholen, ob und welche Kurse ich anrechnen lassen könnte, da beim Bewerbungsprozess auch schon Kurse gewählt werden.

To-Do-Listen sind dein bester Freund

Beim Einlesen in die Vorgaben für den Visumsantrag schwirrte mir schnell der Kopf. Es ist so umfangreich! Ich fand es schwer, den Überblick zu behalten. Nach kurzer Panik habe ich mir schließlich eine Liste angelegt, wann ich mich um welche Formalitäten kümmern muss. Was mir auch geholfen hat, war, die zuständigen Ansprechpartner und ihre Kontaktdaten dazu zu schreiben. So hatte ich das Gefühl, nicht den Durchblick zu verlieren oder Deadlines zu verpassen. Aber Vorsicht: je nachdem, bei welchem Konsulat du deine Unterlagen für das Visum einreichst, gibt es unterschiedliche Anforderungen!

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Wenn ich nur einen einzigen Ratschlag geben dürfte – fangt früh genug an. Aufgrund der Pandemie war das Brasilianische Konsulat in München für Publikumsverkehr geschlossen und ich musste die Unterlagen postalisch einreichen. Gerade weil ich nicht in Person meinen Antrag abgegeben habe, war ich mir sehr unsicher, wie lange das Ganze dauern wird… Das Konsulat in München beispielsweise fordert:

  • Reisepass im Original
  • Internationale beglaubigte Geburtsurkunde
  • Nachweis über Studienplatz in Brasilien (sprich: Bestätigung der Gastuniversität)
  • Immatrikulationsbescheinigung der deutschen Universität bzw. Hochschule
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Antragsformular
  • Visumsantragsformular online ausfüllen und ausgedruckt beigeben
  • Finanzierungsnachweis (Brief von Eltern, Nachweis von Bank oder eines Stipendiums
  • Nachweis einer internationalen Krankenversicherung für den gesamten Aufenthalt (Nachweis am besten auf Englisch)
  • Kopie des Flugtickets für Ein- und Ausreise

Die Kosten des temporären Studentenvisums IV, das ich für mein Auslandssemester in Brasilien beantragen musste, sollte man auch bei der Finanzierung eines Auslandssemesters nicht vergessen. Zwar ist das Visum an sich für deutsche Staatsbürger kostenlos, die zahlreichen Dokumente dafür aber nicht. Insgesamt habe ich circa 100 Euro in Deutschland für alle Unterlagen ausgegeben. Falls du aber dein Studentenvisum für Brasilien beim Konsulat in Berlin oder Frankfurt beantragst, können die Kosten aufgrund der verschiedenen Anforderungen variieren. Zusätzlich muss ich mein Visum hier vor Ort in Florianópolis bestätigen lassen, wodurch noch weitere Kosten entstehen werden.

Wie ich mich um den weiteren Prozess meines Visums gekümmert habe und was ich noch alles in meiner ersten Woche in Brasilien erledigen musste, erzähle ich euch bald in einem anderen Blogartikel.

Wo fange ich bloß an?

Diese Liste sieht nach einer Menge Arbeit aus und ist es tatsächlich auch. Davon solltest du dich aber nicht entmutigen lassen! Denk einfach daran, dass du mit jedem Dokument dem Visum und somit deinem Auslandssemester in Brasilien ein Stückchen näher bist;)

Um zwei der benötigten Unterlagen solltest du meiner Meinung nach zuerst kümmern:

Am wichtigsten für die Aus- und Einreise ins Auslandssemester außerhalb Europas ist ganz klar der Reisepass. Daher habe ich diesen als erstes im Dezember schon beantragt. Mit den neu geschossenen biometrischen Passbildern hatte ich auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn für den Visumsantrag brauchte ich ein weiteres.

Als Zweites empfehle ich, die internationale Geburtsurkunde beim Amt des Geburtsortes zu beantragen, da ich diese von der Regierung Schwaben beglaubigen lassen musste und das auch eine gewisse Zeit gebraucht hat. Die restlichen Dokumente waren mehr oder weniger problemfrei, bis auf die Immatrikulationsbescheinigung der Gastuni, die hat am längsten auf sich warten lassen…

Abwarten und Tee trinken

Ab einem gewissen Zeitpunkt konnte ich nichts anderes mehr tun, als zu warten. Jede Woche haben mich meine Kollegen wieder gefragt: „Und, wie stehts mit dem Visum und den Vorbereitungen?“ Aber auch wenn ich mit jedem Tag, an dem keine Post im Briefkasten oder E-Mail angekommen ist, ein bisschen nervöser wurde, habe ich versucht, mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Ich habe selbst mehrmals bei verschiedenen Parteien nachgefragt und E-Mails versendet, wie der Bearbeitungsstand von meinen Dokumenten ist. Das hat mich dann meistens beruhigt, dass meine Unterlagen nicht in Vergessenheit geraten sind und definitiv noch rechtzeitig fertig werden.

An dieser Stelle auch ein großes DANKE an das Auslandsamt der Uni Augsburg, dass auf jede meiner Mails innerhalb kürzester Zeit geantwortet wurde.

Endspurt!

Letztendlich hat aber alles doch geklappt und ich habe den Umschlag zugeklebt und feierlich direkt beim brasilianischen Konsulat in München eingeworfen. Trotz meiner Befürchtungen ging es recht schnell und mein fertiges Visum kam schon nach drei Werktagen an.

Welche Vorbereitungen ich abgesehen vom Visumsantrag noch treffen musste, erfahrt ihr im nächsten Blogartikel.

Bis dahin,
Anna

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