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Was Corona mich lehrte

Was Corona mich lehrte

Er war perfekt. Der Sommer. In meinem Kopf war er perfekt. Perfekt geplant. Doch dann kam Corona, auch bekannt als COVID-19, um die Ecke und plötzlich war alles anders. Was mich Corona gelehrt hat.

1. Egal wie perfekt ein Plan ist, ich habe nicht das letzte Wort in der Ausführung.

Ich hatte meinen Sommer vor einigen Wochen fertig geplant und war so glücklich, dass sich alles, Hochschulgruppenevent, Festivalbesuch, Mittsommerfeier, Familienbesuch und Praktika, so perfekt zusammenfügen. Doch dann kam Corona um die Ecke und jeden Tag fiel ein Aspekt weg oder geriet ins Schwanken und was blieb war: Ungewissheit. Klar könnte ich mich jetzt aufregen, das habe ich auch schon. Sehr viel sogar, in der Hinsicht bin ich sehr deutsch. Geärgert habe ich mich und auch ein bisschen geweint, vielleicht aus Wut und eventuell auch Trauer. Aber im Endeffekt bleibt doch nichts anderes übrig als abzuwarten und einzusehen: Keiner kann was dafür, wir müssen das zusammen durchstehen und danach geht das Leben weiter, mit Festivalbesuchen, Familientreffen und Praktika. Erkenntnis Nummer 1 führt mich zu Lehre Nummer 2.

2. Einfach mal chillen und mit dem zufrieden sein, was ich habe

Aus der bitteren Erkenntnis heraus, dass ich einfach nichts an der Situation ändern kann folgt, die Erkenntnis: Eigentlich doch gar nicht so schlimm, oder? Ich bin in Nordfinnland ziemlich sicher, denn in ganz Lappland gibt es im Moment (Stand 03.04.2020) nur 26 gemeldete Erkrankte. Zwar reisen meine internationalen Freunde massenweise ab, doch einige bleiben auch hier, ich bin also noch nicht mal allein. Außerdem ist mein Küchenschrank voll und der Klopapiervorrat sieht vielversprechend aus. Es könnte sehr viel schlimmer sein. Also? Einfach mal zurücklehnen und entspannen. Aber nicht zu weit zurücklehnen, denn Vorlesungen habe ich ja noch, wenn auch nur online. Wobei, es sieht ja keiner, wie weit ich mich zurücklehne.

Frau nimmt Yogapose vor Laptop ein
Bonus-Lehre aus Corona: Onlineunterricht ist gar nicht so übel. Wenn die Vorlesung langweilig ist, kann ich jetzt einfach nebenher etwas Yoga machen, einen Kuchen backen oder anderweitig kreativ werden, ohne dass ich damit den Unterricht störe.

3. Alles ist vergänglich, drum mach was draus!

Corona machte mich mit der pessimistischen Schwester des „Carpe Diem“- Wandtattoos bekannt. Mir wurde zum ersten Mal wirklich vor Augen geführt, wie sich von heute auf morgen alles ändern kann. Unser Leben, wie wir es jetzt leben, ist nur eine mögliche Version – ein kleiner Faktor kann alles durcheinanderbringen. Finnen sind bekannt für ihre Melancholie und in Corona-Zeiten hört man hier immer wieder Leute Sachen sagen wie „Wir leben in einer anderen Welt, als wir es letzte Woche taten“. Treffend zwar, doch ich finde, Melancholie ist eher kontraproduktiv, weshalb ich jetzt losgehen werde, um ein „Carpe Diem“- Wandtattoo zu kaufen.

Kommentare
  1. Alex

    3. April 2020

    Ermutigend, lustig, und einfach wahr! Super Beitrag!

    1. Tina

      10. April 2020

      Danke, Alex! Schön, dass er dir gefallen hat! 🙂

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