studieren weltweit
Livin‘ La Vida Locked Up – Corona in Belgien

Livin‘ La Vida Locked Up – Corona in Belgien

Ich sitze auf der Dachterrasse meines mittlerweile leeren Wohnheims in Belgien und habe lange überlegt wie ich mich am besten zu dem ganzen Thema äußere. Zu viele Ups & Downs die letzten Tage, zu viel nachgedacht und überfordert mit der Informationsflut. Hier fasse ich einige Ereignisse und Gedanken zusammen.

Ausgangssperre in Belgien

Seit dem 14. März 0:00 Uhr sind alle Restaurants, Cafés, Bars, Clubs und andere öffentlichen Einrichtungen geschlossen. Die meisten Veranstaltungen bis einschließlich 5. April wurden abgesagt. Am 17. März wurde die offizielle, dreiwöchige Ausgangssperre verhängt. Man darf das Haus verlassen, wenn man auf dem Weg zum Supermarkt oder zur Apotheke ist. Spaziergänge allein sind auch okay, solang man Abstand hält, wenn man anderen Menschen begegnen sollte. Seitdem Belgien diese Regelungen eingeführt hat, ist es offensichtlich viel ruhiger in Gent. Die meisten meiner Freunde sind abgereist, zurück in ihre Länder, auf Wunsch der Eltern oder Aufruf der Regierungen. In meinem Wohnheim herrscht Stille, statt 75 Leuten sind nur noch 3 oder 4 im ganzen Gebäude.

Should I stay or should I go?

Auch ich habe lang überlegt, was ich tun sollte. Sogar eine Pro und Contra Liste geschrieben. Und habe mich vorerst entschieden zu bleiben. Für mich macht es aktuell keinen Sinn zurück nach Deutschland zu gehen, da ich mich nach der Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne begeben müsste. Deshalb macht es für mich keinen Unterschied, ob ich hier oder in Deutschland allein bin. Außerdem verschlimmert sich die Situation in Deutschland zunehmend aufgrund fehlender Ausgangssperren. Hier in Belgien hingegen fühle ich mich gut aufgehoben, in den Supermärkten ist zwar nur eine Person pro 10 qm2 erlaubt, dennoch sind die Regale voll und man bekommt so gut wie alles, was man braucht. Zudem bietet mir die Dachterrasse meines Wohnheims genug Freiraum während der Ausgangssperre auch an die frische Luft zu kommen.

Ein Zeichen

An einigen Abenden um 19:00 Uhr gehen die Menschen raus auf ihre Balkone oder öffnen ihre Fenster und singen gemeinsam ein Lied, um zu zeigen, dass niemand allein in dieser Situation ist. Was ein Zufall, dass der Titel des Liedes auch noch mein Vorname ist! „Mia“ der größte Hit von Gorki, einer belgischen Rockmusik-Gruppe, ertönt also seitdem fast jeden Abend aus den Wohnungen der Einwohner von Gent. Ob das Schicksal ist?

Falls du wissen möchtest, wie in anderen Ländern mit der Corona-Situation umgegangen wird, wie sich andere Correspondents fühlen und was sie berichten, dann schaue doch einfach hier vorbei. Bis dahin, Händewaschen nicht vergessen!

Kommentieren

Bitte beachte, dass dein Kommentar nach dem Absenden erst von unserer Redaktion gesichtet werden muss. Aus diesem Grund kann das Erscheinen deines Kommentars etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Mehr über #Corona

Unsere Correspondents berichten über die Auswirkungen des Corona-Virus auf ihren Alltag im Ausland.